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16.03.2013

20:47 Uhr

Sieg mit B-Elf

Bayern im Glück, knapper Sieg über Bayer

VonThorsten Giersch

Ohne fünf Stammspieler fuhr der FC Bayern München nach Leverkusen und siegte dennoch beim Tabellendritten. Die Werkself enttäuschte in Halbzeit eins auf der ganzen Linie, kämpfte sich zurück und hatte am Ende Pech.

Die Bayern feiern den Torschützen zum 1:0, Mario Gomez.

Die Bayern feiern den Torschützen zum 1:0, Mario Gomez.

LeverkusenDer FC Bayern München hat einen weiteren Rekord errungen. Der 2:1-Sieg bei Bayer Leverkusen war der neunte im neunten Rückrundenspiel - das hat noch keine Mannschaft geschafft. Im Spiel Platz eins gegen Platz drei waren die Münchener die klar bessere Mannschaft, sahen nach dem tollen Tor von Mario Gomez lange wie der sichere Sieger aus. Doch Rolfes markierte nach einer Ecke das glückliche 1:1. Ein Eigentor fünf Minuten vor Schluss brachte den verdienten Sieg der Münchener.

Vor Beginn der Partie schienen die Vorzeichen auf dem Papier eindeutig: Leverkusen hat nur zwei der vergangenen sieben Spiele gewonnen, Bayern alle acht Bundesligapartien in der Rückrunde. Zudem waren die Münchener auf Wiedergutmachung aus: Das 1:2 im Hinspiel war die einzige Niederlage in dieser Saison. Nicht zuletzt sollte nach der 0:2-Schlappe am Mittwoch in der Champions League gegen Arsenal London das Krisengerede erstickt werden.

Doch dem Tabellenführer fehlte mit Frank Ribéry ein wichtiger Spieler verletzungsbedingt. Zudem ließ Trainer Jupp Heynckes bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte Mario Mandzukic, Toni Kroos, Thomas Müller und Philipp Lahm in München. Für sie durften sich Mario Gomez, Xherdan Shaqiri, Javier Martínez und Rafinha beweisen. Die Maßnahme war vor allem deshalb bemerkenswert, weil Heynckes seine Kicker nicht etwa für ein Spiel unter der Woche schonte, sondern für den Einsatz in der Nationalmannschaft. Deren Trainer Jogi Löw wird es gefreut haben. Bei Leverkusen kehrte Wollscheid nach Gelb-Sperre ins Abwehrzentrum zurück, Friedrich musste auf die Bank. Außerdem begann Boenisch links in der Viererkette anstelle von Kadlec.

Obwohl in dieser Formation nicht eingespielt, übernahmen die Münchener sofort die Initiative. Die Gastgeber versuchten es zunächst mit der auch im Hinspiel erfolgreich praktizierten Einigeltaktik. So zwangen sie die Bayern zu einem langsamen Spielaufbau. Die Folge waren viele Querpässe und kaum Spielfluss auf dem engen Raum.

Zu einer ersten Chance kamen die Bayern in der elften Minute, als der quirlige Shaqiri eine Flanke von Linksverteidiger Alaba nur knapp verpasste. Leverkusen blieb erstaunlich passiv und spielerisch schwach. Fußballerisch klappte in der Anfangsphase gar nichts bei der Werkself. Und dann verletzte sich nach einer Viertelstunde auch noch Stefan Kießling am Knöchel. Der mit Abstand beste Torschütze der Gastgeber konnte aber unter Schmerzen weiterspielen.

Die Bayern gaben den Ton an, ohne zu glänzen: Schweinsteiger, heute in der Spielmacherposition, und Gomez verzogen aus aussichtsreicher Position (22./23.). Kurz darauf fehlten nur Zentimeter, als Schweinsteiger per Hacke eine Volleyabnahme von Shaqiri Richtung Tor beförderte. Leverkusen reagierte weiterhin nur. Vor allem aus dem zentralen defensiven Mittelfeld kamen kaum Pässe vorne an. Die Zuschauer wurden immer nervöser und wunderten sich über die blutleere Vorstellung gegen eine dominante Münchener Mannschaft. Die nächste Großchance der Gäste resultierte aus einer Ecke: Castro musste auf der Linie den Kopfball von Martínez klären (29.). Kurz darauf schoss Robben aus 17 Metern drüber – aus dieser exzellenten Kontersituation hätte der Niederländer mehr machen müssen. 

So machten die Bayern ihren Gegner selbst stark. Leverkusen fand nach gut einer halben Stunde besser ins Spiel. Boenisch zwang Gäste-Keeper Leno zu einer Glanzparade, als er dessen Flachschuss um den Pfosten lenkte.

Doch dann kam Gomez: Bayerns Stoßstürmer bekam 35 Meter vor dem Tor den Ball, narrte mit eleganter Technik Carvajal sowie Boenisch und schloss eiskalt ab (38.). Das verdiente 1:0 durch den Nationalstürmer, der in der ersten Halbzeit mit 5,3 Kilometern mehr lief als der fleißige Stefan Kießling auf Leverkusener Seite. Nun musste Leverkusen seine Passivität aufgeben, doch das fiel der Werkself zunächst sehr schwer. Bayern brachte die Führung ohne Probleme in die Pause.

Kommentare (1)

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onkelhorst

17.03.2013, 09:53 Uhr

ist nicht der erste bock von Wollscheid, wird langsam verdächtig.

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