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10.03.2011

14:04 Uhr

Schalke-Coach vor dem Aus

Clemens Tönnies rechnet knallhart mit Felix Magath ab

Die Spekulationen über einen sofortigen Rauswurf von Felix Magath beim FC Schalke verdichten sich. Aufsichtsratschef Tönnies rechnet mit dem Trainer ab und wirft ihm "unmenschlichen Umgang" und ein "verlorenes Jahr" vor.

Was für ein Theater: Vor dem Champions-League-Spiel gegen Valencia sickerte durch, dass sich der FC Schalke nach der Saison von Trainer Felix Magath trennen will. Nach dem Einzug ins Viertelfinale verdichten sich die Anzeichen, dass Magaths Rauswurf sofort erfolgen soll. Quelle: dpa

Was für ein Theater: Vor dem Champions-League-Spiel gegen Valencia sickerte durch, dass sich der FC Schalke nach der Saison von Trainer Felix Magath trennen will. Nach dem Einzug ins Viertelfinale verdichten sich die Anzeichen, dass Magaths Rauswurf sofort erfolgen soll.

GelsenkirchenEs war genau eine Minute vor zwölf, als Felix Magath vor die Tür trat. Demonstrativ lächelnd ließ sich der Trainer und Manager von Schalke 04mit den Fans fotografieren, amüsierte sich über die wartenden Journalisten und stiegkommentarlos in seinen Dienstwagen. Hartnäckig hielten sich die Gerüchte, dass es die letzte Abfahrt des 57-Jährigen auf Schalke sein könnte.

"Es gibt heute keine offizielle Stellungnahme", erklärte in seinem Schlepptau Sprecher Rolf Dittrich. Und auch aus der Führungsetage des Klubs gab es ein klares Nein auf die Frage, ob am Tag nachdem 3:1 (1:1)-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Valencia etwas passiere. Die turnusmäßige Pressekonferenz am Freitagmittag vor dem Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15.30Uhr/Sky und Liga total!) gegen Eintracht Frankfurt soll mit dem Cheftrainer stattfinden.

Die Uhr für Felix Magath ist dennoch abgelaufen. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies ließ daran keinen Zweifel. "Wir müssen die Reißleine ziehen. Völlig unabhängig von der Champions League. Im Verein brennt es lichterloh", sagte der Fleischfabrikant dem Fachmagazin "kicker".

Tönnies rechnete regelrecht ab mit dem Münchner und Wolfsburger Meistertrainer, den er vor 21Monaten noch als Retter für den angeschlagenen Klub geholt hatte. "Unmenschlichen Umgang" warf er Magath vor und sprach von einem "verlorenen Jahr".

Das Training nach dem Einzug ins Champions-League-Viertelfinale überließ Magath seinen Assistenten Seppo Eichkorn und Bernd Hollerbach. Die wenigen Kiebitze im alten Parkstadion warteten zunächst vergeblich auf den Cheftrainer. Erst später traf er auf dem Vereinsgelände ein und verschwand im Mannschaftstrakt des Reha-Zentrums.

Kommentare (3)

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my2cents

10.03.2011, 15:54 Uhr

Man wollte Magath, man bekam Magath !

Mein alter Herr sagte immer:
wasch mich, aber mach mich nicht nass hat noch nie funktioniert !
Hier siegen die alten Zöpfe !
Leider hat der AR nicht die Eier, diese erfolgreich abzuschneiden.

Null5

10.03.2011, 17:30 Uhr

Wenn das Fanwohl wichtiger als eine Meisterschaft oder erfolgreicher Fussball, auf welcher Ebene auch immer, muss man Konsequenzen ziehen. Aber man sollte dann auch nicht die Parole Meisterschaft ausgeben. Das unerwartet erfolgreiche erste Jahr führt wohl bei einigen zur Hybris. Fussball verläuft nicht nur linear. Eher wird Lüdenscheid noch 5x Meister und Gaddafi Ehrenvorsitzender im UN-Sicherheitsrat, als das Schalke Meister ohne Magath wird.

Licualagrandis

10.03.2011, 23:13 Uhr

Schalke entwickelt sich immer mehr zum Karnevalsverein. Den Aufsichtsrat und seinen Vorsitzenden kann man nicht mehr ernst nehmen. Wer vor einem wichtigen Champions League Spiel einen erfolgreichen Trainer derart diskreditiert, dem geht es nicht um das Wohl des Vereins sondern um die Befriedigung persönlicher Machtgelüste. Der Aufsichtsrat von Schalke ist wohl über das Stadium des Kindergartenalters nicht hinausgekommen.

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