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17.08.2015

15:37 Uhr

Rekordtransfer

Was macht Augsburg mit den Baba-Millionen?

Quelle:dpa

Der Wechsel des Verteidigers zu Chelsea könnte inklusive Nachzahlungen bis zu 30 Millionen Euro einbringen. Das entspräche nahezu dem geschätzten Gesamtetat des FC Augsburg.

Stefan Reuter muss sich überlegen, was er mit den Transfereinnahmen macht. Foto: Peter Steffen dpa

FCA-Manager

Stefan Reuter muss sich überlegen, was er mit den Transfereinnahmen macht. Foto: Peter Steffen

AugsburgEr hat zwar nur ein einziges Jährchen für den FC Augsburg gespielt - und trotzdem wird Abdul Rahman Baba beim schwäbischen Verein für immer unvergessen bleiben. Der Verkauf des hochgehandelten 21-Jährigen an den FC Chelsea spült dem kleinen Fußball-Bundesligisten nicht nur eine interne Rekordsumme von zunächst geschätzt rund 25 Millionen Euro in die Kassen, sondern eröffnet dem FCA auch ganz neue Möglichkeiten auf dem Transfermarkt.

Seinen Wunsch nach einem breiten Kader hat Trainer Markus Weinzierl bereits klar umrissen - zumal die Augsburger in dieser Saison erstmals die Dreifachbelastung aus Bundesliga, Pokal und Europa League zu meistern haben.

An den Finanzen alleine sollten weitere Verpflichtungen in den kommenden zwei Wochen bis zum Transferschluss nicht scheitern, immerhin sind die Schwaben dank des Baba-Transfers wirtschaftlich in neue Dimensionen vorgestoßen. Nach Medienberichten könnte der Wechsel des vor einem Jahr aus Fürth gekommenen Verteidigers inklusive Nachzahlungen bis zu 30 Millionen Euro einbringen - das entspräche nahezu dem geschätzten FCA-Gesamtetat.

Fragen und Antworten zur 53. Bundesliga-Saison

Was ist neu in der Bundesliga-Saison?

Erstmals wird in der deutschen Eliteklasse die Torlinientechnologie Hawk Eye eingesetzt. Am 4. Dezember 2014 hatten sich die Vertreter der damaligen Erstligisten auf einer Mitgliederversammlung mit 15:3 Stimmen und damit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für dieses System ausgesprochen.

Wen soll die neue Technologie unterstützen?

In erster Linie die 22 Schiedsrichter, die im Oberhaus zum Einsatz kommen. Neu im erlauchten Kreis der Bundesliga-Referees ist der erst 26 Jahre alte Benjamin Brand. Der BWL-Student aus Bamberg ist seit 2010 im DFB aktiv und debütierte 2012 in der 2. Liga. Dienstältester Unparteiischer ist Wolfgang Stark, der in seine 19. Bundesliga-Saison geht. Nicht mehr dabei sind die aus Altersgründen ausgeschiedenen Peter Gagelmann und Thorsten Kinhöfer. Nach wie vor ist die Spielleitung in der deutschen Eliteklasse eine Männer-Domäne: Zweitliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wird im Oberhaus weiterhin nur als vierte Offizielle zum Einsatz kommen.

Wer kann Redordmeister Bayern München Paroli bieten?

DFB-Pokalsieger und Vizemeister VfL Wolfsburg dürfte nicht zuletzt wegen seines Sieges im Supercup gegen die Bayern wieder ärgster Kontrahent sein. Dazu kommen die üblichen Verdächtigen wie Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Schalke 04 und auch wieder Borussia Dortmund unter seinem neuen Coach Thomas Tuchel. Der BVB gibt sich nach einer schwierigen Saison allerdings zurückhaltend.

Welche Rekorde jagt Bayern in der kommenden Saison?

Die Bayern können als erstes Team zum vierten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft gewinnen. Zuvor steht aber möglicherweise schon am zehnten Spieltag eine neue Bestmarke an: Die Münchner könnten als erstes Team der Geschichte den 1000. Sieg in der Bundesliga feiern. Bislang gewann der Rekordmeister 990 Bundesliga-Spiele.

