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26.02.2014

09:55 Uhr

Sexismus-Vorwürfe

Adidas nimmt WM-Shirts vom Markt

Ein T-Shirt von Adidas sorgt in Brasilien für Aufruhr und bringt dem deutschen Unternehmen Sexismus-Vorwürfe ein. Abgebildet ist eine Bikini-Schönheit – inklusive einer leicht zweideutig zu verstehenden Aufschrift.

Nach Protest vom Markt genommen: diese beiden T-Shirts. Screenshot Twitter

Nach Protest vom Markt genommen: diese beiden T-Shirts.

Adidas hat sich gut drei Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am 12. Juni ein peinliches Eigentor geleistet. Der Sportartikelhersteller, der auch die deutsche Fußballnationalmannschaft ausstattet und einer der größten Sponsoren des Mega-Events in Brasilien ist, stoppte den Verkauf von zwei T-Shirts, nachdem sich das brasilianische Fremdenverkehrsamt Embratur über sexistische Motive beschwert hatte.

Auf dem Shirt, um das es hauptsächlich geht, greifen die Adidas-Designer tief in die Klischeekiste: Abgebildet ist der Zuckerhut in grün, eine strahlend gelbe Sonne und eine Frau in knappem, grünen Bikini. Wäre noch irgendwo ein Strand mit „Copacabana“-Schild und würde die brasilianische Shirt-Schönheit noch eine Caipirinha in der Hand halten, wäre die Liste der brasilianischen Stereotypen, alle untergebracht auf einem T-Shirt, komplett.

Problematisch wird das Shirt allerdings erst in Kombination mit der Aufschrift: „Lookin' to score“ (in etwa: „Ich will punkten“ oder „Ich will ihn reinmachen“). Trotz des Os, das von einem Fußball dargestellt wird, war den brasilianischen Behörden diese in Kombination mit der weiblichen Figur leicht auch anders zu verstehende Botschaft zu viel.

Fußballstadien Brasilien

Rio de Janeiro

Als das Maracanã-Stadion 1950 fertig wurde, passten 200.000 Zuschauer in die Arena. Zur WM-2014 wird das Fassungsvermögen der Arena auf 77.000 Plätze reduziert. Damit aber bleibt es immer noch das größte Stadion Brasiliens.

Sao Paulo

Das Stadion im Stadtteil Itaquerão soll 65.000 Zuschauern Platz bieten. Nach der WM wird das Stadion die Heimstätte vom Lokalclub Corinthians Paulista.

Salvador da Bahia

Die Stadt bekommt zur WM das neue Fonte-Nova-Stadion mit 56.500 Plätzen.

Recife

Das Stadion Pernambuco wird neu gebaut. Es soll 180 Millionen Euro kosten und 44.000 Zuschauern Platz bieten.

Pôrto Alegre

Lange rührte sich auf der Baustelle des River Bank Stadions gar nichts. Der Verein Internacional stritt mit dem Bauunternehmen. Inzwischen haben die Arbeiten begonnen. Das Stadion wird modernisiert. Es soll bei der WM 50.300 Zuschauern Platz bieten.

Natal

Der Neubau in der ostbrasilianischen Stadt Natal wird voraussichtlich 400 Millionen Real (149 Millionen Euro) kosten. Die „Dünen-Arena“ entsteht auf dem Gelände des gesprengten Machadão-Stadions und wird bei der WM 2014 rund 42.000 Zuschauern Platz bieten. Die Fertigstellung soll 2013 erfolgen.

Manaus

Auch hier wurde ein altes Stadion abgerissen, um einem neuen Platz zu machen. Die Amazônia-Arena ist im Rahmen eines neuen Sportparks mit Sambadrom, Schwimmhalle, Leichtathletikanlagen und weiteren Sporthallen geplant. Der Name des neuen Stadions leitet sich aus der unmittelbaren Nähe der Stadt Manaus zum tropischen Regenwald des Amazonas-Gebietes ab. Rund 43.000 Zuschauer sollen in dem neuen Stadion Platz finden, dessen Baukosten bei 533 Millionen Real (rund 200 Millionen Euro) liegen. Mit der Fertigstellung wird 2013 gerechnet.

