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18.05.2017

14:04 Uhr

Sponsoring Nationalmannschaft

Mercedes und VW kämpfen um Jogis Team

Der Autohersteller Mercedes sponsert seit mehr als 40 Jahren die Nationalmannschaft. Doch im aktuellen Bieterverfahren haben die Stuttgarter mit Volkswagen einen starken Konkurrenten bekommen.

Bundestrainer Joachim Löw jubelt an der Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin: Natürlich mit dem Logo des Sponsors Mercedes auf dem T-Shirt. Ob Volkswagen künftig diese prominente Stelle auf der Kleidung des Weltmeisters einnimmt? dpa

Joachim Löw

Bundestrainer Joachim Löw jubelt an der Fanmeile am Brandenburger Tor in Berlin: Natürlich mit dem Logo des Sponsors Mercedes auf dem T-Shirt. Ob Volkswagen künftig diese prominente Stelle auf der Kleidung des Weltmeisters einnimmt?

FrankfurtDer Deutsche Fußball-Bund (DFB) spielt die Autohersteller in einem Bieterverfahren für die Nationalmannschaft gegeneinander aus. Mercedes, seit mehr als 40 Jahren die Automarke Nummer 1 für das Team von Bundestrainer Jogi Löw, hat starke Konkurrenz bekommen. Das berichten FAZ und dpa mit Blick auf eine turnusmäßige Präsidiumssitzung an diesem Freitag.

„Volkswagen will Mercedes beim DFB herausdrängen“, lautet die Schlagzeile der FAZ. Nach dpa-Informationen liegt dem DFB ein entsprechendes Angebot von Volkswagen vor. Ein VW-Sprecher wollte sich am Donnerstag zu der Angelegenheit aber nicht äußern.

Die Sparprogramme bei Volkswagen

1993: Massenentlassungen drohen

Im Jahr des Amtsantritts des späteren VW-Patriarchen Ferdinand Piëch als Vorstandschef steckt der Konzern in einer tiefen Krise. Er produziert im Vergleich mit der globalen Konkurrenz viel zu teuer, es droht die Entlassung von bis zu 30.000 Beschäftigten.

Hartz verhindert Kahlschlag

Peter Hartz, von Piëch eingestellter Personalvorstand und späterer Entwickler der Arbeitsmarktreformen der Regierung Schröder, kann den Kahlschlag abwenden. Er führt in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG Metall unter anderem die Vier-Tage-Woche bei Volkswagen ein - eine Arbeitszeitverkürzung ohne Lohnausgleich. Auch der umstrittene „Kostenkiller“ und Ex-General-Motors-Manager José Ignacio López bringt den verlustreichen Konzern finanziell wieder auf Kurs.

2006: Ende der Vier-Tage-Woche

Die Hauptmarke Volkswagen-Pkw fährt chronisch niedrige Erträge ein - eine deutliche Parallele zur heutigen Lage. Nach monatelangen Verhandlungen zum neuen Haustarifvertrag bei VW einigen sich die Parteien auf eine Abkehr von der Vier-Tage-Woche. Als Gegenleistung für die wieder deutlich längeren Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich verlangt die IG Metall vom Unternehmen verbindliche Zusagen für die langfristige Zukunft der sechs westdeutschen Werke.

Nachdem Kernmarken-Chef Wolfgang Bernhard mit Stellenstreichungen und Produktionsverlagerungen gedroht hat, verlässt er den Konzern. VW kann dennoch die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

2016: Dieselskandal belastet VW

Nach Jahren satter Gewinne dümpelt die Marke mit dem VW-Emblem – gemessen an der Marge (Anteil des Gewinns am Umsatz) – im Branchenvergleich erneut vor sich hin. Zugleich muss der Gesamtkonzern die Milliardenlasten des Abgas-Skandals verdauen und sich stärker auf die Zukunftsthemen der Branche konzentrieren.

Der „Zukunftspakt“

Der „Zukunftspakt“ soll daher den Spardruck, den Umbau in Richtung E-Mobilität, Digitalisierung und Dienstleistungen sowie das Interesse der Belegschaft an sicheren Jobs und Standorten in die Balance bringen. Nach Monaten des Ringens steht fest: Dies wird nicht ohne Zugeständnisse bei den Jobs gehen. 30.000 Stellen sollen weltweit bis 2020 auslaufen, Kündigungen gibt es aber nicht.

Auch Daimler wollte den Bericht nicht kommentieren. „Mercedes-Benz ist seit vielen Jahren Partner und seit 1990 Generalsponsor des DFB“, sagte eine Sprecherin des Autobauers. Der Vertrag laufe noch bis Ende 2018. „Wir befinden uns derzeit mit dem DFB in Gesprächen über eine mögliche Vertragsverlängerung. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns aus Wettbewerbsgründen generell nicht zu laufenden Vertragsgesprächen äußern“, sagte die Sprecherin weiter.

Es geht um den Zeitraum 2019 bis 2024, also fünf Jahre, und ein Volumen von mindestens acht Millionen Euro im Jahr, wie die FAZ schreibt. Mercedes taucht als Sponsor der Nationalmannschaft zwar in vielfältiger Weise auf.

Der bei weitem wichtigste Geldgeber ist jedoch der Sportartikelhersteller Adidas, dessen Vertrag im vergangenen Jahr bis 2022 verlängert wurde. Angeblich wurde dabei die jährliche Zahlung an den DFB von rund 25 Millionen Euro auf rund 50 Millionen Euro verdoppelt. Manche Medien nannten sogar ein Volumen von 65 bis 70 Millionen Euro pro Jahr. Solche Zahlen werden üblicherweise offiziell nicht kommentiert.

Kommentare (1)

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Herr Hofmann Marc

18.05.2017, 14:13 Uhr

Ein schönes Bild von unserem Yogi.....ich glaube das drucke ich mir aus und hänge es zu Trump und Putin....alles echte Kerle.....

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