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21.11.2011

10:38 Uhr

St. Pauli zapft Fans an

„Unsere Anleihen sind sicherer als Papiere aus Griechenland“

VonMichael Brächer

Der FC St. Pauli borgt sich Geld bei seinen Fans, um den Stadionausbau zu finanzieren. Die Vereinsführung ist vom eigenen Erfolg überrascht.

Stefan Orth, der Präsident des FC St. Pauli. dpa

Stefan Orth, der Präsident des FC St. Pauli.

Hamburg/DüsseldorfWas wie ein Kiez-Klischee klingt, ist der Werbeslogan für die eigenen Unternehmensanleihen: „Auf St. Pauli regeln wir die Dinge unter uns.“ Mit diesem Motto möchte der Hamburger Zweitligist sechs Millionen Euro bei seinen Fans einsammeln, um den Ausbau des Millerntor-Stadions zu finanzieren.

Schon nach zehn Tagen haben die St. Paulianer mehr als die Hälfte des angepeilten Betrags zusammen. Dabei waren ursprünglich zweieinhalb Monate für die Zeichnung der Anleihen angesetzt.

„Wir hätten nicht gedacht, dass die Nachfrage so groß sein würde“, sagt Geschäftsführer Michael Meeske. Vor allem Kleinanleger griffen zu. Meeske rechnet damit, dass die Vier-Millionen-Euro-Marke noch in dieser Woche geknackt wird. Und das, obwohl die Rendite der Schuldverschreibungen mit sechs Prozent eher mau ausfällt.

Die starke Nachfrage nach den St.-Pauli-Anleihen hat selbst Experten überrascht. „Das Erfolgsgeheimnis ist wohl die große Fangemeinde, die sehr an ihrem Verein hängt“, sagt Fabian Kirchmann, Vorstand des Kölner Finanzberaters IR.on. Den Anhängern gehe es nicht um die Rendite, sondern um die Unterstützung für die eigene Mannschaft.

Echte Fans entscheiden sich für die Schmuckurkunde mit Totenkopf

Mit dem Geld will der Verein zwei neue Tribünen im Millerntor-Stadion errichten und ein Trainingszentrum ausbauen. „Die Fans profitieren also unmittelbar von den Investitionen, die wir mit dem Geld tätigen“, sagt Geschäftsführer Meeske.

Die günstigste Anleihe ist für 100 Euro zu haben, das teuerste Exemplar wird in Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins für 1910 Euro angeboten. Bei der Schmuckurkunde können sich die Anleger zwischen dem offiziellen Vereinsemblem und dem inoffiziellen Totenkopf-Logo entscheiden. Doch sieht so eine vertrauenswürdige Kapitalanlage aus?

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