Fortaleza

Das 1973 erbaute Estádio Governador Plácido Castelo, besser bekannt unter dem Namen Castelão, wurde vollkommen umgebaut und bietet nun bis zu 64.846 Zuschauern Platz. Die Umbaumaßnahmen sind bereits abgeschlossen und so steht das Stadion für den Confederations Cup in diesem Jahr bereits zur Verfügung. Der Umbau des Stadions hat 486 Millionen Real (180 Millionen Euro) gekostet. (Foto vom Dezember 2012)

Cuiabá

Diese neue Fußballarena wird auf dem Grundstück des inzwischen abgerissenen Verdão-Stadions gebaut. Nach der WM 2014 kann das Stadion auch als Mehrzweckarena genutzt werden. Das Baukastenprinzip ermöglicht eine nachträgliche Verkleinerung bei geringer Auslastung. Während der WM 2014 sollen hier knapp 43.000 Fans Platz finden. Das Stadion soll bis 2014 fertig werden und kostet 597 Millionen Real (222 Millionen Euro).

Belo Horizonte

Das Mineirão-Stadion in Belo Horizonte wurde im Dezember im Beisein der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff eingeweiht. Allerdings ging es beim Eröffnungsspiel Anfang Februar drunter und drüber. Das Stadion verfügt über 66.800 Plätze. Sechs WM-Partien werden dort ausgetragen, einschließlich einer Halbfinalpaarung.

Brasilia

Das alte Estádio Mané Garrincha, das inzwischen fast vollständig abgerissen wurde, macht Platz für eine Arena, die über eine neue Fassade, eine Dachkonstruktion aus Metall, neue Tribünen sowie eine abgesenkte Spielfläche verfügen wird. Das 1974 erbaute Nationalstadion wird umfassend umgebaut, wobei die Sitzplatzanzahl von 42.200 auf über 70.000 erhöht wird. Der Umbau ist mit 671 Millionen Real (250 Millionen Euro) recht kostenintensiv und soll im April 2013 abgeschlossen werden. Hier werden auch einige Fußballpartien der Olympischen Sommerspiele sowie das Eröffnungsspiel des Confederations Cup ausgetragen.

Curitiba

Die Baixada-Arena in Curitiba wurde bereits 1914 erbaut und zählt zu den kleineren WM-Spielstätten in Brasilien. Die Arena mit ehemals 28.272 Plätzen wurde zwar zwischen 1997 und 1999 komplett neu errichtet, doch für die anstehende WM war eine erneute Modernisierung von Nöten. Bis zur WM soll die Baixada-Arena ihre Kapazität auf 41.375 Plätze erhöhen. Die Modernisierung kostet 220 Millionen Real, das sind umgerechnet 82 Millionen Euro.

Embratur reagierte empört: Man weise „die Kommerzialisierung von Produkten vehement zurück, die das Bild von Brasilien mit sexuellen Aufrufen verbindet“, hieß es in einer Erklärung. Kurz vor der WM versucht Brasilien mit allen Mitteln, das Sextourismus-Image loszuwerden.

„Wir akzeptieren nicht, dass die Weltmeisterschaft für illegale Praktiken wie Sextourismus benutzt wird“, sagte Flavio Dino, Chef des Fremdenverkehrsamts der BBC. „Wir ersuchen Adidas, diese Produkte nicht mehr zu verkaufen.“ Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff schaltete sich via Twitter ein und teilte mit, Brasilien sei bereit, alle Gäste zur WM zu empfangen aber gleichzeitig rigoros gegen Sextourismus vorzugehen.

Der deutsche Dax-Konzern Adidas reagierte prompt und nahm das Shirt, sowie ein zweites mit der Aufschrift „I love Brazil“, bei dem das O in „love“ mit einem tangatragenden, üppigen Frauenpo dargestellt wird, vom Markt.

„Da wir immer aufmerksam auf das Feedback unserer Kunden und Partner achten, haben wir uns dazu entschieden, diese Produktlinie vom Markt zu nehmen. Bei der Kollektion handelte es sich um eine limitierte Auflage, die nur in den USA zum Kauf erhältlich war“, teilte das Unternehmen gegenüber Handelsblatt Online mit.

Von

deli

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