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09.05.2016

15:38 Uhr

Sponsoren im Fußball

Wie Red Bull die Bayern herausfordert

VonDiana Fröhlich

Der Brausekonzern Red Bull gibt im Fußball Millionen aus, die gut investiert werden: vor allem in den Nachwuchs. In Leipzig wächst so ein Klub, der dem Dauermeister aus München gefährlich werden kann. Drei Argumente.

Den Aufstieg in die 1. Bundesliga feierte Leipzig-Kicker Davie Selke mit einer Bierdusche für den Cheftrainer. dpa

Bierdusche für Rangnick

Den Aufstieg in die 1. Bundesliga feierte Leipzig-Kicker Davie Selke mit einer Bierdusche für den Cheftrainer.

DüsseldorfRB Leipzig ist tatsächlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelungen. Nun kann man sie wieder überall hören: die Mahner, die Skeptiker, die Ewiggestrigen. Die, die dem Klub den großen Erfolg sieben Jahre nach seiner Gründung einfach nicht gönnen wollen. Weil RB Leipzig ein vom Brausekonzern Red Bull finanziertes kapitalistisches Kunstprodukt sei, ohne Tradition, ohne Herz, ohne eine über Jahrzehnte gewachsene Fankultur. Dafür ausgestattet mit einer Unmenge Geld.

Das mag alles mehr oder weniger richtig sein. Aber: Wenn ein Verein die 1. Liga in Zukunft wieder spannender machen kann, wenn es einen Klub gibt, der dem Dauersieger aus München schon bald gefährlich nahe kommen kann, dann ist es wohl genau dieses Kunstprodukt aus dem Osten der Republik.

Der österreichische Milliardär und Vereinsgründer Dietrich Mateschitz hat sich viel vorgenommen. An seinem 80. Geburtstag will er die Meisterschale in der Hand halten. Bis dahin sind es (nur) noch neun Jahre. Warum die Chancen gut stehen, dass sein Traum Realität wird? Dafür gibt es drei Gründe.

Red Bull in Zahlen

Unternehmen

Die Red Bull GmbH ist ein österreichischer Getränkehersteller.
Quelle: Statista

Marktstellung

Vor Monster und Rockstar (in Deutschland von PepsiCo vertrieben) ist Red Bull der weltweit führende Anbieter von Energy Drinks.

Mitarbeiter

2015 beschäftigte der Konzern knapp 11.000 Mitarbeiter. Im Jahre 2011 waren es knapp 8300.

Absatz 2015

In absoluten Verkaufszahlen setzte der Konzern 2015 global 5,96 Milliarden Getränkedosen ab.

Absatz 2004

Im Jahr 2004 betrug der Dosenabsatz zwei Milliarden Stück.

Deutschland

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel kommt Red Bull laut Daten des IRI-Handelspanels auf einen wertmäßigen Marktanteil von rund 50 Prozent im Energy-Segment.

Umfrage

Fast zehn Prozent der deutschen Verbraucher (ab 14 Jahre) haben nach eigenen Angaben 2015 Red Bull konsumiert.

Umsatz 2015

Im Jahr 2015 lag der Umsatz bei rund 5,9 Milliarden Euro (plus 15,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Umsatz 2000

Im Jahr 2000 lag der Umsatz bei 794,7 Millionen Euro.

Gewinn 2015

Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz verdiente 2015 unterm Strich 501 Millionen Euro – und damit 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Trend“. Quelle: Bild

Erstens: Mateschitz’ globales Fußball-Imperium

Außer in Leipzig unterhält er, einer der reichsten Menschen der Welt, Red-Bull-Mannschaften in New York, Salzburg, Sao Paulo. Das System dahinter ist so simpel wie erfolgreich: Spieler können auf einfachste Weise hin und her transferiert werden, haben die Möglichkeit, Spielpraxis im Ausland zu sammeln. Wer für die eine Liga zu schwach ist, wechselt eben in die andere.

Es ist ein nahezu weltumspannendes Netz, die Übergänge längst fließend. Für Spieler, die sich noch entwickeln wollen, ist es eine große Motivation, für Red Bull zu arbeiten. Sie wissen um die Vorzüge des eigenen, unternehmensinternen Transfersystems. Neben seinem Engagement in der Formel 1 gehört Mateschitz heute zu den wichtigsten Entwicklern im Fußball-Business.

