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22.02.2006

11:01 Uhr

Sicherheit

Viele Bundesländer filmen WM-Übertragungen

Die Übertragungen von WM-Spielen werden nur in einigen Bundesländern per Video überwacht - wie es Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gefordert hatte. Die Gegner der Überwachung machen geltend, für einen solchen Schritt gebe es keine gesetzliche Grundlage.

HB BERLIN. Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, haben sich Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Hamburg, Brandenburg und Rheinland-Pflalz bereits dafür entscheiden, Videokameras einzusetzen. Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und das Saarland sagen dagegen nein. Die übrigen Länder seien noch unentschlossen.

Eine umfassende Videoüberwachung ist in Niedersachsen geplant. In Hannover sollen die Kameras nicht nur auf den Übertragungsplätzen, sondern auch auf den Zufahrtswegen in die Stadt installiert werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. In Sachsen-Anhalt und Brandenburg werden bei den WM-Übertragungen ebenfalls Überwachungskameras eingesetzt. Die Aufnahmen sollen dazu dienen, Störer ausfindig zu machen und Beweise zu sichern, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU).

Die Zuschauer vor den Großbildleinwänden sollen auch in Berlin und Hamburg mit Kameras beobachtet werden. In Berlin geht es vor allem um die Fanmeile zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. Dort werden täglich bis zu 100 000 Fans erwartet. Für die Sicherheitsvorkehrungen wie Einlasskontrollen, Videoüberwachung und Patrouillen müssen die Veranstalter sorgen und die Kosten übernehmen, sagte Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Anders in Rheinland-Pfalz: Dort trägt die Polizei die Kosten für die Installation der Kameras im WM-Austragungsort Kaiserslautern.

Dagegen lehnt Thüringen eine Videoüberwachung ab. "Ich sehe dafür keinen Anlass", sagte Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU). "Wir sind präsent, aber ohne installierte Kameras." Dafür nannte er rechtliche Gründe, denn Polizeikameras dürften nur Plätze erfassen, die als Schwerpunkt der Kriminalität eingestuft sind. Auch in Schleswig-Holstein und dem Saarland ist nach Polizeiangaben bislang keine Videoüberwachung vor den Leinwänden geplant.

In Nordrhein-Westfalen mit drei WM-Spielstätten hat das Innenministerium auf eine Anweisung zur Videoüberwachung verzichtet. Die Landesregierung will bis zu 16 Standorte für Großbildleinwände unterstützen. Über die einzelnen Sicherheitsvorkehrungen sollen jedoch die Veranstalter gemeinsam mit den Kommunen und der Polizei entscheiden.

Ein Beschluss zur Videoüberwachung steht in Sachsen, Baden-Württemberg und Bremen dagegen bislang aus. "Wir behalten uns - abhängig von der Lage - eine Videoüberwachung vor. Eine Entscheidung gibt es noch nicht", sagte ein Sprecher des Bremer Innensenators. In Sachsen und Baden-Württemberg liegt es in den Händen der Veranstalter, ob die WM-Übertragungen per Kamera überwacht werden. In Leipzig, wo zu jeder Veranstaltung rund 15 000 Fans erwartet werden, ist nach jetzigem Stand keine Videoüberwachung vorgesehen.

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