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22.08.2014

18:44 Uhr

SC Paderborn in der Bundesliga

Aufgestiegen ohne abzuheben

VonVictor Fritzen

Der SC Paderborn startet am Sonntag mit einem Mini-Etat in seine erste Bundesliga-Saison. Wie der bodenständige Aufsteiger die Klasse halten will – und warum er dabei nicht mehr nur auf den regionalen Mittelstand setzt.

SC Paderborn ist bereit für die neue Herausforderung

Der Neuling in der 1. Bundesliga

SC Paderborn ist bereit für die neue Herausforderung: Der Neuling in der 1. Bundesliga

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PaderbornBeim SC Paderborn 07 hatten sie dieser Tage ein Problem. Keines, das sie nicht hätten lösen können. Die neuen Trikots wurden nämlich knapp, einige Größen waren vergriffen. Die Merchandising-Abteilung orderte eilig einen frischen Satz der begehrten Textilien, so dass spätestens zur Bundesliga-Premiere an diesem Sonntag gegen den FSV Mainz 05 wieder alle Größen erhältlich sein sollen.

Der kurzzeitige Engpass ist zwar nicht repräsentativ für das, was sich derzeit rund um den Überraschungsaufsteiger aus Ostwestfalen-Lippe abspielt. Er dient jedoch als Sinnbild für jene Entwicklung, die ein Verein, die eine Region in den vergangenen Monaten und Jahren genommen hat, dessen vorläufiger Höhepunkt der Erstliga-Aufstieg im Mai gewesen ist.

Und wenn am Sonntag um 15.30 Uhr gegen den FSV Mainz 05 das erste Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte angepfiffen wird, werden 15.000 erwartungsfreudige Zuschauer in der Benteler-Arena dabei sein, 1500 davon als rheinhessische Gäste. Mehr passen nicht rein, Paderborn hat die mit Abstand kleinste Spielstätte der Liga.

Der Bundesligaaufsteiger SC Paderborn 07

Verein

Der SC Paderborn 07 entstand 1985 unter dem Namen TuS Paderborn-Neuhaus durch eine Fusion des TuS Schloß Neuhaus und des 1. FC Paderborn. Beide Vereine waren früher bereits durch Fusionen entstanden.

Ursprünge

Der SC Paderborn 07 (SCP) ist aus einer Vielzahl von Vorgängervereinen hervorgegangen. Nahezu unbekannt ist heute, dass „Arminia Neuhaus“ im Jahr 1907 der Ausgangspunkt für die vielschichtige Historie war. Dieser Verein ist einer von vier Grundsteinen. Die drei Urvereine, aus denen der heutige SC 07 entstanden ist, waren der FC Preußen Paderborn von 1908, der ein Jahr ältere SV 07 Neuhaus und der TuS Sennelager von 1910.

Der große Misserfolg

Ein Verein aus Paderborn, der TuS Schloß Neuhaus, war in der Saison 1982/1983 nicht erfolgreich in der zweiten Liga. Deshalb bündelte man in Paderborn 1985 die Kräfte. TuS Schloß Neuhaus und FC Paderborn schlossen sich zum TuS Paderborn/Neuhaus zusammen. Dieser Verein wurde 1997 in SC Paderborn 07 umbenannt.

Kader

Der geschäftsführende Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer Hornberger beziffert den Lizenzspieler-Etat auf 17 Millionen Euro, das Gesamtbudget auf 34 Millionen Euro – das ist Liga-Minus.

Sponsoren

Trikotsponsor ist kfzteile24. Ausrüster ist Sport-Saller.

Stadion

Das Stadion ist sehr klein. Es passen 15.000 Personen hinein, davon 5800 Sitzplätze und 9200 Stehplätze. Es wurde für 25 Millionen Euro gebaut. Die Namensrechte liegen bei der Benteler Deutschland GmbH. Bis 2017 garantiert dies eine Einnahme von 300.000 Euro.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 3,00 Euro
Ein Bier der Marke Warsteiner (0,4 l) kostet: 3,00 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,00 Euro

Kurzzeitig hatte der Verein darüber nachgedacht, sein trautes Heim unweit der A33, von seinen Gegnern auch gehässig als Wellblech-Palast tituliert, um 3000 Plätze aufzustocken. Doch diese Idee wurde wieder verworfen. Denn die Geschäftsführung um den diplomierten Sportlehrer Martin Hornberger will das finanzielle Risiko (vorerst) gering halten und den Erfolg nicht um jeden Euro erzwingen: „Wer weiß denn, was in einem Jahr ist? Uns geht es erst einmal darum, solide und nachhaltig zu wirtschaften.“

Und doch: „Die Pläne habe ich weiter auf dem Tisch, und wir werden auch bald Bauanträge stellen“, kündigte Präsident Wilfried Finke jüngst im Gespräch mit dem Westfalen-Blatt an. Zunächst gelte es, die neue Saison zu leben und die Nachfrage für die Saison 2015/2016 zu erspüren. „Wir werden nicht übereilt ausbauen und kaufmännischen Blödsinn machen. Ich sehe auch gar nicht ein, warum sich der Verein wieder neu verschulden soll“, sagte Finke.

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