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01.06.2014

13:34 Uhr

Skandal-Schiedsrichter

Robert Hoyzer hat einen neuen Job

Robert Hoyzer bekommt seine zweite Chance: Der in den Wettskandal verwickelte Skandal-Schiedsrichter wird Technischer Direktor bei einem Berliner Regionalligisten.

Ein Bild aus unglücklichen Tagen (2005): Robert Hoyzer ist zurück im Top-Fußball. ap

Ein Bild aus unglücklichen Tagen (2005): Robert Hoyzer ist zurück im Top-Fußball.

BerlinSechs Jahre nach Verbüßung seiner Gefängnisstrafe wegen der Verwicklung in den Fußball-Wettskandal erhält der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Robert Hoyzer eine zweite Chance. Der 34-Jährige übernahm zum 1. Juni das Amt des Technischen Direktors beim Regionalligisten Berliner AK 07. „Man sollte nun endlich die Vergangenheit ruhen lassen und gemeinsam nach vorn blicken“, erklärte BAK-Vereinspräsident Mehmet Ali Han auf der Homepage des Vereins.

Hoyzer wird sich künftig ehrenamtlich um die Bereiche Marketing, Verkauf und Kommunikation kümmern. Der einstige Skandal-Referee hatte im Laufe des Wettskandals Anfang 2005 zugegeben, Fußballspiele gegen Bezahlung absichtlich verschoben zu haben, um Teilnehmern von Sportwetten üppige Gewinne zu ermöglichen. Im Dezember 2006 war er wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden, am 18. Juli 2008 wegen guter Führung aber vorzeitig entlassen worden.

Hoyzer habe nach der Devise „Nicht reden - MACHEN und zwar am besten gleich!“ bereits seit mehreren Wochen hinter den Kulissen des Vereins mitgewirkt. Mit dem 1. Juni sei er nun „auch in offizieller und trotzdem ehrenamtlicher Funktion“ tätig, hieß es in der BAK-Erklärung. Hoyzer solle für effizientere Strukturen sorgen und mithelfen, den Verein an einigen Stellen neu auszurichten. „Was früher einmal geschehen ist, hake ich unter dem Motto 'Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern' ab“, meinte BAK-Sportdirektor Rocco Teichmann und lobte Hoyzer als absoluten Fachmann. „Was er gemeinsam mit vielen anderen BAK'lern allein in den vergangenen Tagen geschaffen hat, verdient bereits absolute Anerkennung“, so Teichmann.

Fußball Bundesliga: Ex-Schiedsrichter Hoyzer stottert Strafe ab

Fußball Bundesliga

Ex-Schiedsrichter Hoyzer stottert Strafe ab

Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer zeigt sich reumütig. Der 32-Jährige hat die erste Rate der Strafe aus der Schadenersatzklage des DFB über 8400 Euro ordnungsgemäß überwiesen.

Schon vor einigen Jahren hatte Hoyzer ein Gnadengesuch an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gerichtet und sich beim damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger für sein Fehlverhalten entschuldigt. Diese Entschuldigung hatte Zwanziger kurz vor Heiligabend 2010 angenommen. „Der Mensch Robert Hoyzer hat, wenn er die richtigen Konsequenzen aus seinen Verfehlungen gezogen hat, die Möglichkeit zur Rückkehr in ein normales bürgerliches Leben verdient“, hatte Zwanziger damals erklärt.

Lebenslange Sperre wurde aufgehoben

Seine lebenslange Sperre wurde nach dem Gnadengesuch im April 2011 aufgehoben. Seitdem darf Hoyzer wieder im Amateurbereich selbst Fußball spielen, jedoch nicht als Schiedsrichter wirken. Er kickte beim Berliner Landesligisten SCC Teutonia und wurde dort auch Kapitän. „Die persönliche Entschuldigung war ein Mosaikstein, der mir noch fehlte, um mit allem weiter abzuschließen“, war Hoyzer nach dem Gespräch mit Zwanziger in der „Sport Bild“ zitiert worden.

Als Schiedsrichter hatte er unter anderem das DFB-Pokalspiel im August 2004 zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV (4:2) manipuliert und dafür Geld von Wettpaten um Ante Sapina kassiert. Seine Taten zeigten bei Hoyzer Wirkung. „In meinem Hinterkopf ist immer noch eine Barriere“, schilderte er damals seine Gefühle nach den Vorkommnissen bei der Pokalpartie und gab zu, den Skandal, der den deutschen Fußball vor der WM im eigenen Land 2006 erschütterte, noch „nicht komplett verarbeitet“ zu haben. Der Ex-Referee hatte nach eigenen Angaben 67 000 Euro und einen Plasmafernseher für die damaligen Manipulationen erhalten. Er arbeitet inzwischen seit Jahren in einer Online-Media-Agentur in Berlin.

Von

dpa

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