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20.01.2010

08:19 Uhr

Sponsoring

Deutsche Konzerne stürmen beim US-Fußball voran

VonMark C. Schneider

Der deutsche Autozulieferer Continental baut sein Engagement im Fußball aus. Der Partner des internationalen Fußballverbandes Fifa und Sponsor der Weltmeisterschaft in Südafrika fördert ab der Saison 2010 die US-Liga Major League Soccer (MLS). Continental ist keineswegs der einzige deutsche Konzern, der den lange Zeit dahindümpelnden US-Fußball als Marketingvehikel nutzt.

David Beckham im Trikot der Los Angeles Galaxy am Ball: der Fußballstar aus Großbritannien hat der MLS viel Aufmerksamkeit beschert. Reuters

David Beckham im Trikot der Los Angeles Galaxy am Ball: der Fußballstar aus Großbritannien hat der MLS viel Aufmerksamkeit beschert.

HAMBURG. "Wir erwarten eine Explosion der Popularitätswerte von Fußball in den USA", sagte Travis Roffler, Marketingdirektor von Contis zuständiger US-Reifentochter, dem Handelsblatt. Der Conti-Manager verspricht sich davon eine steigende Wahrnehmung der Reifenmarke.

Mit dem Fußball-Engagement jenseits des großen Teichs steht Continental nicht allein da. Europas größter Autobauer Volkswagen setzt bei seiner Nordamerika-Offensive sowohl bei der Kernmarke VW als auch bei der Luxustochter Audi auf die deutlich zulegende Sportart. Die Wolfsburger fungieren unter anderem als Trikotsponsor der MLS-Mannschaft DC United in Washington. Volkswagens Amerika-Chef Stefan Jacoby setzt bei seinem Plan, VW in der Mitte des Marktes zu verankern, besonders auf die Anziehungkraft des Fußballs bei der wichtigen Kundengruppe der Hispanics: US-Bürgern mit südamerikanischen Wurzeln. "Die Hispanics haben besonderes Interesse an Fußball", bestätigt Andreas Ullmann, Fußball-Sponsoringexperte des Kölner Beratungsunternehmens Sport und Markt. Es sei deshalb kein Zufall, dass gleich drei der aktuell 16 MLS-Mannschaften in Kalifornien beheimatet sind.

Während die Fußballwelt 2010 nach Afrika blickt, sieht Ullmann mittelfristig große Chancen in Amerika. "Der US-Liga-Fußball hat wenig Tradition, bietet dafür aber viel Potenzial", sagt der Fachmann. Der Wechsel der britischen Fußball- und Modeikone David Beckham zu Los Angeles Galaxy habe dem Sport viel Aufmerksamkeit gebracht. Die Kalifornier nehmen pro Jahr rund fünf Mio. Dollar für das Trikotsponsoring ein.

Fußball wird immer populärer

Bislang dominieren in den USA American Football, Baseball und Basketball. Doch der europäische Export legt zu. Kommendes Jahr soll die Liga um zwei Teams anwachsen. Kanada wird eingemeindet. Mittlerweile gibt es 14 reine Fußballstadien in den USA. Die Nationalmannschaft der Damen zählt zur Weltspitze. Die Herren werden immer besser, sind für Südafrika qualifiziert. Die USA gelten als Kandidat für die Ausrichtung der Fußball-WM in acht oder zwölf Jahren.

Kein Wunder, dass der Sportartikelhersteller Adidas seit dem Jahr 2005 für 150 Mio. Dollar die Mannschaften der MLS zehn Jahre lang exklusiv ausrüstet. "Die Rolle als Pionier kann sich lohnen", sagt Experte Ullmann, "die Unternehmen besetzen damit früh ein Thema." Das hat auch der österreichische Brausebrauer Red Bull erkannt, der sich mit viel Geld bei den New York Red Bulls engagiert. Zwar sind auch US-Firmen wie die Elektrokette Best Buy bei der MLS dabei. Sponsorengrößen wie Coca-Cola konzentrieren sich aber auf die WM.

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