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31.07.2017

17:30 Uhr

Salihamidzic wird Bayern-Sportchef

Das Bürschchen macht's

Zwei Stunden vor der anberaumten Pressekonferenz pfeifen es die sprichwörtlichen Spatzen von den Dächern: Hasan Salihamidzic wird neuer Sportdirektor des FC Bayern München. Uli Hoeneß machte die Personalie jetzt klar.

Der Markenbotschafter des FC Bayern München wird nun praktisch sein eigener Chef. dpa

Hasan Salihamidzic

Der Markenbotschafter des FC Bayern München wird nun praktisch sein eigener Chef.

MünchenHasan Salihamidzic wird neuer Sportdirektor des FC Bayern. Der 40 Jahre alte Ex-Profi wurde am Montag in München von Präsident Uli Hoeneß vorgestellt. Dazu hatte der Fußball-Rekordmeister zu einer Pressekonferenz um 17.15 Uhr auf das Trainingsgelände an der Säbener Straße geladen. Wer den Job übernehmen wird, wussten manche Medien schon zuvor. So twitterte der Account von ZDF Sport unter Berufung auf den Verein schon zwei Stunden vorab, dass die Wahl auf Ex-Profi und Champions-League-Sieger Hasan Salihamidzic gefallen sei.

Der Posten war seit dem Rücktritt von Sportvorstand Matthias Sammer vor einem Jahr vakant. Der einstige Nationalspieler und Europameister von 1996 hatte sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen. Vereinspräsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verkündeten zuletzt bei der Asienreise, einen Sportdirektor gefunden zu haben und ihn bald vorzustellen. Nun ging es sehr schnell.

Der inzwischen 40 Jahre alte Salihamidzic war von 1998 bis 2007 für den deutschen Branchenprimus aktiv und absolvierte in der Zeit 234 Spiele in der Bundesliga. Er ist der Ausländer mit den meisten Liga-Partien des FC Bayern vor dem noch aktiven Franck Ribéry. 88 Mal kam Salihamidzic international zum Einsatz. In der Saison 2000/01 feierte der Bosnier beim Bayern-Triumph in der Champions League in Mailand gegen den FC Valencia den größten Erfolg seiner Karriere. Dazu kommen sechs deutsche Meistertitel und vier Siege im DFB-Pokal.

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Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat die Asienreise des Klubs genutzt, um einmal mehr Klartext zu reden. Hoeneß kündigte nicht nur bald einen neuen Sportdirektor an, er wetterte auch gegen das Wettbieten am Transfermarkt.

Der Mittelfeldspieler ließ seine Karriere nach dem Weggang aus München beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin und für ein Jahr beim VfL Wolfsburg ausklingen. Anfang 2017 ernannten die Bayern Salihamidzic neben dessen ehemaligen Teamkollegen Giovane Elber und Bixente Lizarazu zum Markenbotschafter. Beim Werbetrip zuletzt in China und Singapur gehörte der Bosnier zur Münchner Reisegruppe.

Der Ex-Profi mit dem Spitznamen „Brazzo“ könnte ein Vertrauter von Vereinsboss Hoeneß werden. Salihamidzic war als Aktiver als Schlitzohr bekannt, worauf auch sein Spitzname, zu deutsch etwa „Bürschchen“ anspielt. Anders als die Bosse Hoeneß und Rummenigge und auch Amtsvorgänger Sammer versteht sich der charismatische Bosnier allerdings im öffentlichen Umgang auf Charme und Diplomatie. Ob er damit die von den Bayern ausgerufene Speerspitze der „Abteilung Attacke“ verkörpern kann, muss sich zeigen. Die Bayern müssen vor allem vermeiden, den Eindruck einer B-Lösung zu vermeiden. Auf der Suche nach einem Sportdirektor hatten sich die Münchner zuletzt Absagen eingehandelt. So lehnte etwa Wunschkandidat Philipp Lahm den Job überraschend ab. Auch den renommierten Gladbacher Manager Max Eberl zog es nicht an die Isar.

Von

dpa

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