Auf welche neuen Gesichter darf man sich freuen?

In dem chilenischen Copa-América-Gewinner Arturo Vidal und dem brasilianischen Nationalspieler Douglas Costa hat Bayern München die prominentesten Akteure verpflichtet. Von den Rückkehrern Kevin Kuranyi (1899 Hoffenheim), Sascha Riether (Schalke 04) und Piotr Trochowski (FC Augsburg) wird ebenfalls eine Menge erwartet. Insgesamt gaben die Klubs für etwas über 200 Zugänge fast 300 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Die reichste Liga der Welt, die englische Premier League, investierte bislang schon über 750 Millionen Euro (260 Profis).

Mit welchem Ball wird gespielt?

In der sechsten Saison in Folge wird mit der Torfabrik aus dem Hause adidas gespielt, überwiegend in weiß gehalten. Über die Oberfläche des offiziellen Spielballs winden sich „Diamantenbänder“ in erhabenem Schwarz-Rot-Gold. Das Spielgerät basiert auch in seiner neuesten Auflage auf der Technologie des WM-Spielballes brazuca. Für die Wintermonate gibt es eine Alternative in Orange, die auf Schnee oder Eis gut zu sehen ist.

Wie lange dauert die Saison?

Am 10. Juni 2016 beginnt in Frankreich die Europameisterschaft. Um der Nationalmannschaft eine vierwöchige Vorbereitung zu gewährleisten, endet die Bundesliga mit dem 34. Spieltag am 15. Mai 2016. Eine Woche später kämpfen allerdings noch zwei Teams um den DFB-Pokal, und die Relegation steht ebenfalls noch an.

Wer ist der jüngste und wer der älteste Trainer?

Seit 1997 ist Pal Dardai in verschiedenen Funktionen bei Hertha BSC angestellt und damit ein echtes Urgestein. Mit Blick auf die 18 Trainer der Bundesligisten ist der Ungar allerdings ein echter Grünschnabel: Dardai geht in seine erste komplette Saison als Bundesliga-Coach und ist mit 39 Jahren aktuell der Jüngste seiner Zunft. Sein mit 57 Jahren ältester und gleichzeitig dienstältester Kollege ist der Gladbacher Lucien Favre, einer seiner Vorgänger in Berlin.

Was ist noch interessant?

Der Hamburger SV ist der erste Bundesligist, der seinem Stadion seinen ursprünglichen Namen zurückgegeben hat – nachdem er in der Saison 2001/02 noch der erste Klub war, der den Namen an einen Sponsor verkaufte. Ab dieser Saison spielt der Bundesliga-Dino wieder im Volksparkstadion, wobei die Namensrechte nicht beim Verein, sondern bei einem Mäzen liegen.

Was sollte man noch wissen?

Im FC Ingolstadt gibt es wieder einen echten Neuling in der Bundesliga. Die Schanzer sind der 54. Verein im Oberhaus. Von den jüngsten vier Neulingen sind die SpVgg Greuther Fürth (2012/13) und der SC Paderborn (2014/15) gleich wieder abgestiegen, der FC Augsburg und 1899 Hoffenheim halten sich dagegen seit ihrem Aufstieg (2011 bzw. 2008). Zweiter Aufsteiger ist Darmstadt 98, das nach 33 Jahren zurückkehrt. Darüber dürfte sich der HSV freuen: In den beiden Bundesliga-Jahren der Lilien holte Hamburg am Ende die Meisterschaft.

„Jeder weiß, was wir brauchen. Intern ist alles besprochen, das ist schon länger klar”, hatte der Coach vor dem Bundesligastart betont. Seitdem wurden in Philipp Max (21, Karlsruher SC) und Daniel Opare (24, FC Porto) zwar zwei neue Außenverteidiger verpflichtet - vor allem im Mittelfeld und im Sturm besteht aber noch Bedarf. Gefragt ist nun das Verhandlungsgeschick von Manager Stefan Reuter. „Wir brauchen Qualität, weil wir alle drei Tage spielen”, erkannte auch Weinzierl und prognostizierte: „Wir werden viel variieren und viele verschiedene Aufstellungen präsentieren müssen, weil es definitiv so sein wird, dass wir auch verletzte Spieler haben werden.”

