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01.06.2017

09:44 Uhr

Sportliche Folgen des Brexit

Manchester United besorgt über Transfers von Nachwuchsspielern

Der Austritt der Briten aus der EU könnte auch für den englischen Profifußball schwere Folgen haben. Manchester United zeigt sich besorgt: Nachwuchstalente könnten an andere europäische Clubs verloren gehen.

Der englische Profi-Fußballclub sorgt sich um seine Zukunft, da der Brexit auch im sportlichen Bereich negative Folgen nach sich ziehen könnte. Reuters

Manchester United

Der englische Profi-Fußballclub sorgt sich um seine Zukunft, da der Brexit auch im sportlichen Bereich negative Folgen nach sich ziehen könnte.

LondonDer britische Fußballverein Manchester United hat Bedenken, dass er wegen des Brexits Nachwuchsspieler an Clubs wie Real Madrid und FC Barcelona verliert. Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union könnte zu Problemen dabei führen, Spieler aus der EU unter Vertrag zu nehmen und weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte der Finanzchef des Vereins, Cliff Baty, bei einer Forumsdiskussion am Mittwoch in London.

Denn der Weltfußballverband FIFA erlaubt nur Clubs innerhalb der EU oder des Europäischen Wirtschaftsraums, 16 und 17 Jahre alte Spieler zu transferieren - nach dem Brexit dürfte ManU deshalb mit Ausnahme nur noch Spieler älter als 18 Jahre unter Vertrag nehmen, wie sonst international üblich.

Fußball-Studie der KPMG: Die wertvollsten Klubs

Rekordwert

Manchester United ist der erste Klub, der von KPMG mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet wird.
Quelle: KPMG-Studie über 32 prominente Fußballklubs in Europa

Premier League

Englische Klubs haben wesentlich höhere TV-Einnahmen als ihre Konkurrenten. Sie besetzen daher sechs Plätze unter den Top-10.

Champions-League-Finalisten

Real Madrid erreicht den zweiten and Juventus Turin den neunten Platz. Allerdings ist der Wertabstand der beiden gewaltig: 1,7 Milliarden Euro

Aufgeholt

Manchester City (mit Trainer Pep Guardiola) rückt - gemessen am Unternehmenswert von knapp zwei Milliarden Euro - auf die fünfte Position vor und überholt Arsenal London.

Spanien

Die Engländer dominieren zwar die Rangliste, doch die beiden spanischen Klubs, Real und Barcelona, erreichen beide einen Unternehmenswert von mehr als zwei Milliarden Euro. Das schaffte keine andere Liga mit zwei Vereinen.

Deutschland

Drei deutsche Klubs schaffen es in die 32er-Rangliste. Neben den Bayern auf Platz 4 sind dies Borussia Dortmund auf Platz 12 und Schalke 04 auf Platz 14.

Bayern, Dortmund, Schalke

Zusammen kommen die drei deutschen Klubs auf einen Unternehmenswert von mehr als vier Milliarden Euro.

Kleinere Ligen

Sechs Vereine in der Liste kommen nicht aus den fünf großen Fußballligen in Europa. Dies sind Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven, Benfica Lissabon, Fenerbahçe Istanbul, Galatasaray Istanbul and Beşiktaş Istanbul. Die Klubs kommen auf sechs Prozent des von KPMG errechneten Gesamtwerts.

Wachstum

Mit einem Unternehmenswert von insgesamt 29,9 Milliarden Euro ist der Wert der 32 prominentesten Fußballvereine im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gewachsen.

Gründe

Das Fußballgeschäft wächst, weil die Vereine immer mehr Geld erhalten für TV-Rechte, international Fans werben, in moderne Anlagen investieren und das Geschäft nachhaltiger managen.

Vor allem im Wettbewerb mit Real Madrid und dem FC Barcelona hätte Manchester so einen Nachteil, erklärte Baty. „Wenn 16-Jährige für sie spielen und wir bis 18 Jahre warten müssen, gibt es hier ganz klar Probleme in der Umsetzung.“

Er sei sich jedoch sicher, dass darüber vor dem Brexit noch gesprochen und eine Lösung gefunden werde, sagte Baty. Der Club hatte beispielsweise 2009 Fußball-Superstar Paul Pogba im Alter von 16 Jahren vom französischen Verein Le Havre abgelöst. Würde keine Regelung gefunden, wäre ein solcher Transfer nach dem Brexit womöglich nicht mehr möglich.

Von

ap

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