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19.10.2015

17:38 Uhr

Skandal um WM 2006

Zwanziger weist „Maulwurf“-Vorwürfe von sich

Ex-DFB-Präsident tritt den berichten entgegen, er habe als „Whistleblower“ in der aktuellen Affäre um mögliche Bestechung bei der Vergabe der WM 2006 agiert. Egal, von welcher Seite, die Forderung lautet: Aufklärung.

Der ehemalige DFB-Präsident geht in die Offensive. dpa

Theo Zwanziger

Der ehemalige DFB-Präsident geht in die Offensive.

FrankfurtIm Wirbel um Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 hat sich auch die Staatsanwaltschaft Frankfurt eingeschaltet. Als mögliche Tatbestände nannte eine Sprecherin am Montag Betrug, Untreue oder Korruption. Es wird geprüft, ob es einen Anfangsverdacht für ein Ermittlungsverfahren gibt. Derweil will sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach das „Sommermärchen“ nicht kaputtmachen lassen. Und sein verfeindeter Vorgänger Theo Zwanziger kündigte an, nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub „alle ihm vorliegenden Erkenntnisse“ darstellen zu wollen.

Immer mehr in den Fokus rückt die dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des WM-Organisationskomitees an den von Joseph Blatter geführten Weltverband Fifa, über die das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet hatte. Dies sei weiter „ein offener Punkt“, räumte Niersbach bei seinem Auftritt im neuen Deutschen Fußballmuseum in Dortmund ein. Man müsse die Frage stellen, „wofür diese Überweisungen der 6,7 Millionen verwendet wurden“.

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Es ist der erste öffentliche Auftritt von DFB-Präsident Niersbach seit dem Bericht über eine dubiose Millionenzahlung an die Fifa. Die WM 2006 gerät ins Zwielicht. Gab es eine schwarze Kasse? Niersbach muss sich äußern.

Laut DFB steht das Geld allerdings in keinem Zusammenhang mit der WM-Vergabe. Den Verdacht des Stimmenkaufs wies Niersbach erneut vehement zurück. „Die WM 2006 war ein Sommermärchen, und sie ist ein Sommermärchen. Das Sommermärchen ist nicht zerstört, weil ich auch hier noch mal sage: Es hat keine schwarzen Kassen gegeben, es hat keinen Stimmenkauf gegeben“, kommentierte er und kündigte an, die Behauptungen zu widerlegen.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vertraut Niersbach und dem damaligen Organisationskomitee-Chef Franz Beckenbauer. „Das sind Ehrenmänner. Beide - genauso wie der ehemalige Minister Schily - haben glaubhaft und seriös versichert und auch verkündet, dass die Behauptungen nicht stimmen.“ Dementsprechend gebe es für ihn „auch keinen Anhaltspunkt, was anderes zu glauben“, sagte der frühere Nationalspieler vor dem Abflug zum Champions-League-Gruppenspiel des FC Bayern am Dienstag in London gegen den FC Arsenal.

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Der damalige Bundesinnenminister Schily sieht vor allem die Fifa in der Bringschuld. Die Frage der 6,7-Millionen-Euro-Zahlung betreffe eigentlich den Weltverband, sagte der SPD-Politiker der ARD. Natürlich gebe es auch für den DFB Grund, das zu überprüfen. „Aber normalerweise, wenn ich an einen Verein etwas zahle, dann gehe ich davon aus, dass das auch bestimmungsgemäß verwendet wird.“

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