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11.01.2015

13:26 Uhr

Spieler des VfL Wolfsburg tot

Fußball-Welt trauert um Profi Malanda

Die Fußball-Welt und der VfL Wolfsburg sind geschockt. Der 20-jährige Profi Junior Malanda stirbt bei einem Autounfall. Sogar Weltverbands-Präsident Joseph Blatter meldete sich zu Wort.

Fotos mit Abschiedsworten hängen nach dem Tod des Fußballspielers Junior Malanda vor dem VfL Wolfsburg Stadion in Wolfsburg. dpa

Fotos mit Abschiedsworten hängen nach dem Tod des Fußballspielers Junior Malanda vor dem VfL Wolfsburg Stadion in Wolfsburg.

WolfsburgDer Tod von Junior Malanda hat den VfL Wolfsburg und die Fußball-Welt in tiefe Trauer gestürzt. Der 20 Jahre alte Profi des Tabellen-Zweiten war am Samstag bei einem Verkehrsunfall auf der A 2 bei Porta Westfalica ums Leben gekommen.

„Junior wollte den Erfolg, das ist das Letzte, was wir für ihn tun können“, sagte Allofs. Der Verein werde aber keinesfalls zur Tagesordnung übergehen. Malandas Tod solle in der Mannschaft aufgearbeitet werden, dafür will der Verein auch professionelle Hilfe hinzuziehen. „Alle sind total am Boden zerstört, die Spieler sind alle in einem fürchterlichen Zustand“, bekannte Allofs.

Die Trauerarbeit könne möglicherweise besser in einer anderen Umgebung gelingen, nannten Allofs und Trainer Dieter Hecking einen weiteren Grund für den Beschluss für die Reise nach Südafrika. „Die Lücke ist groß“, sagte Coach Hecking unter Tränen zum Verlust des hoch talentierten Mittelfeldspielers Malanda.

„Wir sind alle zutiefst bestürzt und können unsere Fassungslosigkeit kaum in Worte fassen. Wir alle haben ihn geliebt. Er war der gute Geist unserer Mannschaft und ein lebenslustiger Mensch“, sagte Allofs in einer Mitteilung des Vereins. Er bezeichnete den belgischen Junioren-Nationalspieler als „exzellenten Fußballer“, der erst am Anfang seiner Entwicklung stand.

Der Fußball-Bundesligist hält nach dem Unfalltod von Junior Malanda an der Reise ins Winter-Trainingslager nach Südafrika fest. Der Tabellenzweite werde am Sonntagabend um 18.00 Uhr einen Tag später als geplant aufbrechen, teilte Allofs mit. „Es war keine leichte Entscheidung, aber es ist die absolut richtige“, sagte er.

Profi-Fußballer, die beim Verkehrsunfall starben

Rudolf Schmidt

Rudolf Schmidt: Der gerade vom FC Bayern verpflichtete Angreifer des Meidericher SV stirbt bei einem Unfall am 28. Juli 1966, ohne ein Spiel für die Münchner absolviert zu haben. Mit im Auto sitzt Teamkollege Dieter Koulmann, der schwer verletzt überlebt.

Jürgen Moll

Jürgen Moll: Der Spieler von Eintracht Braunschweig, Mitglied der Meister-Elf von 1967, verunglückt am 16. Dezember 1968 zusammen mit seiner Ehefrau auf der Rückfahrt von einem Sylt-Urlaub auf eisglatter Autobahn tödlich.

Lutz Gerresheim

Lutz Gerresheim: Der A-Jugend-Nationalspieler des VfL Bochum stirbt am 10. März 1980 im Krankenhaus an den Folgen eines Verkehrsunfalls, den er Ende Januar auf eisglatter Straße erlitten hat. Das von Westfalia Herne gekommene Talent kam fünfmal in der Bundesliga zum Einsatz.

Maurice Banach

Maurice Banach: Der Top-Torjäger des 1. FC Köln, eines der hoffnungsvollsten Stürmertalente der Bundesliga, stirbt am frühen Morgen des 17. November 1991 auf der Autobahn A1 in der Nähe von Remscheid. Sein Wagen prallt gegen einen Brückenpfeiler und geht sofort in Flammen auf.

Junior Malanda

Junior Malanda: Er saß bei dem Autounfall am 10 Januar 2015 bei Starkregen auf dem Rücksitz eines Geländewagens. Als das Fahrzeug ins Schleudern geriet und gegen einen Baum prallte, wurde der VfL-Profi nach Angaben der Polizei Bielefeld aus dem Wagen geschleudert. Malanda starb noch am Unfallort.

„Ich kann nicht beschreiben, was in mir vorgeht und wie ich mich fühle“, erklärte Trainer Dieter Hecking zum Tod des Spielers. „Wir haben erst gestern noch ein Gespräch mit Junior geführt und er war voller Zuversicht und Tatendrang für die Rückrunde. Es war eine Freude, mit Junior zu arbeiten und wir hatten gemeinsam noch viel vor. Ich bin unsagbar traurig.“

Noch am Abend hatten sich etliche Fans rund um die Volkswagen Arena versammelt, um gemeinsam des Mittelfeldspielers zu gedenken. Sie legten Kerzen, Bilder, Schals und Blumen nieder. Die Nachricht von Malandas Unfalltod löste in der Fußball-Welt Entsetzen aus.

„Geschockt und traurig über den tragischen Tod“, twitterte Weltverbands-Präsident Joseph Blatter. „Der Fußball verliert ein großes Talent. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“ Christian Seifert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga, sprach den Angehörigen und Teamkollegen sein Mitgefühl aus: „Wir sind tief bestürzt über dieses tragische Unglück.“

Herbstmeister FC Bayern legte am Sonntag zu Beginn seines Trainings in Katars Hauptstadt Doha eine Gedenkminute ein. „Es ist schrecklich, und es ist für mich mit Worten nicht zu sagen“, erklärte der Münchner Sportvorstand Matthias Sammer. Die Bayern sind zum Auftakt der Rückrunde am 30. Januar Gegner des Tabellenzweiten Wolfsburg. Offen ist noch, ob es in allen Bundesliga-Stadien zum Start der zweiten Halbserie eine Schweigeminute geben wird.

Kommentare (1)

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Herr Werner Christian Wöhrle

12.01.2015, 14:06 Uhr

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