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19.10.2014

20:13 Uhr

Spielbericht Paderborn - Frankfurt

Paderborn feiert dritten Saisonsieg

45 Minuten lang boten der SC Paderborn und Eintracht Frankfurt Fußball zum Gähnen. In der zweiten Halbzeit drehte dann der Aufsteiger auf – und Trainer André Breitenreiter wechselte den Sieg ein.

Grenzenloser Jubel nach dem Schlusspfiff: Paderborn-Coach André Breitenreiter (M.) feiert mit seinen Spielern das 3:1 gegen Frankfurt. AFP

Grenzenloser Jubel nach dem Schlusspfiff: Paderborn-Coach André Breitenreiter (M.) feiert mit seinen Spielern das 3:1 gegen Frankfurt.

PaderbornDie Zuschauer schwenkten ihre blau-schwarzen Schals und Fahnen, die Stadionregie spielte die Klassiker „Oh, wie ist das schön“ und „So ein Tag, so schön wie heute“ ein. Der SC Paderborn sorgt in der Fußball-Bundesliga weiter für Furore und begeistert seine Fans. Der Aufsteiger aus Ostwestfalen feierte am Sonntag mit dem 3:1 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt bereits den dritten Saisonsieg und kletterte auf den siebten Tabellenplatz.

„Ich kann meine Gefühle noch gar nicht richtig beschreiben. Ich bin unglaublich stolz“, sagte Paderborns Trainer André Breitenreiter im TV-Sender Sky nach seinem glücklichen Händchen mit den Einwechslungen. Die Joker Marvin Ducksch (66.) und Stefan Kutschke (85.) sowie Kapitän Uwe Hünemeier (79.) erzielten vor 15 000 euphorischen Fans in der ausverkauften Benteler-Arena die Treffer, nachdem Alex Meier (57.) die insgesamt enttäuschende Eintracht in Führung geschossen hatte. Mit den Worten „Emotion, Leidenschaft, Herz und absoluter Siegeswille“ charakterisierte Breitenreiter die zweite Halbzeit, „in der wir begeisternden Fußball gespielt haben“.

Die Frankfurter dagegen verpassten den Sprung auf Platz drei. „Wir mussten diese Partie nicht verlieren“, sagte Trainer Thomas Schaaf. „Wir haben nicht richtig nachgelegt. Die Verbissenheit war im Spiel der Paderborner mehr zu sehen. Wir haben einen Tick zu wenig getan.“ Vorstandschef Heribert Bruchhagen sagte: „Uns bleibt nichts anderes übrig als das anzuerkennen. Paderborn hat mit viel Physis gepowert.“

Das Duell zweier personell gebeutelter Teams wurde erst in der zweiten Halbzeit ansehnlich und unterhaltsam. Beide Mannschaften starteten äußerst verhalten ohne echte Torraumszenen in die Partie. Die Gäste aus Frankfurt fanden kaum ein Mittel gegen den gut organisierten Aufsteiger. Nach einer halben Stunde rief Frankfurts Coach Schaaf seinen Kapitän Meier zu sich an die Seitenlinie und erteilte dem Angreifer neue Anweisungen.

Bundesliga: Zahlen und Fakten zum 8. Spieltag

FC Bayern München - SV Werder Bremen

Im Duell des Ersten gegen den Letzten sorgten die Münchner von Beginn an für klare Verhältnisse. Philipp Lahm (20., 79.), Xabi Alonso (27.), Thomas Müller (43./Foulelfmeter) und Mario Götze (45., 86.) machten gegen erschreckend schwache Bremer das halbe Dutzend voll.

1 FSV Mainz 05 - FC Augsburg

Mit dem achten Spiel ohne Niederlage schob sich Mainz vorerst auf den Qualifikationsplatz zur Champions League. Jonas Hofmann (20.) stellte mit dem dritten Saisontreffer erneut seine starke Form unter Beweis, Jairo Samperio feierte drei Minuten später sein Tordebüt für die Rheinhessen. Durch Tobias Werner (78.) kam Augsburg nur zum Anschluss.

Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach

Erstmals nach sechs Spielen musste sich Hannover wieder vor eigenem Publikum geschlagen geben. Max Kruse (15.) köpfte zum Gladbacher 1:0 ein. Granit Xhaka (50.) erhöhte mit einem Freistoßknaller, bevor Kruse erneut traf (90.). Die Gladbacher schoben sich zumindest bis Sonntag auf Rang zwei.

