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09.06.2013

11:57 Uhr

Steuer-Affäre

Seehofer fordert „anständigen Umgang“ mit Uli Hoeneß

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sich hinter Uli Hoeneß gestellt. Für Fassungslosigkeit sorgt derweil, dass ein ehemaliger Steuerfahnder dem Aufsichtsratschef des FC Bayern München half.

Uli Hoeneß (links) bekommt Unterstützung von Horst Seehofer (CSU). Reuters

Uli Hoeneß (links) bekommt Unterstützung von Horst Seehofer (CSU).

MünchenUli Hoeneß erhält in seiner Steuer-Affäre moralische Unterstützung. "Die Menschen in Bayern schätzen das Lebenswerk von Uli Hoeneß. Sie legen Wert auf einen anständigen Umgang mit Uli Hoeneß", sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) der "Bild am Sonntag" angesprochen auf die Personalie. Klar sei aber auch, dass der Präsident des Fußball-Triplesiegers FC Bayern "für die Dinge, die im Raum stehen, geradezustehen hat".

Bayern-Vizekapitän Bastian Schweinsteiger betonte, Hoeneß als langjährigem Vereinsboss den Triplegewinn in der abgelaufenen Saison besonders gegönnt zu haben. "Ich wollte, dass er die Pokale bekommt. Das hatte absolut nichts mit seinen aktuellen Steuer-Problemen zu tun. Sondern damit, was er als Mensch, Manager und Präsident für Bayern München geleistet hat", sagte der 28-Jährige.

Mit Unverständnis reagierte der Ehrenvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, auf die Meldung, wonach ein Steuerfahnder Uli Hoeneß bei dessen Selbstanzeige geholfen haben soll. "Es ist einem Ermittler verboten, einem Steuersünder bei der Selbstanzeige zu helfen", sagte Ondracek dem Nachrichtenmagazin "Focus" und ergänzte: "Ich kann es kaum glauben, dass ein Steuerfahnder da mitgewirkt hat."

Der Bayern-Präsident hatte nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bei seiner Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung Hilfe von einem ehemaligen Sachgebietsleiter der Steuerfahndung München bekommen. Die Staatsanwaltschaft München II äußerte sich nicht dazu. Laut "Focus" wurde im Rahmen der Ermittlungen die Wohnung des Beamten durchsucht - im schlimmsten Fall drohe ihm die Entlassung und Aberkennung der Pensionsansprüche. Hoeneß hatte sich im Januar selbst angezeigt.

Von

dpa

Kommentare (28)

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Account gelöscht!

09.06.2013, 12:30 Uhr

Na, das werden viele andere auch fordern können, denen sämtliche Konten wegen ein paar Euro Steuerschulden dicht gemacht wurden.
Falsche Signal, Herr Seehofer.
Holen sie lieber erstmal ihren angeblich Irren (weil Steuerhinterziehung angezeigt) aus der Psychiatrie.

Butterflyeffect

09.06.2013, 12:38 Uhr

Was würde passieren, wenn man genau dass Gegenteil machen würde was Seehofer und alle andere Politiker und Eliten uns den 90 % der Menschheit ständig raten?!

Würde etwa mehr Chaos oder mehr Friede und Gerechtigkeit für alle Menschen herrschen?

Hohenzoller

09.06.2013, 12:55 Uhr

Seehofer sollte endlich klären, weshalb im Fall Hoeneß gegen das Steuergeheimnis verstoßen wurde. Immerhin war Seehofer selbst auch frühzeitig eingeweiht.

Das Ablenkmanöver zu Hoeneß soll letztendlich nur von Haderthauer, Mollath und von der eklatanten Vetternwirtschaft der CSU ablenken!

Seehofer ist und bleibt ein substanzloser Dampfplauderer. Für Heoneß, einen Steuerhinterzieher, findet er Worte, während die Flutopfer in Bayern um ihre Existenz kämpfen.

Pfui Deibel Herr Seehofer!

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