RB-Leipzig-Mäzen Dietrich Mateschitz: Prinzip Feudalismus

RB-Leipzig-Mäzen Dietrich Mateschitz

Premium Prinzip Feudalismus

RB Leipzig ist in die Bundesliga aufgestiegen: Wieder mal hat der Red-Bull-Milliardär aus dem Nichts ein Wunder im Dienste seines Energiegetränks geschafft. Sein Rezept: Er duldet keinen Widerspruch in seinem Imperium.

Zweitens: die vorbildliche Nachwuchsarbeit

Im Jahr 2015 wurde die neue, 33 Millionen Euro teure Akademie in Leipzig eröffnet. Die Jugendmannschaften des Vereins spielen allesamt in den höchsten deutschen Spielklassen. Und ein paar der besten Nachwuchskicker haben es bereits in die DFB-Jugendnationalmannschaften geschafft. Es ist ein Erfolg, der mindestens so schwer wiegt wie der Aufstieg der Profis in die 1. Liga.

Kommentare (2)

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Herr Max Nolte

10.05.2016, 09:17 Uhr

Ich mag diesen Club einfach nicht, als Fußball-Fan mit Herz für Fans und Fankultur hasse ich diesen Leipziger Club regelrecht. Es ist ja schön dass die viel Geld in die Jugend stecken - aber andere Vereine haben auch eine gute Jugend aufgebaut...zB auch in Düsseldorf - auch wenn Fortuna momentan grottenschlecht kickt - die Jugend spielt auf höchstem Niveau - und das hat sich Düsseldorf selbst erarbeitet, ohne einen Großinvestor etc.
Warum kann es RB nicht akzeptieren dass wir Wettbewerb wollen in Deutschland? Wir sind auch Weltmeister ohne solche Kunstprodukte geworden!
Wir brauchen diesen Werbeträger nicht! Ich kann die Fans von diesem Verein nicht verstehen...warum haben Sie nicht Lok oder Chemie Leipzig unterstützt? Das sind die Vereine der Stadt Leipzig...RB hat sich nur Rechte von Markranstädt gekauft.
RB Leipzig und RB Salzburg können sich munter die Spieler hin und her schieben, welche Filialie von RB kommt als nächstes?

LOVE FOOTBALL - HATE RBL!!!

Herr von und zu

12.05.2016, 16:21 Uhr

Wie oft ich dieses Gesafte höre und nicht mehr hören will !!
Ständig dieses Lamentieren und Ningeln wie unfair und wettbewerbsverzerrend Red Bull ist. Ich sage mir sch... egal, ich möchte Fussball auf höchstem Niveau sehen, wie das finanziert wird und ob das fair ist überlasse ich den dafür zuständigen Organen. Jeder und ich sage absolut jeder Verein in Deutschland hätte vor Freude in die Hände geklatscht wenn RedBull an seine Tür gekloppft hätte um Geld in den Verein zu stecken, auch Düsseldorf!! Wer das als Lüge hinstellt tockt nicht ganz sauber. Fussball ist hinter den Kulissen längst mehr als nur Sport, hier gehts um das ganz große Geschäft. Wer glaubt mit Seinen Fanboykotten und niedlichen Fanprotesten der "Ultras" was ändern zu können, den kann ich nur bedauern und sagen, schade um die Mühe und unterstützt lieber euer Team mit Allem was Ihr habt und legal ist (siehe VFL Osnabrück -> Feuerzeugwurf). Witzigerweise interessiert es keine Sau ob andere Vereine wie Wolfsburg, Chelsea, ManCity, Barcelona, Leverkusen usw. am finanziellen Tropf von Sponsoren oder Eignern hängen. Wenn Deutschland im Konzert der internationalen Wettbewerbe als Liga (nicht nur Bayern) mithalten will, gibt es ohnehin keinen anderen Weg, sonst hält man die "tollen" jungen Talente nicht im Verein sondern gibt diese für ein Taschengeld ab. Was Lok und Chemie angeht, die hatten jahrelang Ihre Chance und haben es nicht gebacken gekriegt und was da an Gewaltpotenzial zu Hochsicherheitsspielen regelmäßig stattgefunden hat, da kann ich gern drauf verzichten.

In diesem Sinne, hate RBL, es wird Nichts ändern. Wenn alle RBL hassen und Alles geben diesen Verein zu bezwingen ist das eine gute Schule für RBL um immer besser zu werden um bald international zu spielen, während andere jammern wie unfair das alles ist.

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