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05.12.2014

18:03 Uhr

Schwieriges Heimspiel für BVB

High Noon für Jürgen Klopp

VonThomas Schmitt

Schicksalsspiel für Borussia Dortmund und Trainer Jürgen Klopp: Gegen Hoffenheim muss der BVB gewinnen. Egal wie. Alles andere als drei Punkte wären eine Niederlage. Und ob die Fans dann weiter hinter Klopp stehen?

Jürgen Klopp: „Wir müssen zeigen, was wir draufhaben.“ Reuters

Jürgen Klopp: „Wir müssen zeigen, was wir draufhaben.“

DüsseldorfAlle reden über Jürgen Klopp. Der Strahlemann und Medienstar hat Borussia Dortmund zwei Mal unerwartet einen Meistertitel beschert. Und dann sogar noch das Finale in der Champions League. Doch nun ist er mit seinem Team Letzter in der Bundesliga – und das obwohl die Mannschaft in der europäischen Königsklasse scheinbar mühelos ins Achtelfinale marschiert ist.

Nach den ungeschriebenen Gesetzen der Bundesliga müsste Klopp jetzt eigentlich entlassen werden. Doch in Dortmund mag im Management keiner auch nur andeutungsweise darüber reden. Und das obwohl der Verein an der Börse notiert ist und der Aktienkurs natürlich unter den zahlreichen Pleiten in der Bundesliga leidet.

Man vertraue dem Coach, „und auch die Mannschaft vertraut Jürgen Klopp komplett - so wie sie es immer getan hat“. Das sagte Vereinsboss Hans-Joachim Watzke in einem Interview in der FAZ. Er will Ruhe, keine Hektik und vor allem Panikmache verhindern. „Wir benötigen keinen Plan B, selbst dann nicht, wenn bis zur Winterpause weitere Spiele verloren gehen sollten.“

Borussia Dortmund: Die Baustellen von Klopp

Shinji Kagawa

Wie ein Messias wurde Shinji Kagawa bei seinem Comeback gefeiert. Doch seither ist es ruhig geworden um den Hoffnungsträger. Die Vorstellungen des kleinen Japaners geben sogar einige Rätsel auf. Die von Jürgen Klopp proklamierte „prägende Figur“ haben die Fans bisher selten gesehen.

Mats Hummels

Der Innenverteidiger sucht nach wie vor nach seiner WM-Form. Gegen Bremen wirkte er, trotz seines Anschlusstreffers, erneut unglücklich.

Nuri Sahin und Jakub Blaszczykowski

Beide waren Langzeitverletzte. Und die ersten Spiele haben sie schon wieder gemacht. Doch auf höchstem Niveau wie früher kicken sie natürlich noch nicht.

Lukasz Piszczek

Auch Verteidiger Lukasz Piszczek war in jüngster Zeit angeschlagen, wegen muskulärer Probleme. Bei einem Spieler, der von seiner Schnelligkeit lebt, ein großes Problem.

Sokratis

Abwehrspieler Sokratis ist nach seinem Wadenbeinbruch mittlerweile wieder in das Lauftraining eingestiegen. Doch fit ist er noch nicht.

Matthias Ginter

Der Ex-Freiburger hat in Dortmund noch nicht Fuß gefasst. Das zweite Gegentor für Frankfurt ging auf sein Konto, weil Ginter ungewollt für Eintracht-Stürmer Haris Seferovic (78.) auflegte. Für Klopp gehört der Treffer ins „Kuriositätenkabinett“.

Marco Reus

Keine Woche vergeht ohne ein neues Gerücht über Marco Reus. Geht er oder geht er nicht? Reus könnte die Dortmunder zum 1. Juli 2015 gegen eine Ablöse von 25 Millionen Euro vorzeitig verlassen. Derzeit ist er noch verletzt. Mal wieder.

Ilkay Gündogan

Der begnadete Fußballspieler ist zwar zurück nach seiner langwierigen Rückenverletzung. Doch ihm fehlt die Spielpraxis. Im defensiven Mittelfeld wirkt er ungewohnt unsicher.

Ciro Immobile

Die Sturmhoffnung aus Italien hat das System von Jürgen Klopp noch nicht verinnerlicht. Deshalb spielt er selten und ist daher noch nicht die erhoffte, große Verstärkung.

Andere reden dafür derzeit umso lieber und besonders häufig über Klopp. „Dass sie jetzt Tabellenletzter sind, ist überraschend und rational gar nicht zu erklären“, sagt zum Beispiel Bayer Leverkusens Fußball-Sportchef Rudi Völler in „Die Welt“. „Gefühlt ist die Borussia trotz des Abgangs von Robert Lewandowski immer noch die zweitbeste Mannschaft in Deutschland.“

Sogar der Dauerrivale im Revier, Schalke 04, verteilt Zuspruch. „Dortmund wird da unten rauskommen, denn da sind überall sehr fähige Leute am Werk, zum Beispiel mit Jürgen Klopp einer der besten Trainer in Deutschland. Der jetzige Tabellenplatz ist daher aus meiner Sicht nur eine Momentaufnahme“, sagte Sportdirektor Horst Heldt dem Fachblatt RevierSport.

Und der einstige Münchner Meistercoach Jupp Heynckes schrieb in einer Kolumne im Fußballmagazin „kicker“: Bei Jürgen Klopp könne er keinen Mangel an Selbstvertrauen erkennen. Genauso müssten die Spieler an sich glauben: „Mein Gott, es ist doch nicht so, dass sie kein Fußball spielen können.“

Kommentare (1)

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Herr Günther Schemutat

05.12.2014, 20:19 Uhr

Wenn es nicht so unglaublich klingen würde, könnte man auf die Idee kommen, hier läuft ein riesiger Wettskandal in der 1 Bundesliga. Der BVB auf Platz 18 wo Vereine wie Paderborn und Augsburg Erfolge feiern. Selbst der HSV vor dem BVB ,der Verein
der es wohl nicht mehr schafft Spieler zusammen zu stellen , die sich blind verstehen. Hauptsache billig einkaufen wird schon werden.

Der BVB wird natürlich nicht unten bleiben am Ende der Absteigertreppe, dass ist zu unwarscheinlich. Das weis auch Klopp, es sei denn, dass er beim Training zuviel Zähne seinen Spielern zeigt. Das könnte natürlich auch ein Grund für Spieler
sein, furchtsam zu spielen wie der HSV .

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