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30.01.2007

21:05 Uhr

Streit um Ausrüstervertrag

DFB setzt Adidas unter Zugzwang

Lange galt die Beziehung zwischen dem Sportartikelhersteller Adidas und dem DFB als mustergültige Partnerschaft eines Sportverbandes und eines Ausrüsterunternehmens. Doch Branchenführer Nike hat mit einer Traumofferte für den Fußball-Verband Zwietracht zwischen den Partnern gesät. Jetzt droht sogar der Gang vor die Gerichte.

DFB-Präsident Theo Zwanziger vor einer Werbetafel des DFB mit dem Adidas-Logo. Foto: dpa dpa

DFB-Präsident Theo Zwanziger vor einer Werbetafel des DFB mit dem Adidas-Logo. Foto: dpa

dpa FRANKFURT/MAIN. Mit dem 600-Millionen-Euro-Angebot von Nike und einem Universitäts-Gutachten im Rücken setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seinen langjährigen Partner Adidas im Poker um den Ausrüstervertrag für die Nationalmannschaft unter Zugzwang. „Ich kann nicht sagen: Ich verkaufe ein Produkt für ein Sechstel von dem, was ein anderer mir bietet“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach einem „sehr guten“ Gespräch mit Adidas-Chef Herbert Hainer in Frankfurt/Main.

Laut dem vom Mainzer Rechtsprofessors Mathias Habersack erstellten Gutachten, das der DFB dem Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach zu dessen eigener Prüfung überreichte, ist der Verband derzeit nicht über 2011 hinaus an Adidas gebunden. Der DFB könnte somit auf die vom selben Jahr aus geltende Nike-Offerte eingehen. Allerdings ist das offenbar gar nicht im Sinne des DFB. „Wir wünschen uns eine Fortsetzung mit Adidas unter den neuen Bedingungen des Nike-Angebots“, sagte Zwanziger und forderte das Unternehmen aus Herzogenaurach somit zu einem deutlich verbesserten Angebot auf.

Sollten beide Partner nach der Prüfung des Gutachtens indes noch immer unterschiedliche Rechtsauffassungen über die Gültigkeit eines im vergangenen Jahr nicht schriftlich besiegelten Vertrags für die Jahre 2011 bis 2014 haben, soll ein Schiedsgericht entscheiden. „Wir müssen Klarheit haben“, so der DFB-Boss.

Zwanziger, selber Jurist, ist sich aber auch sicher: „Es gab aus unserem Blickwinkel noch keine abschließende vollständige Einigung über die wirtschaftlichen Daten.“ Der DFB-Chef machte deutlich, dass die mehr als 50 Jahre währende Partnerschaft mit Adidas großes Gewicht habe, er die Nike-Offerte nicht einfach ignorieren könne.

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