Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.10.2011

17:31 Uhr

Remis gegen Leverkusen

Mönchengladbachs Moral wird nicht belohnt

VonThorsten Giersch

Borussia Mönchengladbach dreht das Spiel gegen Bayer Leverkusen und spielt doch nur remis. Ein jahrzehntelanger Fluch bleibt damit bestehen - dafür dürfen sich die Gladbacher weiter Bayern-Verfolger nennen.

Patrick Herrmann vor Leverkusens Michal Kadlec: Ein spannendes Duell in einem spannenden Spiel. Reuters

Patrick Herrmann vor Leverkusens Michal Kadlec: Ein spannendes Duell in einem spannenden Spiel.

MönchengladbachRiesenchancen nicht genutzt, dennoch Platz zwei erreicht, aber die Horror-Serie nicht gebrochen: Borussia Mönchengladbach hat beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen zwei schon sicher geglaubte Punkte verschenkt.

Als den Gladbachern der letzte Heimsieg gegen Leverkusen gelang, stand die Berliner Mauer noch - das war im Februar 1989. Doch dieses Match stand unter besonderen Voraussetzungen: Zum einen war Gladbach vor dem Anpfiff Tabellendritter, die Gäste nur Neunter. Und zum anderen sprach der Trend für die „Fohlen“, Gladbach hatte zuvor daheim drei Spiele infolge gewonnen. Allerdings überzeugte Leverkusen auswärts in dieser Serie auch, vom 0:3 bei den Münchener Bayern mal abgesehen.

Verzichten mussten die Gastgeber auf den verletzten Igor de Camargo. Für ihn rückte überraschenderweise nicht Raul Bobadilla in die Startelf, sondern Patrick Herrmann, der unter der Woche bei der U20-Nationalmannschaft doppelt traf. Bei Bayer fehlten neben den Langzeitverletzten Adler und Barnetta auch Renato Augusto und Innenverteidiger Ömer Toprak. Daher musste Bayer-Coach Robin Dutt die Viererkette umbauen: Schwab und Reinartz agierten innen, Balitsch rechts und Kadlec links. Sam durfte im Mittelfeld von Beginn an ran, genau wie auch Michael Ballack - für ihn saß Simon Rolfes nur auf der Bank. Vor ihnen stürmte Kießling, Derdiyok war nur Ersatz.

Das 46. Derby startete alles andere als verhalten. Nach zwei Minuten tauchte Marco Reus allein vor Bayers Keeper Bernd Leno auf. Der aus Stuttgart ausgeliehene 19-Jährige musste Kopf und Kragen riskieren, um die Situation zu klären, konnte dann aber weiterspielen.

Es entwickelte sich ein munteres Spiel, das zunächst aber nur wenige Torszenen bot. Angesichts der Statistik wenig überraschend: Gladbach schoss bisher nur neun Tore in dieser Saison, nur Kaiserslautern und Augsburg trafen seltener. Dafür stellen sie die zweitbeste Abwehr.

Leverkusen wirkte im Passspiel gepflegter, Gladbach dafür mit seinen schnellen Vorstößen gefährlicher. So auch in der 17. Minute, als der agile Reus nach einem schönen Dribbling zum Abschluss kam, aber Leno hielt den Flachschuss sicher.

Drei Minuten später glänzte auf der anderen Seite Andre Schürrle durch einen feinen Pass auf Sidney Sam. Doch Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen verkürzte geschickt den Winkel und hielt so glänzend. Doch nach der folgenden Ecke war auch er machtlos, als Reinartz den Ball aus kurzer Distanz über die Linie schob (20.). Ausgerechnet einer der beiden Innenverteidiger, fielen sie bei Leverkusen bisher doch deutlich ab. Das 1:0 war zu diesem Zeitpunkt überraschend, aber nicht unverdient.

Auch nach der Führung taten die Gäste mehr fürs Spiel. Gladbach konnte an die zuletzt gezeigten Leistungen nicht anknüpfen - die Länderspielpause hatte dem Team wohl nicht gut getan. Bei Leverkusen überzeugte vor allem die linke Seite, auf der Schürrle und Sam unterstützt vom immer wieder nachrückenden Kadlec phasenweise richtig Dampf machten. Über diese Seite entstand nach einer halben Stunde auch die nächste gefährliche Szene, doch Kießling konnte seinen Kopfball stark bedrängt nicht aufs Tor bringen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×