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15.08.2015

10:09 Uhr

SC Paderborn

Fans sind sauer über Eintrittspreise

VonHilal Kalafat

Wie erwartet ist Paderborn wieder aus der Bundesliga abgestiegen. Wirtschaftlich hat der Verein das Abenteuer gut überstanden. Doch der Ärger der Fans über die Ticketpreise bleibt. Ein Gespräch mit Manager Michael Born.

Die Paderborner Fans stehen auch nach dem Bundesliga-Abstieg zu ihrem SC. Für Unmut sorgen allerdings die erhöhten Preise für die neue Saison. dpa

Treue Paderborner Fans

Die Paderborner Fans stehen auch nach dem Bundesliga-Abstieg zu ihrem SC. Für Unmut sorgen allerdings die erhöhten Preise für die neue Saison.

DüsseldorfEs ist noch gar nicht so lange her, da war der SC Paderborn der „krasseste Außenseiter der Bundesliga-Geschichte“ – so sah es zumindest der damalige Trainer André Breitenreiter. Beim Bundesliga-Start wird der Verein aber nicht mehr dabei sein. Denn der SCP ist wieder in der 2. Liga – und will die Außenseiter-Rolle gegen die des Favoriten eintauschen – der Favorit, der einen Wiederaufstieg schaffen kann.

An die vergangene Saison muss Manager Michael Born noch oft denken. „Wir müssen das hinter uns lassen und nach vorne schauen. Es geht schließlich weiter“, sagt er. Borns Fazit für die 1. Bundesliga: „Wir haben uns gut verkauft“. Nicht jede Niederlage in der vergangenen Saison sei negativ zu bewerten, sagt er weiter.

Viel Zeit für Trauer blieb dem Paderborner Manager sowieso nicht: Die Kritik um die Preispolitik des Vereins hielt noch an, dem Kader drohte der Ausverkauf, Trainer André Breitenreiter ging zu Schalke 04, und auch sein eigener Vertrag lief aus. Letzteres war mit einem guten Angebot schnell geklärt, Born fühlt sich schließlich wohl in Paderborn.

 

Der SC Paderborn in der zweiten Liga (1)

Ungewisse Zukunft

Acht Abgänge standen zu Beginn der Vorbereitung im Juni bereits fest. Bei weiteren sechs Spielern war die Zukunft wegen vorhandener Ausstiegsklauseln noch unklar. Es gelang Michael Born, Leistungsträger wie Moritz Stoppelkamp, Marvin Bakalorz und Torwart Lukas Kruse von einem Verbleib in Paderborn zu überzeugen.

Süleyman Koc

Bei Süleyman Koc scheiterte ein Wechsel zum Hamburger SV an der Ablösesumme – 2,5 Millionen wollte Paderborn für ihn. Koc warf dem Verein deshalb Geldgier vor. „Diese Dinge sind ausdiskutiert. Zudem weiß Süleyman, dass es für ihn wichtig ist, wieder eine gute Saison zu spielen. So bleibt er im Fokus“, so Trainer Markus Gellhaus zur „Bild“-Zeitung.

Nicht mehr dabei

Nicht mehr dabei sind allerdings Stammspieler wie Elias Kachunga (FC Ingolstadt), Jens Wemmer (Panathinaikos Athen), Christian Strohdiek (Fortuna Düsseldorf), Mario Vrancic (SV Darmstadt 98) und Uwe Hünemeier (Brighton & Hove Albion).

Der Rückkehrer I

Bei den Neuzugängen stechen vor allem zwei Rückkehrer ins Auge. Proschwitz spielte bereits in der Saison 2011/12 in Paderborn, wurde mit 17 Treffern Torschützenkönig in der 2. Bundesliga und wechselte nach der Spielzeit zu Hull City. Nach diversen Auftritten als Leihspieler bei Coventry City und einem Wechsel zum FC Brentford hofft er nun, in Paderborn an seine Leistungen anzuknüpfen. Nicht nur Proschwitz kehrt zurück, sondern auch...

Der Rückkehrer II

Auch für Marcel Ndjeng ist Paderborn kein Neuland, er stand hier bereits 2006 für ein Jahr unter Vertrag. Der mittlerweile 33-Jährige kam ablösefrei von Hertha BSC und soll in Paderborn im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen.

Wo aber der SCP sportlich steht, ist noch schwer einzuschätzen, denn der Verein hat einen personellen Umbruch hinter sich. Viele Stammspieler sind gegangen, acht neue Profis hinzugekommen. Und dann die Überraschung in dieser Woche: Kapitän Uwe Hünemeier verlässt den Zweitligisten und geht nach England, wechselt zum Zweitliga-Club Brighton & Hove Albion.

„Bei der Ablösesumme mussten wir aus kaufmännischen Gründen zustimmen. Wir sind nicht in der Lage die Wunschgehälter für die Spieler zu zahlen. Außerdem besaß Hünemeier in seinem bis 2016 laufenden Vertrag sowieso eine Abstiegsklausel ab der kommenden Wintersaison, die nicht so hoch war“, sagt Born.

Mit Hünemeier verliert der Absteiger wohl seinen wichtigsten Führungsspieler. Das weiß auch Born. „Wir wollten den Wechsel verhindern, doch es macht keinen Sinn, einen Spieler gegen dessen Willen zu halten.“ Um den Verlust das Kapitäns und der Spieler zu kompensieren brauchen die Paderborner viel Geduld und Zeit.

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Born ist dennoch optimistisch: „Wir müssen uns in der 2. Liga wieder behaupten. Dafür haben wir bessere Rahmenbedingungen als andere Vereine. Wir waren vor einem Jahr keine normalen Aufsteiger und sind auch jetzt keine normalen Absteiger.“ Damit meint er unter anderem: Der SCP war der einzige Verein in der 1. Liga mit einem gemieteten Team-Bus, die Benteler-Arena fasste nur 15.000 Zuschauer und eine Scouting-Abteilung gab es bis zum Aufstieg gar nicht. 

Seit dem Abstieg hat sich zwar viel verändert beim SC Paderborn, dennoch profitiert die Mannschaft von der 1. Liga. Die Zahlen sprechen für sich, meint Born: „Wir haben mehr Dauerkarten verkauft. Vor der 1. Liga gab es nur 1.800 Vereinsmitglieder, jetzt sind es über 10.000“.

Nach dem Abstieg sei aber die Zahl der verkauften Dauerkarten zurückgegangen. „Waren es in der 1. Liga 10.912 Dauerkarten, sind es in dieser Saison 5.566. Das war aber keine Überraschung für uns“, sagt der Geschäftsführende Vize-Präsident Martin Hornberger. Im Vergleich zur Aufstiegssaison habe sich die Zahl aber mehr als verdoppelt. Auch bei den Preisen für die Dauerkarten habe sich mittlerweile etwas getan.

Die Kritik an der Preispolitik des Vereins besteht schon seit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga. Damals waren Fans verärgert darüber, dass die Preise viel zu hoch sind. Auch der Startschuss zum Dauerkarten-Verkauf in der aktuellen Saison lief nicht erfreulich. Doch gegenüber der 1. Liga seien die Preise gesenkt worden, bestätigt Hornberger. „Im Vergleich zu den Preisen der Aufstiegssaison wurden sie allerdings erhöht. Schließlich bieten wir höherwertigeren Fußball und Entertainment, das auch seinen Preis hat.“

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