In Ex-Nationalspieler Piotr Trochowski fehlt den Schwaben schon jetzt zu Saisonbeginn ihre bisher prominenteste Neuerwerbung. Wann der 31-Jährige nach seinem Außenmeniskusriss im linken Knie zurückkehren kann, ist ungewiss. Wenn in den kommenden Wochen ein weiterer Kreativmann ausfiele, würde es personell schnell brenzlig werden.

Eins zu eins ersetzt werden könnte Baba durch Philipp Max, den die Augsburger schon im Vorfeld als Nachfolgekandidat verpflichtet hatten. Beim Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC (0:1) allerdings saß der talentierte Neuzugang 71 Minuten lang nur auf der Bank - bis zu diesem Zeitpunkt durfte sich in Markus Feulner ein etatmäßiger Mittelfeldspieler auf der Position des Linksverteidigers beweisen.

Der 1. Bundesliga-Spieltag im Überblick

Bayern München - Hamburger SV 5:0 (1:0)

Der FC Bayern ist von Beginn an Chef im Ring. Hamburg setzt überwiegend auf eine kompakte Defensive und Sicherung des eigenen Tores. Nur selten kommen die Gäste in die Münchner Spielfeldhälfte. So fällt die Münchner Führung fast folgerichtig, als Benatia einen Alonso-Freistoß per Kopf ins Netz befördert (27.) Nach der Pause zunächst das gleiche Bild: Bayern macht das Spiel, der HSV die Räume eng. Nach 53 Minuten erhöht Lewandowski aber auf 2:0 und stellt die Münchner Weichen endgültig auf Sieg. Ein Doppelpack von Müller (69. und 73.) macht dann endgültig alles klar. Costa setzt dem Ganzen mit dem 5:0 kurz vor dem Abpfiff dann noch die Krone auf (87.)

Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1)

Bayer Leverkusen ist mit dem 2:1 (1:1) gegen 1899 Hoffenheim eine vielversprechende Generalprobe gelungen. Vier Tage vor dem Königsklassen-Playoff-Hinspiel beim Miroslav-Klose-Club Lazio Rom machten Torjäger Stefan Kießling in der 45. Minute und „Joker“ Julian Brandt (71.) den saisonübergreifend siebten Heimsieg nacheinander perfekt. Steven Zuber hatte die Fußballprofis aus dem Kraichgau vor 27.125 Zuschauern in der BayArena nach fünf Minuten in Führung gebracht. Das 2:1 ist für Leverkusen der dritte Saison-Auftakterfolg in Serie. Hoffenheim unterlag beim achten Auftritt unter dem Bayer-Kreuz schon zum siebten Mal.

FC Augsburg - Hertha BSC 0:1 (0:0)

Die Europa-League-Starter des FC Augsburg haben sich zum Bundesliga-Auftakt eine Pleite eingehandelt. Rund einen Monat vor dem ersten Auftritt der Vereinsgeschichte auf europäischer Bühne unterlagen die Schwaben Hertha BSC am Samstag mit 0:1 (0:0). Trotz des frühen Platzverweises gegen Raúl Bobadilla wäre für das Überraschungsteam der Vorsaison in einer aufregenden Partie allemal ein Punktgewinn drin gewesen. Doch ein Chancenplus und die fußballerische Überlegenheit nützten nichts. Stattdessen reichte den Berlinern, die am Ende ebenfalls nur noch zu zehnt waren, ein Elfmetertor von Salomon Kalou (48. Minute) zum schmeichelhaften Sieg.

Werder Bremen - FC Schalke 04 3:0 (1:0)

Schalke 04 ist unter dem neuen Trainer Andre Breitenreiter der erhoffte Traumstart in der Fußball-Bundesliga gelungen. Die neu formierten Gelsenkirchener setzten sich am Samstag klar mit 3:0 (1:0) bei Werder Bremen durch und feierten den ersten Auswärtserfolg im Kalenderjahr 2015. Ein Eigentor des Bremer Verteidigers Theodor Gebre Selassie in der 34. Minute sorgte am Samstag für die Schalker Führung. Die Gäste, die mit dem Ex-Bremer Franco Di Santo in der Startelf begannen, legten in der zweiten Halbzeit durch Eric-Maxim Choupo-Moting (68.) und Klaas-Jan Huntelaaar (85.) nach. Werder bemühte sich zwar nach Kräften um ein besseres Resultat, wirkte aber längst nicht so spielstark wie die abgeklärten Schalker. Unter dem Strich blieb Werder zum elften Mal in Serie sieglos gegen den Angstgegner.

