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25.03.2014

23:06 Uhr

Remis im Revierderby

Fährmann verhindert Sieg des BVB

VonLisa Hegemann

Borussia Dortmund hat den zweiten Derby-Sieg der Saison verschenkt, bleibt aber die Nummer eins im Revier. In einem rassigen Spiel vergab der BVB zahlreiche Hochkaräter. Das lag vor allem an einem grandiosen Schalker.

Schalkes Keeper Fährmann fischt den Kopfball von Marco Reus aus dem Eck. dpa

Schalkes Keeper Fährmann fischt den Kopfball von Marco Reus aus dem Eck.

DortmundIn einem umkämpften Derby hat Schalke der Borussia aus Dortmund einen Punkt entführen können. Trotz klarer Überlegenheit schaffte es die Mannschaft von Jürgen Klopp nicht, einen Treffer zu erzielen. Die Königsblauen agierten mit kluger Defensive, hatten das torlose Unentschieden aber vor allem ihrem überragend haltenden Torwart Ralf Fährmann zu verdanken.

Zunächst aber war Vorsicht geboten. Auf beiden Seiten, schon vor dem Spiel. Die Polizei berichtete im Vorfeld davon, dass es ungewöhnlich ruhig gewesen sei vor dem Stadion. Lediglich ein paar Flaschenwürfe hin und her, sonst kaum Auseinandersetzungen. Die üblichen Schmähgesänge des jeweils anderen natürlich, vor dem Signal-Iduna-Park und auch auf den Rängen des Stadions. Die Dortmunder hatten auch kaum eine andere Wahl, als sich ruhig zu verhalten. Sie müssen sich nach dem jüngsten Urteil des Sportgerichts benehmen – ansonsten droht ein Teilausschluss der Fans.

Ähnlich vorsichtig begannen auch die Mannschaften. Beide waren engagiert, klar, es war Derby, keine Zeit für eine ruhige Partie. Aber die beiden Teams tasteten sich zunächst ab, viel Geplänkel im Mittelfeld. Die erste Chance hatten die Schalker durch Klaas-Jan Huntelaar, für die Hausherren brachte Robert Lewandowski den Ball erstmals per Kopf aufs Tor (6. Minute). Sebastian Kehl versuchte es in der 18.  Minute ebenfalls mit Köpfchen, platzierte den Ball aber ganz knapp neben das Gehäuse. Doch das war es dann fürs Erste.

Das Spiel zeichnete sich mehr durch Zweikämpfe im Mittelfeld, viele kleine Fouls und dadurch auch viele kleine Unterbrechungen aus. Beide Mannschaften machten klar, dass sie gewinnen wollten. Aber es war eben nicht nur ein Derby, sondern auch der Kampf um die Plätze zwei und drei. Und den wollte keines der beiden Teams verlieren. Schalke störte das Aufbauspiel der Dortmunder schon früh in der gegnerischen Hälfte, die BVB-Offensive hatte damit sichtlich Mühe und versuchte es häufiger mit hohen Bällen.

Die ersten echten Emotionen kamen in der 23. Minute ins Spiel, Marco Reus erhielt wegen eines Fouls am Mittelkreis die erste gelbe Karte der Partie. Drei Minuten später wurde Dortmunds Lukasz Piszczek kurz vor dem eigenen Strafraum gefoult. Es bildete sich ein Pulk um Schiedsrichter Florian Meyer. Die Schalker waren naturgemäß der Auffassung, da sei nichts gewesen, die Dortmunder sahen in dem Foul mindestens eine versuchte Körperverletzung. Auch das: typisches Derby-Geplänkel.

Kurz darauf foulte Julian Draxler den Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz kurz vor dem gegnerischen Strafraum. Das Stadion tobte, Meyer zeigte berechtigterweise gelb. Einzig Huntelaar mokierte sich über die Verwarnung für seinen Teamkollegen. Der Schalker Stürmer redete auf den Assistenten und Schiri Meyer ein – der wiederum holte sich den wutentbrannt davon stürmenden Stürmer noch einmal zurück, um ihm eine Ermahnung mit auf den Weg zu geben. Nun war es ein richtiges Derby, mit Nickeligkeiten auf beiden Seiten und der nötigen Portion Emotion.

Nach dem ganzen Getümmel wurde auch wieder Fußball gespielt, jetzt vor allem von den Dortmundern. Es machte sich bei den Schwarz-Gelben bemerkbar, dass Mats Hummels zurück ist und langsam seine Form wiederfindet. Der Abwehrspieler verteilte die Bälle fast wie in alten Zeiten und schaltete sich auch selbst ins Angriffsspiel ein. In der ersten Halbzeit sprachen auch die Statistiken für ihn: die meisten Ballkontakte, die meisten gewonnenen Zweikämpfe. Der Profiteur: die Offensive.

Nach gut einer halben Stunde erarbeiteten sich die Dortmunder Chance über Chance. Sowohl Erik Durm (31.) als auch Lewandowski (32.) und Mkhitaryan verpassten jedoch den königsblauen Kasten. Die beste Gelegenheit vergab Marco Reus in der 39. Minute: Nach einem schönen Heber von Mkhitaryan über die Schalker Abwehr zog der Dribbelkünstler vom rechten Strafraumeck ab – und verfehlte das Tor nur haarscharf.

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