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07.07.2015

11:32 Uhr

Sexismus im Frauenfußball

England begrüßt WM-Heldinnen im Stil der 1950er Jahre

VonHannah Eckhardt

Eine Welle der Empörung hat der englische Fußball-Verband (FA) auf Twitter losgetreten. In einem „Willkommen zurück“-Post wurden die Lionesses, Englands Fußballerinnen, auf ihre Rolle als Frau reduziert.

Englands Frauenfußballerinnen feiern ihren dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Kanada. Wenige Minuten zuvor hatten sie sich gegen das DFB-Team mit 1:0 durchsetzen können. dpa

WM-Triumph für den Underdog

Englands Frauenfußballerinnen feiern ihren dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Kanada. Wenige Minuten zuvor hatten sie sich gegen das DFB-Team mit 1:0 durchsetzen können.

LondonEs war sicher eine kleine Überraschung, als in der Nacht zu Sonntag (MESZ) Englands Frauenfußball-Nationalmannschaft eine erfolgreiche Weltmeisterschaft mit der Bronze-Medaille krönte. Auch der englische Fußball-Verband (FA) bejubelte auf Twitter den Erfolg - im euphorisch-sexistischen 1950er-Jahre-Stil: „Unsere Fußballerinnen kommen zurück, um wieder Mütter, Partner und Töchter zu sein, aber sie haben nun noch einen anderen Titel – Heldinnen.“

„Unsere Fußballerinnen kommen zurück, um wieder Mütter, Partner und Töchter zu sein, aber sie haben nun noch einen anderen Titel - Heldinnen“ postete der englische Fußball-Verband auf Twitter.

Sexismus im Frauenfußball

„Unsere Fußballerinnen kommen zurück, um wieder Mütter, Partner und Töchter zu sein, aber sie haben nun noch einen anderen Titel - Heldinnen“ postete der englische Fußball-Verband auf Twitter.

Der Beitrag wurde bereits kurze Zeit nach der Veröffentlichung wieder gelöscht. Doch das Internet vergisst nicht. Und schlägt bei Sexismus mit aller Härte und Ironie zurück. Allgemeiner Tenor: Schäm dich, FA!

Gepostet wurden die meisten Beiträge mit dem Hashtag #Lionesses, der offiziellen Bezeichnung für die englischen Fußballerinnen. Viele Nutzer hatten zudem ein Bild des Original-Beitrags angehängt.

Der Verband äußerte sich zu der teils heftigen Kritik: Man habe lediglich die verschiedenen Persönlichkeiten im englischen Team darstellen wollen, wird ein FA-Sprecher auf bbc.com zitiert. Man sei sich bewusst, dass der Satz aus dem Kontext gerissen – einen dazugehörigen Artikel hatte die FA auf ihrer Website veröffentlicht – missverstanden werden kann. Bedauerlicherweise ändert dieses Eingeständnis nichts am Bild des Frauenfußballs, das selbst mancher Fußballfunktionär noch im Kopf zu haben scheint.

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