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27.10.2015

12:46 Uhr

Schwarzgeld-Affäre beim DFB

Zwanziger belastet Fifa-Funktionär Dempsey

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger legt im möglichen Bestechungsskandal um die WM 2006 nach. Dokumente zeigen womöglich die Bestechung einen Fifa-Funktionärs. Auch DFB-Sponsoren verlangen jetzt lückenlose Aufklärung.

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger ist um Aufklärung bemüht. dpa

Kronzeuge in der WM-Affäre

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger ist um Aufklärung bemüht.

FrankfurtTheo Zwanziger hat seinen Verdacht eines „Schmiergeldteppichs“ rund um die WM-Vergabe 2006 konkretisiert und verweist auf eine mögliche Bestechung des FIFA-Funktionärs Charles Dempsey. Dies lässt sich aus einer Notiz ableiten, die der frühere DFB-Präsident in einem 2012 veröffentlichten Dokument aus dem Verfahren gegen den ehemaligen Rechtevermarkter ISL gemacht hat. Dieses Schriftstück veröffentlichte die „Bild“-Zeitung (Dienstag) nach einem Treffen mit Zwanziger.

In der Auflistung von Überweisungen, die sich in der Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Zug aus dem Jahr 2010 findet, steht neben einem Geldtransfer am 5. Juli 2000 über 250 000 US-Dollar die Bemerkung: „Dempsey!“

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Franz Beckenbauer hat in der Affäre um die WM 2006 ein „Fehler“ eingeräumt. Er übernehme die Verantwortung, dass das Organisationskomitee auf einen ominösen Fifa-Vorschlag eingegangen sei. Viele Fragen bleiben aber offen.

Der inzwischen gestorbene Neuseeländer hatte sich einen Tag später bei der Abstimmung über den WM-Ausrichter 2006 enthalten, Deutschland setzte sich mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durch. Über einen Verdacht, dass es sich bei dem anonymisierten Zahlungsempfänger „E16“ um Dempsey handelt, hatten Medien bereits in der Vergangenheit berichtet.

In den entscheidenden Wahl-Minuten habe er „nicht tolerierbaren Druck“ verspürt, verriet Dempsey später. „Einflussreiche europäische Interessen-Gruppen“ hätten ihm klargemacht, dass ein Votum für den eigentlichen Favoriten Südafrika Konsequenzen haben würden, ließ Dempsey wissen.

Zwanziger hatte in der Affäre um eine 6,7 Millionen Zahlung vor der WM 2006 berichtet, dass er 2012 „aus Informationen der dann geöffneten ISL-Akte, dem dort wiedergegebenen Schmiergeldteppich“ neue Erkenntnisse gewonnen hätte.

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