FSV Mainz 05 - FC Ingolstadt 0:1 (0:0)

Der FC Ingolstadt hat einen perfekten Einstand in der Fußball-Bundesliga gefeiert. Der 54. Neuling in der Liga-Geschichte setzte sich am Samstag vor 27.152 Zuschauern beim FSV Mainz 05 mit 1:0 (0:0) durch. Der Österreicher Lukas Hinterseer erzielte in der 66. Minute das Tor des Tages und hat seinen Platz im Geschichtsbuch des Aufsteigers sicher. Der Erfolg der läuferisch und kämpferisch überzeugenden Schanzer war hochverdient. Die Mainzer konnten in keiner Phase an die guten Leistungen aus der Vorbereitung anknüpfen und boten zum Saisonstart eine äußerst enttäuschende Vorstellung.

Darmstadt 98 - Hannover 96 2:2 (1:0)

Aufsteiger SV Darmstadt 98 hat einen Auftaktsieg in der Fußball-Bundesliga knapp verpasst, 33 Jahre nach dem letzten Erstliga-Spiel aber eine spektakuläre Rückkehr ins Oberhaus hingelegt. Die „Lilien“ kamen am Samstag gegen Hannover 96 zu einem verdienten 2:2 (1:0). Vor 17 000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor brachte Marcell Heller die Gastgeber zweimal in Führung (31. und 54. Minute). Der eingewechselte Charlison Benschop (48.) und ein Eigentor von Darmstadts Kapitän Aytac Sulu (62.) sorgten aber doch noch für einen Punktgewinn der Niedersachsen. Hannovers Neuzugang Mevlut Erdinc verschoss in der 58. Minute zudem noch einen Foulelfmeter.

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 4:0 (3:0)

Borussia Dortmund ist im ersten Bundesliga-Spiel unter seinem neuen Trainer Thomas Tuchel zu einem 4:0 (3:0) gegen Borussia Mönchengladbach gestürmt. Marco Reus (15.), Pierre-Emerick Aubameyang (21.) und zweimal Henrich Mchitarjan (33./50.) schossen vor 81.359 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park den hochverdienten Sieg im Westderby heraus. Damit belegt der BVB nach dem Auftaktspiel den zweiten Platz hinter dem FC Bayern München (5:0 gegen den Hamburger SV).

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr)

VfL Wolfsburg: Der Vize-Meister ist bereits in Form, das hat er beim Supercup-Sieg gegen Bayern München bewiesen. Vor allem die Offensive ist stark. Mit der Rückkehr von Luiz Gustavo dürfte auch die Defensive die bekannte Sicherheit der Vorsaison erhalten.

Eintracht Frankfurt: Trainer-Rückkehrer Armin Veh hat für neue Begeisterung in der Mannschaft und im Umfeld gesorgt. Die Vorbereitung wurde ohne Ausfälle ordentlich bewältigt, die erste Aufgabe im Pokal souverän gelöst.

VfB Stuttgart - 1. FC Köln (Sonntag, 18.30 Uhr)

VfB Stuttgart: VfB-Trainer Zorniger hat ein Spielsystem mit aggressiver Balleroberung und schnellem Umschaltspiel erfolgreich installiert. Zum Saisonstart droht aber der Ausfall von Abräumer Dié. Zudem ist der Fall des wechselwilligen Rüdiger weiter ungeklärt.

1. FC Köln: Das 4:0 im Pokal beim Viertligisten Meppen mit drei Modeste-Toren deutet auf eine gute Frühform des FC hin. Vor allem im Mittelfeld hat Trainer Stöger viel Auswahl. Gerhardt drängt sich in Stuttgart für einen Platz in der Startelf auf.

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