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22.08.2014

13:09 Uhr

Rummenigges Giftpfeil

BVB-Investorendeal nur eine „Bayern-Kopie“

Dortmunds Bosse lassen sich für den Millionen-Einstieg mehrerer Investoren feiern, die Bayern reagieren mit Sticheleien. Die Strategie des Kontrahenten sei nur „kopiert“, sagte Rummenigge. Originale seien eben besser.

„Nicht so gut wie das Original“? Karl-Heinz Rummenigge versucht in die Fußstapfen des inhaftierten Uli Hoeneß zu treten und poltert gegen den BVB. ap

„Nicht so gut wie das Original“? Karl-Heinz Rummenigge versucht in die Fußstapfen des inhaftierten Uli Hoeneß zu treten und poltert gegen den BVB.

MünchenEtwas Schärfe schwang mit, als Karl-Heinz Rummenigge den millionenschweren Investorendeal des Lieblingsrivalen aus Dortmund kommentierte. „Der BVB hat in der finanziellen Strategie den FC Bayern kopiert. Das ist das größte Kompliment, was der Verein uns in dieser Hinsicht machen kann“, befand der Vorstandschef des FC Bayern am Freitag kurz vor dem Saisonauftakt seiner Münchner gegen den VfL Wolfsburg. Rummenigge lächelte genüsslich und schob fast provokant in Borussen-Richtung nach: „Aber es ist wie im richtigen Leben: Jede Kopie ist leider nicht so gut wie das Original.“

Wie einst der deutsche Fußball-Primus selbst, wollen die Borussen mit dem Einstieg mehrerer großer Unternehmen wachsen, um im Kampf mit den Spitzenclubs Europas mithalten zu können. Dank einer Kapitalerhöhung plant der einzige börsennotierte Fußballverein Deutschlands rund 114 Millionen Euro einzusammeln - im Extremfall könnte irgendwann auch die jahrzehntelange nationale Wirtschaftsvorherrschaft der Bayern wackeln.

„Viele andere Bundesligisten befinden sich in einer abwartenden Stellung und schauen ganz genau auf die Erfahrungen des BVB. Langfristig wird meines Erachtens nichts diese Entwicklung stoppen“, sagte Wirtschaftsprofessor Henning Zülch von der HHL Leipzig Graduate School of Management der Nachrichtenagentur dpa.

Jahrelang konnten sich die Münchner auf ihre finanzielle Ausnahmestellung in Fußball-Deutschland verlassen. Immer waren es die Bayern, die am meisten Geld auf dem Konto hatten, die Neuzugänge mit hohen Summen locken, aber aus wirtschaftlicher Sicht nie auch nur einen Spieler abgeben mussten. Beim FCB halten in Adidas, Allianz und Audi drei Konzerne zu gleichen Teilen insgesamt 25 Prozent der Anteile; beim BVB sollen Puma, Signal Iduna und Evonik nun immense Aktienpakete erwerben und zusätzliches Geld locker machen.

Kommentare (8)

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Herr Thomas Ungläubig

22.08.2014, 11:51 Uhr

»…jede Kopie ist nicht so gut wie das Original«. – Nur weil Ulis schwarze Kasse fehlt?

Herr Salvatore Bonpensiero

22.08.2014, 11:59 Uhr

Dass sich die Bayern und im Speziellen Karl-Heinz "Rolex" Rummenigge so intensiv und dauerhaft mit dem Hauptkonkurrenten beschäftigt ist bezeichnend und entlarvend (und ehrt den Konkurrenten natürlich auf besondere Weise). Da sitzt der Stachel von zwei verlorenen Meisterschaften hintereinander plus Klatsche im Pokalfinale wohl noch sehr tief. Und die Dortmunder werden offensichtlich als weiterhin größte Bedrohung empfunden, anders kann man sich die Dauer-Kampagne der Bayern gegen die Dortmunder wohl kaum erklären. Bedeutet: die Dortmunder machen wohl alles richtig.

Im übrigen auch faktisch unrichtig und dumm wenn Rummenigge behauptet, die Bayern wären das "Original" und die Kapitalerhöhung der Dortmunder und ihr Modell nur eine billige Kopie. Denn die Dortmunder sind, im Gegensatz zu den Bayern, eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit besonderen Offenlegungspflichten, der erste und einzige Verein in Deutschland. Soviel zum Thema "Original".
Und warum der FC Bayern nicht an die Börse gegangen ist, also "going public", dass kann man sich ja seit dem Fall Hoeneß an zwei Fingern abzählen...

Herr Kurt Küttel

22.08.2014, 12:05 Uhr

Oh jetzt kommen die heiligen BVBler wieder mit dieser Geschichte um die Ecke. Ihr seid echt langweiliger als ARD und ZDF mit Eurem gebetsmühlenartigen Geseiere. Wie passt ein Florian Homm den zu Eurer ach so weissen Weste. Wie passen den Neonazis unter den Fans in Eure ach so weisse Weste. Man braucht Leute die es besser machen, nicht Besserwisser!

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