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05.06.2012

11:42 Uhr

Spielerwechsel

Magath muss bei Einkaufstour kürzertreten

Nochmal kann Wolfsburgs Trainer nicht 50 Millionen Euro für Spielerwechsel ausgeben. Geplant ist lediglich eine „punktuelle Verstärkung“, erklärte der neue Sprecher der Geschäftsführung. Felix Magath Erfolge bringen.

Felix Magath mit Krawatte in den Vereinsfarben. dpa

Felix Magath mit Krawatte in den Vereinsfarben.

WolfsburgFelix Magath muss beim VfL Wolfsburg den Gürtel enger schnallen. Eine große Einkaufstour wie in der gerade abgelaufenen Spielzeit ist für den Trainer und Sport-Geschäftsführer des Fußball-Bundesligaclubs nicht noch einmal möglich. „Davon werden wir weit weg sein“, sagte Wolfgang Hotze in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Der neue Sprecher der VfL-Geschäftsführung erklärte zur Frage nach teuren Transfers: „Das wird sich sicherlich nicht in dem Rahmen des letzten Jahres bewegen, weil wir uns nur noch punktuell verstärken werden.“

Schätzungsweise rund 50 Millionen Euro hat Magath vorige Saison für 20 neue Spieler investiert. Sie kamen in Sommer- und Winterpause nach Wolfsburg. Dennoch verpasste der deutsche Meister von 2009 die Qualifikation für einen Europapokal-Wettbewerb. Mit Platz acht wollen sich die Bosse im Mutterkonzern VW auf Dauer aber nicht zufriedengeben. Die Autobauer erwarten Erfolge von Magath, dessen Vertrag vorzeitig bis 2015 verlängert wurde. Stellen sie sich nicht schnell ein, könnte der Geldhahn weiter zugedreht werden.

„Wenn es uns in den nächsten drei Jahren nicht gelingt, international zu spielen, dann wird man sicher auch bei VW darüber nachdenken, ob es gerechtfertigt ist, den Etat auf diesem Niveau zu halten“, sagte Hotze. „Schließlich haben wir einen Etat, der uns dazu befähigen müsste, unter die ersten fünf zu kommen“, fügte der 59-Jährige hinzu.

Hotze leitete mehr als 20 Jahre das Steuer- und Zollwesen bei VW und amtiert seit 1. April bei der VfL Wolfsburg Fußball GmbH als Sprecher der Geschäftsführung, zu der neben Magath auch noch Thomas Röttgermann gehört. Hotze widersprach der Auffassung, damit sei er zum Aufpasser für Magath ernannt worden. „So würde ich diese Rolle nicht definieren. Ich habe keinerlei Ambitionen, mich in die sportliche Geschichte einzubringen. Dazu fehlt mir einfach die Erfahrung“, erklärte der langjährige VW-Manager. „Das Wort Aufpasser ist deshalb sicher nicht richtig.“ Bei der Frage der Neustrukturierung stellte er aber auch klar: „Es war sicher auch der Wille von Volkswagen, keine Frage.“

Die strikte Trennung von Sport und Finanzen ist im Profi-Fußball nicht möglich. Der seit 2001 auch für das VfL-Controlling zuständige Hotze weiß, dass Magath zahlreiche Profis bis zum 30. Juni an andere Clubs ausgeliehen hat. Wie viele Spieler davon nach Wolfsburg zurückkehren, ist offen. „Das ist im Fluss. In den großen Fragen gibt es noch keine Entscheidungen, bei Diego und Kjaer. Das ist auch die Angelegenheit von Felix Magath, nicht meine“, erklärte der gebürtige Essener.

Vorgaben von VW in der Personalie Diego gibt es nicht. Der Top-Star von Europa-League-Sieger Atletico Madrid war im Sommer 2011 bei Magath in Ungnade gefallen, weil er das letzte Saisonspiel in Hoffenheim geschwänzt hatte. Die Rückkehr in die VfL-Mannschaft gilt in Wolfsburg als schwierig. Auszuschließen ist ein Diego-Comeback aber nicht mehr. „Wenn es ein akzeptables Angebot für ihn gibt, wird Felix Magath möglicherweise darüber nachdenken“, sagte Hotze: „Wenn nicht, wird er wieder bei uns auf der Matte stehen und integriert.“

Von

dpa

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