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31.03.2006

11:21 Uhr

Serie: die WM-Sponsoren

Gehen, wenn’s am schönsten ist

VonAxel Postinett

Nach 20 Jahren Sponsoring wird die Fußball-WM 2006 erst einmal die letzte für Philips sein. Schon bei der Weltmeisterschaft in Südafrika wird der Konkurrent Sony für Fernseher oder Videorekorder werben. Trotzdem macht Hans-Joachim Kamp, Deutschlandchef von Philips, nicht gerade einen traurigen Eindruck.

HB DÜSSELDORF. In Südafrika 2010 wird nicht mehr der niederländische Elektronikkonzern Royal Philips für Fernseher oder Videorekorder werben, sondern Konkurrent Sony. Der hat sich die neue Fifa-Sponsorkategorie "Digital Living" sogar noch bis 2014 gesichert - für ein Kontraktvolumen von 300 Mill. Dollar.

Trotzdem macht Hans-Joachim Kamp, Deutschlandchef von Philips, nicht gerade einen traurigen Eindruck. Die 2006er WM hat er schließlich im Sack und die war für ihn wie ein Sechser im Lotto - oder redet sich hier jemand die Niederlage schön?

Nein, sagt Kamp im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die 2006er WM ist für ein Unternehmen aus der Unterhaltungselektronik so bedeutend wie nur zwei andere je zuvor. Das war 1954, als das Fernsehen populär wurde und 1974, als das Farbfernsehen zum Massenmarkt wurde. 2006 ist das Jahr in dem das hochauflösende Fernsehen eingeführt wird und - ein glücklicher Zufall - gleichzeitig die Begeisterung für die teuren und schicken Flachfernseher ihren Höhepunkt erreicht.

Der Branchenverband GfU rechnet denn auch damit, dass für die TV-Hersteller die WM wie ein zweites Weihnachtsgeschäft werden könnte. Und Philips ist dann samt Fifa-Werbung in den Mediamärkten der Republik mittendrin, statt nur dabei. Soviel zum Positiven.

Zum Negativen fällt Kamp aber auch einiges ein. Die Fifa hat ihre Kategorien geändert: Was heute "Unterhaltungselektronik" ist, wird zu "Digital Living" und umfasst dann auch Dinge wie Videospiele. Und die, so Kamp "haben wir ebenso wenig wie Digital- oder Videokameras. Irgendwann stimmt das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht mehr."

Dieses Jahr hat wohl noch einmal alles gestimmt. "An Philips kommt keiner vorbei", sagt Kamp. Das stimmt im wahrsten Sinne des Wortes: Wenn der Fan ins Stadion reinkommt, hat ihm ein RFID-Chip von Philips im Ticket den Zugang gewährt. Muss er draußen bleiben, verfolgt er das Spiel auf einer der bis zu 200 qm großen Videowände von Philips und zapft sich ein Bier aus einer Philips-Zapfanlage. Falls er nach dem entscheidenden Gegentor im Stadion kollabiert, holt ihn einer von 125 Defibrillatoren von Philips - hoffenlich - wieder ins Leben zurück.

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