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25.07.2014

15:00 Uhr

SC Paderborn

Testspiel gegen Haifa soll doch stattfinden

Nach den Zuschauer-Attacken auf Spieler des Fußballclubs Maccabi Haifa in Österreich sollte das Testspiel gegen den SC Paderborn wegen Sicherheitsbedenken eigentlich abgesagt werden. Doch nun ist eine Lösung gefunden.

Nach dem Sieg des SC Paderborn gegen VfR Aalen feierte Paderborn am letzten Spieltag den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nun muss wegen Sicherheitsbedenken ein Testspiel abgesagt werden. dpa

Nach dem Sieg des SC Paderborn gegen VfR Aalen feierte Paderborn am letzten Spieltag den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nun muss wegen Sicherheitsbedenken ein Testspiel abgesagt werden.

KirchbichlDas für Samstag geplante Testspiel zwischen Maccabi Haifa und Fußball-Bundesligist SC Paderborn in Österreich soll nun doch stattfinden. Nachdem die Gemeinde Kirchbichl in Tirol die Partie wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hatte, steht nun Leogang im Bundesland Salzburg als Austragungsort fest, wie Bürgermeister Josef Grießner am Freitag bestätigte. „Wir haben die Zusage vom Innenministerium, dass die Sicherheit gewährleistet ist“, sagte er.

Maccabi Haifas Testspiel gegen OSC Lille in Bischofshofen war am Mittwochabend abgebrochen worden, nachdem rund 20 anti-israelische Demonstranten Haifa-Spieler in der 85. Minute das Spielfeld gestürmt und die israelischen Spieler tätlich angegriffen hatten. Die österreichischen Behörden ermitteln gegen rund 20 vorwiegend türkischstämmige Männer unter anderem wegen des Verdachts auf Verhetzung und schwere Körperverletzung.

Fragen und Antworten zum Gaza-Konflikt

Worum geht es der Hamas?

Die radikalislamische Hamas-Bewegung kämpft um ihr Überleben. Im Westjordanland wurde sie in den vergangenen Wochen durch Massenverhaftungen und Beschlagnahmungen fast zerschlagen, im Gazastreifen ist sie nach dem Machtwechsel in Ägypten isoliert und finanziell liegt sie am Boden - "sie hat nichts mehr zu verlieren", sagt Muchaimer Abu Saada, Politikprofessor an der Al-Aksa-Universität in Gaza. Deshalb sucht die Hamas die Unterstützung der breiten palästinensischen Bevölkerung durch schnelle Erfolge - sei es die Aufhebung der Gaza-Blockade, sei es durch einen spektakulären Angriff auf israelische Ziele. Deshalb weitete sie diese Woche Ziele und Zahl ihrer Raketenangriffe aus und startete Kommandoaktionen mit Tauchern und durch Geheimtunnel.

Was will Israel erreichen?

„Am Ende darf die Hamas keine Mittel mehr besitzen, um Raketen zu fabrizieren“, sagt Gilad Erdan, Angehöriger des Sicherheitskabinetts und in der Regierung für das Ressort Umwelt zuständig. Anders als bei der Eskalation im November 2012 will sich Israel diesmal nicht mit einer Feuerpause zufriedengeben. Die Regierung stimmt die Bevölkerung deshalb auf einen längeren Waffengang und mögliche eigene Verluste ein.

Entsendet Israel Bodentruppen nach Gaza?

Zwei unterschiedliche Bodeneinsätze werden diskutiert: Eine langanhaltende Invasion hätte zum Ziel, wie im Westjordanland alle Strukturen der Hamas zu zerschlagen. Kürzer könnte ein Einmarsch verlaufen, der sich auf die nachhaltige Schwächung der bewaffneten Gruppierungen in dem Küstengebiet konzentriert. "Die Hamas rechnet nur mit einer begrenzten Bodenoffensive Israels, da eine Wiederbesetzung des Gazastreifens praktisch unmöglich ist", sagt Abu Saada. Gegenwärtig bringt Israel 30.000 Soldaten in Stellung und rüstet sie aus. Kommt es zu tödlichen Angriffen in Israel, würde dies den Invasionsbefehl beschleunigen.

Wie lang kann die Hamas ihr Drohpotenzial aufrecht erhalten?

Israelische Militärexperten schätzen die Feuerkraft der Hamas auf rund 10.000 Raketen sehr unterschiedlicher Reichweite - wobei sie in den vergangenen Tagen damit überraschte, dass ihre Projektile Ziele in 160 Kilometern Entfernung im Norden Israels erreichten. Die mehrere hundert Raketen größerer Reichweite in ihrem Besitz wird die Hamas aber nur sehr kalkuliert einsetzen, erwarten die Experten. Amos Gilad, Strategieberater im Verteidigungsministerium, sagt, es sei sehr unwahrscheinlich, dass die libanesische Hisbollah der Hamas durch gleichzeitigen Raketenbeschuss aus dem Südlibanon zu Hilfe kommt.

Wie kann das Ausland helfen?

Alle schauen hier zuerst nach Ägypten, das Beziehungen zu Israel und zu den Palästinensern unterhält und 2012 erfolgreich tätig wurde. „Eine Vermittlungsinitiative im eigentlichen Sinne gibt es derzeit nicht“, sagt dazu Badr Abdel Lati, Sprecher des Außenministeriums in Kairo. Entsprechende Kontakte hätten „zu keinem Ergebnis geführt“. Da die aktuelle ägyptische Regierung die Hamas als feindliche Organisation einstuft, ist sie zudem kaum bereit, deren Bedingungen für einen Waffenstillstand gegenüber Israel nachdrücklich zu vertreten. Professor Abu Saada rechnet deshalb damit, dass die Islamisten das Emirat Katar oder die Türkei als Vermittler anrufen könnten.

Der israelische Fußballer Dekel Keinan von Maccabi Haifa äußerte sich per Twitter zu den Vorfällen: „Wir sind 85 Minuten lang beschimpft worden, weil wir Israelis sind. Was würdet ihr tun, wenn eine Gruppe von Antisemiten mit Flaggen mit der Aufschrift „Tod für Israel“ auf euch zurennen und euch ins Gesicht spucken würde?“, schrieb er. Er habe das Gefühl gehabt, „dass ich mich und meine Mitspieler beschützen und auf diese Provokationen reagieren muss“. Ein Bild von dem Vorfall zeigte Keinan, wie er zu einem Tritt gegen einen pro-palästinensischen Aktivisten ausholt. Österreichische Politiker verurteilten den Angriff auf die Israelis einhellig.

Maccabi Haifa hatte anschließend am Donnerstagabend im Tiroler 1100-Einwohner-Ort Hochfilzen ein Testspiel gegen den albanischen Club KS Teuta Durres absolviert. Nach Polizeiangaben waren rund 100 Zuschauer dabei. „Es gab keine Probleme oder Zwischenfälle“, sagte ein Sprecher. Die Polizei sei vor Ort einsatzbereit gewesen.

Von

dpa

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