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04.01.2013

15:58 Uhr

Sammer versus Löw

„Bayern ist besser als die DFB-Elf“

Bayern München spielt besser als die National-Elf gegen Italien – damit stichelt Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer. Löw weist die Kritik zurück. Mittlerweile haben Löw und Sammer telefoniert und die Sache klargestellt

Ist der FC Bayern München besser als die Nationalmannschaft? Ja, sagt der Sportdirektor des FC Bayern München, Matthias Sammer. dpa

Ist der FC Bayern München besser als die Nationalmannschaft? Ja, sagt der Sportdirektor des FC Bayern München, Matthias Sammer.

MünchenDas glanzvolle 2:0 der Bayern gegen Juventus Turin im Champions League-Viertelfinale sorgt für eine Debatte über die Leistung und Stärke der deutschen Nationalelf. Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer bescheinigt dem eigenen Team, es besser gemacht zu haben als die DFB-Auswahl gegen Italien (1:2) bei der EM im vergangenen Sommer.

Sammer hatte nach dem Münchner Triumph gesagt: „Das Stören in der ersten Linie vorne, das war entscheidend, weil damit alle Spieler mitgezogen werden. Die Abstände waren klein, die Zweikampfstärke war erkennbar und das, was uns ein bisschen kaputt gemacht hat beim Spiel gegen Italien im Halbfinale 2012, war in Spielzügen ja die gleiche Strategie von Juve – und wir haben es besser verteidigt, inklusive Pirlo weggenommen.“

Termine der Nationalmannschaft 2013

29. Mai

Während der USA-Reise ist am 29. Mai ein Testspiel in Boston oder New York geplant.

14. August

Im August gastiert die deutsche Elf in Brasilien, um sich in einem Testspiel zu beweisen.

6. September

Das WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich wird in München ausgetragen.

10. September

In Torshavn findet das WM-Qualifikationsspiel gegen Färöer Inseln statt.

11. Oktober

In Köln tritt die deutsche Nationalmannschaft zur WM-Qualifikation gegen Irland an.

15./19. November

Für diese Tage sind die WM-Playoffs oder Freundschaftsspiele geplant.

6. Dezember

An diesem Tag findet die WM-Gruppenauslosung in Salvador statt.

Dem wiederspricht Joachim Löw. „Man kann das EM-Halbfinale und das Champions-League-Spiel nicht vergleichen. Schon wegen der unterschiedlichen Besetzung“, sagte Löw der Bild-Zeitung. Zwar standen am 28. Juni 2012 in Warschau bei der EM acht Bayern-Profis und sechs Juve-Spieler auf dem Platz, doch, so betonte Löw: „Die italienischen Nationalspieler Balotelli und Cassano zum Beispiel sind gar nicht bei Juventus. Und Pirlo (der Regisseur beider Mannschaften, d. Red.) hatte diesmal einen selten schwachen Tag. Aber der FC Bayern hat es auch sehr gut gelöst.“

So verdiente Bayern München im Geschäftsjahr 2010/2011 sein Geld

Ticketerlöse

Die Allianz Arena ist regelmäßig ausverkauft. Obwohl die Bayernweniger Heimspiele hatten als in der Vorsaison, konnten sie ihre Ticketeinnahmen um acht Prozent auf 72 Millionen Euro steigern. Grund: Höhere Kartenpreise und attraktivere Gegner im DFB-Pokal.

TV-Vermarktung

In der vergangenen Saison war die Champions League für Bayern schon nach dem Achtelfinale beendet. In der Vorsaison war München bis ins Finale gekommen und verdiente so dank internationaler TV-Einnahmen rund zwölf Millionen Euro mehr. Insgesamt sanken die TV-Erlöse im Vergleich zur Vorsaison um 14 Prozent auf 72 Millionen Euro.

Werbung, Merchandising und Sonstiges

Bayern verdient in diesem Bereich mehr als jeder andere europäische Top-Verein. Insgesamt flossen 178 Millionen Euro in die Kasse der Münchener, drei Prozent mehr als in der Saison 2009/2010. Die Unternehmensberatung Deloitte rechnet hier auch in Zukunft mit guten Ergebnissen. Mit den wichtigen Partnern Audi und Adidas hat der Klub langfristige Verträge geschlossen.

Unterstützung bekommt Löw von DFB-Sportdirektor Robin Dutt. Er argumentierte in der Münchner tz wie Löw. „Ich würde nur sehr ungern die eine sehr gute Mannschaft, also die Bayern, gegen die andere sehr gute Mannschaft, also die Nationalmannschaft, aufwiegen – weil das doch ein Vergleich ist, der unrealistisch ist“, sagte er.

Klubs hätten „immer die Möglichkeit, eine Weltauswahl zu sein“ – anders als eine nationale Auswahl. „Bayern und die deutsche Nationalmannschaft sind absolute Top-Mannschaften, die auf einem Niveau mit Barça, Real und der spanischen Nationalmannschaft sind. Das ist ein Niveau, auf dem am Ende die Tagesform entscheidet“, ergänzte Dutt.

Matthias Sammer ist derweil zurückgerudert. „Ich habe das Spiel taktisch analysiert und gesehen, dass die Spielanlage, das Aufbauspiel, wie es Juve gespielt hat, mir in der Form das letzte Mal im EM-Halbfinale bei den Italienern begegnet ist. Und ich habe analysiert, dass wir sehr gut verteidigt und Andrea Pirlo konsequent rausgenommen haben. Ich habe überhaupt niemanden miteinander verglichen", sagte er in einem Interview mit dem Sportinformationsdienst (SID).

Juventus habe im Mittelfeld versucht, Passwege auf die beiden Stürmer aufzumachen, sich breitgestellt, um schnell auf die beiden Spitzen zu spielen, die sich gestaffelt bewegt hätten. Diese Spielanlage war laut Sammer bei Italien ähnlich. „Aber ein Vergleich ist unzulässig! Ich habe nie gesagt: Wir haben es besser oder schlechter gemacht."

Sammer habe sogar kurz mit Löw telefoniert. „Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht verglichen habe, sondern, wie ich Ihnen das jetzt sage, dass es mir darum ging, etwas taktisch darzustellen und sachlich zu beschreiben. Mein Eindruck war der eines vollständigen Verständnisses von seiner Seite."

Von

deli

Kommentare (5)

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Be_samer

04.04.2013, 13:59 Uhr

Nur nicht die DFB - Auswahl überschätzen..., das fängt schon beim Bundesjogi an und endet beim Niersbach dem Erbpräsidenten. Löw ist ein durchschnittlicher 2. Ligatrainer mit Starallüren.

Account gelöscht!

04.04.2013, 18:52 Uhr

Endlich widmet man sich beim FCB mal den wichtigen Fragen. Überheblichkeit? Keine Spur. Alles Fakten.

Ingo

04.04.2013, 20:39 Uhr

Der Unterschied dürfte auch dem Herrn Sammer bekannt sein: die DFB-Mannschaft ist eine nationale Selektion. Der FC Bayernm ist eine zusammengekaufte Fremdenlegion, garniert mit wenigen Eigengewächsen.

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