Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2014

22:55 Uhr

Schwache Vorstellung des Weltmeisters

Deutschland mit glanzlosem Sieg gegen Gibraltar

Von Torfestival keine Spur: Deutschland schleppt sich zu einem müden 4:0 gegen Gibraltar und zeigt vor allem Fehlpässe und -schüsse. Eine enttäuschende Vorstellung, an deren Ende immerhin der Pflichtsieg steht.

Sah einne glanzlosen Sieg seines Teams: Bundestrainer Joachim Löw. dpa

Sah einne glanzlosen Sieg seines Teams: Bundestrainer Joachim Löw.

NürnbergVon wegen Torrekord: In einem absurden Spiel haben sich die Fußball-Weltmeister gegen den großen Außenseiter Gibraltar mit einem 4:0 (3:0) begnügt. Thomas Müller (12./29. Minute) mit seinem fünften Doppelpack für Deutschland und Mario Götze (38.) überwanden am Freitagabend vor 43 520 Zuschauern in der ausverkauften Nürnberger Arena die Abwehrwand der Amateure aus Südeuropa. Treffer Nummer vier steuerte Yogan Santos (67.) per Eigentor bei.

Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw holte somit die fest programmierten drei Punkte in der EM-Qualifikation, offenbarte aber eine mangelhafte Torausbeute. Die Partie war praktisch ein Muster ohne Wert. Die Gäste verteidigten praktisch permanent mit neun Spielern den eigenen Strafraum.

Am Dienstag im Test gegen Europameister Spanien erwartet die Nationalmannschaft, in der der Kölner Jonas Hector als 74. Neuling unter Löw sein Debüt gab, ein komplett anderes Spiel und eine wirkliche Kraftprobe zum Abschluss des WM-Jahres.

So einseitig wie das 117. Länderspiel unter Löws Regie verlief wohl selten zuvor eine Begegnung der Nationalmannschaft. Das Duell gegen die Freizeitkicker aus dem Süden Europas geriet von der ersten Minute an zum Einbahnstraßen-Fußball, bei dem die voll auf Offensive getrimmten Weltmeister kaum eine Gelegenheit zum Abschluss ausließen.

Allerdings hatten es die Angreifer gegen meist mit zehn Spielern am eigenen Strafraum versammelte Gäste schwer wie lange nicht, eine Lücke zu finden. Immerhin erfüllte sich für Gibraltar ein Traum, mit vier Gegentreffern kamen die Amateure vom Affenfelsen deutlich glimpflicher davon als Brasilien im WM-Halbfinale.

Auch weil die Mannschaft wenig zu inspiriert wirkte und Ideen und Präzision vermissen ließ, blieb das allseits erwartete Torfestival im zweistelligen Bereich aus. Die Spieler erfüllten zwar Löws Forderungen und hielten ihre Positionen, doch wiederholt standen sich die vielen Offensivkräfte gegenseitig im Weg.

Gegen die mit Herz und Leidenschaft verteidigende „Rote Wand“ hinterließ die rechte Seite mit Shkodran Mustafi und dem sehr spielfreudigen Karim Bellarabi einen stärkeren Eindruck als die linke. Dort versuchte sich Rückkehrer Lukas Podolski häufig mit Fernschüssen, die sich allesamt in der engmaschigen Abwehr verfingen.

Jerome Boateng hatte in seinem 50. Länderspiel als Chef einer Dreier-Abwehrkette neben Mustafi und Erik Durm immer wieder Zeit, sich als Ballverteiler im Mittelfeld zu betätigen. Letztmals in einem 3-5-2-System hatte die DFB-Auswahl im November 2011 in der Ukraine gespielt, damals war das Experiment beim 3:3 missglückt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×