Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2015

21:50 Uhr

Sensation im DFB-Pokal

Bielefeld steht im Halbfinale

Drittligist Bielefeld darf weiter von Berlin träumen: Gegen Mönchengladbach musste die Arminia alles geben um sich ins Elfmeterschießen zu retten. Dort versagten den Fohlen dann die Nerven.

Die Bielefelder Fabian Klos (l) und Christian Müller feiern den Treffer zum 1:0. dpa

Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach

Die Bielefelder Fabian Klos (l) und Christian Müller feiern den Treffer zum 1:0.

BielefeldFavoritenschreck Arminia Bielefeld hat sein Pokal-Märchen fortgesetzt und die Hoffnungen von Borussia Mönchengladbach auf den ersten Titel seit 20 Jahren beendet. Der Drittliga-Tabellenführer setzte sich am Mittwoch im Viertelfinale mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen den Fußball-Bundesligisten durch. Damit erreichte das Team von Trainer Norbert Meier zum dritten Mal nach 2005 und 2006 das Halbfinale des DFB-Pokals.

Manuel Junglas (26. Minute) und Max Kruse (32./Handelfmeter) sorgten mit ihren Treffern vor 26 137 Zuschauern in der ausverkauften SchücoArena für das 1:1, das bis zum Ende der Verlängerung hielt. Dann wurde Bielefelds Keeper Alexander Schwolow zum Helden, als er den letzten Elfmeter von Ibrahima Traoré parierte.

Zuvor hatte die Arminia schon die Erstligisten Hertha BSC und Werder Bremen ausgeschaltet. Die im Angriff planlosen und in der Defensive wackligen Gladbacher verpassten es verdient, zum elften Mal in die Vorschlussrunde einzuziehen.

DFB-Pokal-Viertelfinale im Überblick

VfL Wolfsburg - SC Freiburg 1:0 (0:0)

Der VfL Wolfsburg feiert am Dienstag trotz schlechter Chancenverwertung ein am Ende verdientes 1:0 (0:0) gegen die Breisgauer. Nach einem engagierten Auftritt beim Zweiten der Fußball-Bundesliga fühlte sich der SC Freiburg indes um einen Elfmeter und die große Möglichkeit zum 1:1 betrogen.

Borussia Dortmund - TSG 1899 Hoffenheim 3:2 n.V. (1:2)

Am Ende einer packenden Pokalpartie umarmten sich BVB-Coach Jürgen Klopp und Hoffenheims Trainer Markus Gisdol freundschaftlich. 120 Minuten lang duellierten sich Dortmund und Hoffenheim auf Augenhöhe. Für die Entscheidung sorgte Dortmunds Oldie Sebastian Kehl (35) mit einem Sonntagsschuss. Hoffenheim hatte zwischenzeitlich sogar geführt.

DSC Arminia Bielefeld - Borussia Mönchengladbach 6:5 n.E.

Nach einem intensiven und äußerst spannenden Spiel steht Arminia Bielefeld im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Ostwestfalen schießen den Favoriten Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen aus dem Turnier. Bielefeld agiert im gesamten Spielverlauf taktisch und diszipliniert. Hinten steht die Arminia sicher, nach vorne gibt es immer wieder Offensivaktionen. Junglas bringt die Hausherren in Führung (27.). Kurz darauf verwandelt Kruse einen Handelfmeter (32.) und gleicht zum 1:1 aus. Im gesamten weiteren Spielverlauf hat Gladbach nun keine wirkliche Torchance mehr. So geht das Spiel erst in die Verlängerung und dann ins Elfmeterschießen. Raffael vergibt den ersten Schuss für die Gäste, Lorenz den letzten von Bielefeld. So steht es 4:4 nach fünf Elfmetern. Dann ist es der Gladbacher Traore, der den entscheidenden Elfmeter nicht verwandelt. Keeper Schwolow kann den Schuss parieren und Bielefeld steht verdient im Halbfinale.

Bayer Leverkusen - FC Bayern München 3:5 n.E.

In einem über 120 Minuten auf hohem Niveau ausgeglichenen Spiel lassen sich immer wieder stärkere Phasen eines der beiden Teams finden, doch in der Summe hält man sich stets die Waage. Vor der Pause mit weniger Chancen, im zweiten Durchgang dann schon mit besseren Einschussgelegenheiten, die jedoch allesamt ungenutzt bleiben. Für größere Diskussionen sorgt ein vermeintlicher Treffer von Lewandowski nach 59 Minuten, dem Schiedsrichter Zwayer jedoch die Anerkennung verweigert. In der Verlängerung hat Bayern vor der Pause Vorteile, Leverkusen wirkt dagegen in den abschließenden 15 Minuten stärker, doch auch hier will der Ball nicht ins Netz. Im Elfmeterschießen leistet sich Josip Drmic dann den einzigen, aber entscheidenden Fehlschuss - mit einem 5:3 vom Punkt ziehen die Bayern ins Halbfinale ein.

Vier Tage nach dem beeindruckenden 4:1 in Hoffenheim hatte Gladbachs Coach Lucien Favre seine Startelf nur auf zwei Positionen verändert. Thorgan Hazard und André Hahn kamen für Fabian Johnson und Raffael ins Team. Die Bielefelder konnten wieder auf ihren zuletzt gesperrten Top-Torjäger Fabian Klos bauen, Christoph Hemlein rückte ebenfalls in die Anfangsformation.

Hemlein hatte auch die erste Chance der Gastgeber, als er mit einem Fernschuss Borussen-Keeper Yann Sommer prüfte (16.). Kurz darauf verhinderte Sommer nach einem Vorstoß von Sebastian Schuppan mit einem Reflex ein Eigentor von Roel Brouwers.

Dann aber war auch Sommer machtlos. Seine Vorderleute ließen Dennis Mast gewähren, dessen Pass schlenzte Junglas von der Strafraumgrenze fein ins linke Toreck. Es war der verdiente Lohn für einen mutigen Auftritt der Arminia, die mit ihren giftigen Vorstößen immer wieder Fehler in der Defensive des Favoriten provozierte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×