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22.09.2012

18:42 Uhr

Spitzenspiel

Bayern zeigt Schalke die Grenzen auf

VonThorsten Giersch

Ein Spitzenspiel auf hohem Niveau, aber ziemlich einseitig: Der FC Bayern München gewinnt erneut auf Schalke. Der 2:0-Sieg war hochverdient – und hätte noch höher ausfallen können.

Die Bayern feiern, der Schalker Farfan schaut deprimiert zu. dapd

Die Bayern feiern, der Schalker Farfan schaut deprimiert zu.

GelsenkirchenDer FC Bayern München bleibt der große Angstgegner von Schalke 04. Der Rekordmeister entführte erneut die drei Punkte aus dem Ruhrpott. Und erneut wirkten die Schalker nicht wie eine Truppe auf Augenhöhe, im Gegenteil konnte die Mannschaft von Huub Stevens froh sein, dass nur die beiden Gegentore von Toni Kroos (56.) und Thomas Müller (58.) fielen.

Bei den Bayern rotierte Jupp Heynckes munter weiter. Im Vergleich zum überzeugenden 2:1-Sieg in der Champions League gegen Valencia veränderte der erfahrene Coach sein Team auf drei Positionen: Der zuletzt formstarke Thomas Müller rückte wieder ins zentrale Mittelfeld. Franck Ribery war wegen muskulärer Probleme nicht im Kader. Für Neuzugang Javier Martinez durfte wie erwartet Luis Gustavo im defensiven Mittelfeld ran. Und im Sturmzentrum begann Mario Mandzukic für Claudia Pizarro.

Bei Schalke gab es im Vergleich zum 2:1 in Piräus nur eine Änderung: Im Mittelfeld ersetzte Julian Draxler den Schweizer Tranquillo Barnetta. Schalke gewann nur eines der letzten sieben Heimspiele gegen den FC Bayern und verlor sogar vier der vergangenen fünf. Aber dennoch gingen die Königsblauen mit reichlich Selbstvertrauen in die Partie, schließlich verlief der Saisonstart ähnlich erfolgreich wie bei den Münchenern.

Und dementsprechend mutig begannen die Schalker dann auch. Zunächst zwar ohne klare Torchance, aber um erheblich mehr Offensive bemüht als bei den vorangegangenen Spielen gegen die Bayern. Auch der Rekordmeister versteckte sich nicht und hatte in der achten Minute die erste gefährliche Szene, als Arjen Robben, der auf links spielte, nach schönem Spielzug den finalen Pass nicht zum Mann bekam. Dem folgte eine Riesenchance für Kroos, doch S04-Keeper Unnerstall bekam gerade noch die Hand dazwischen.

Diese zwei Szenen hatten die Weiß-Blauen sichtbar erschreckt. Die Münchener übernahmen die Kontrolle und zwangen die Gastgeber zu Fehlern. Dass es nach einer Viertelstunde noch 0:0 stand, lag einzig daran, dass bei den Gästen immer wieder ein Tick Genauigkeit fehlte.

Die 66.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena waren ohnehin bester Laune – die sich durch das 1:0 der Hamburger gegen Dortmund noch mal besserte. Sie sahen zwei Teams, die ballsicher agierten und Zug zum Tor bewiesen. Aber da standen eben auch glänzend arbeitende Defensivreihen auf dem Platz, die in Halbzeit eins alle entscheidenden Zweikämpfe für sich entschieden.

Bei den Schalkern war Geburtstagskind Lewis Holtby eindeutig der beste Mann der ersten Halbzeit. Immer wieder schlich er sich zwischen Viererkette und Mittelfeld, entwischte so den Gegenspielern und war anspielbar. Doch Nennenswertes kam nicht dabei herum.

Anders die Bayern: Nach einer Flanke von Kroos köpfte Mandzukic den Ball aus bester Position übers Tor (25. Minute). Die Münchener waren besser, aber bei weitem noch nicht effektiv. Es dauerte eine halbe Stunde, bis Schalke den ersten richtig guten Angriff hinbekam. Doch auch der endete ohne Torgefahr.

Die Gäste machten – wie zum Beispiel auch beim Angriff in der 35. Minute, wo Müller aus guter Position kräftig verzog – vieles richtig. Aber wer so spielt, muss sich am Ende nicht wundern, wenn er 0:1 verliert. So viele gute Gelegenheiten bekommt man in einem Auswärtsspiel bei einer Top-Mannschaft wie Schalke üblicherweise nicht. Und es ging im Minutentakt so weiter. Erst bewies Robben, dass sein rechter Fuß nicht zum Toreschießen taugt, dann misslang Kroos der Diagonalpass auf den bestens postierten Mandzukic.

Und beinahe wäre das bestraft worden. Farfan setzte sich erstmals gegen Badstuber durch und zog mit rechts ab, Bayern-Keeper Manuel Neuer hielt glänzend. Apropos Neuer: Zwar wurde der frühere Schalker kräftig ausgepfiffen und beschimpft, aber nicht mehr so heftig wie vor einem Jahr bei seinem ersten Auftritt im Bayern-Trikot. Im Sinne der Sportlichkeit bleibt zu hoffen, dass in der kommenden Saison das beschämende Schauspiel ein Ende findet.

In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte war es plötzlich ein ganz anderes Spiel: Die Schalker stürmten mutig nach vorne, die Gäste wirkten schläfrig. Immer wieder standen die Münchener zu weit von den Gegenspielern entfernt. Aber klare Torchancen gab es nicht mehr. Unterm Strich waren die „Knappen“ mit dem 0:0 gut bedient.

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