SC Freiburg - VfL Wolfsburg

Der SC Freiburg wartet weiter auf den ersten Ligasieg. Wolfsburgs Daniel Caligiuri (8.) erzielte gegen sein Ex-Verein schon früh das 1:0 und legte nach einer guten Stunde nach. Die Freiburger agierten voller Leidenschaft, aber kopflos und warten trotz des 1:2 durch Sebastian Kerk (90.+1) weiter auf den ersten Punkt.

VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten sahen die Zuschauer bei der Begegnung VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen. Heung-Min Son (4./10.) schoss per Doppelpack die frühe Leverkusener Führung heraus. Kurz vor Ende erhöhte Karim Bellarabi (41.). Durch die Treffer Timo Werner (53.), Florian Klein (67.) und Martin Harnik (76.) retteten die Schwaben aber noch das Remis.

1.FC Köln - Borussia Dortmund

Bei der von Personalsorgen geplagten Borussia aus Dortmund knüpften Fans, Spieler und Verantwortliche die Hoffnungen auf die Wende an die Rückkehr eines Trios: Ilkay Gündogan, Marco Reus und Henrich Mchitarjan. Doch der Revierclub verlor trotzdem mit 1:2 (0:1) gegen den 1. FC Köln. Kevin Vogt (40.) und Simon Zoller trafen für den FC. Ciro Immobile (48.) besorgte den zwischenzeitlichen Ausgleich.

FC Schalke 04 - Hertha BSC Berlin

Am Samstagabend feierte Schalkes Trainer Roberto Di Matteo beim 2:0 (1:0)-Sieg gegen Hertha BSC ein erfolgreiches Debüt. Klaas-Jan Huntelaar (19.) und Weltmeister Julian Draxler (65.) bescherten dem Nachfolger von Jens Keller den Sieg.

Hamburger SV - TSG 1899 Hoffenheim

Der Hamburger SV ist im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Das Team von Trainer Josef Zinnbauer spielte am Sonntag 1:1 (1:1) und verpasste damit den ersten Heimsieg seit dem 4. April. Mit sechs Punkten verbesserte sich der HSV aber zumindest auf den Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga. Anthony Modeste (15.) brachte die Kraichgauer in Führung, Pierre-Michel Lasogga (34.) traf zum verdienten Ausgleich. Die Hoffenheimer sind nach acht Spieltagen weiter unbesiegt, büßten aber weiteren Boden auf Spitzenreiter Bayern München ein.

SC Paderborn 07 - Eintracht Farnkfurt

Der SC Paderborn bleibt in der Fußball-Bundesliga weiter in der Erfolgsspur. Der Aufsteiger gewann am Sonntag sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 3:1 (0:0) und ist nach dem dritten Saisonsieg schon Tabellen-Siebter. Die Treffer für die Paderborner erzielten vor 15 000 Zuschauern in der Benteler-Arena Marvin Ducksch (66.), Kapitän Uwe Hünemeier (79.) und Stefan Kutschke (85.). Für die Eintracht-Führung hatte von Alex Meier (57.) gesorgt. Durch die Niederlage verpassten die Hessen den Sprung auf den dritten Rang hinter Tabellenführer Bayern München und Borussia Mönchengladbach.

Doch für Meier & Co. gab es in der ersten Halbzeit kein Durchkommen in der Offensive. Takashi Inui probierte es aus 18 Metern, doch der Schuss des Japaners ging weit über das Tor. Inui bemühte sich zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Makoto Hasebe um Struktur und Ordnung im Spiel der Hessen. Tatsächlich kontrollierten die Gäste die Partie weitgehend - nachdem Paderborn die bis dato größte Chance vergab. In der elften Minute setzte sich der engagierte Süleyman Koc auf der rechten Seite durch, flankte auf Elias Kachunga, doch die einzige Paderborner Sturmspitze traf den Ball nicht richtig.

Nach dem Wechsel erhöhten erst die Hessen Tempo und Offensivbemühungen. Nach feinem Zuspiel von Inui ließ Meier mit seiner Direktabnahme von der Strafraumgrenze Paderborn-Schlussmann Lukas Kruse keine Chance. Vom Innenpfosten sprang der Ball zur Frankfurter Führung ins Netz. Paderborns Trainer André Breitenreiter reagierte auf Meiers fünftes Saisontor mit einem Doppelwechsel und brachte Ducksch und Kutschke.

Nur zwei Minuten nach der Einwechslung bediente Kutschke seinen Mitspieler Ducksch und der 20 Jahre alte Angreifer traf per Bogenlampe zum 1:1. Die Gastgeber drehten danach auf und boten ihren begeisterten Fans endlich ein spätes Offensiv-Spektakel. Hünemeier und Kutschke trafen zum verdienten 3:1-Endstand.

Von

dpa

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