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12.11.2012

12:41 Uhr

Streit um Zwanziger-Buch

„Hoeneß ist eine kleinkarierte Seele“

Um das am Montag erschienene Buch des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger wird weiter heftig gestritten. Jetzt kontert auch sein Nachfolger Wolfgang Niersbach. Zwanziger selbst legt im Konflikt mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß nach.

Auf Konfrontationskurs: Uli Hoeneß (li.), Präsident des FC Bayern München, und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger. dpa

Auf Konfrontationskurs: Uli Hoeneß (li.), Präsident des FC Bayern München, und der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger.

KölnZwanziger wehrte sich dagegen, sein zu Wochenbeginn erschienenes Buch „Die Zwanziger Jahre“ als Abrechnungsbuch zu sehen. „Es sollte nicht nur keins sein, es ist auch keins“, sagte der ehemalige Verbandschef im ZDF. Er habe die Rolle des Fußballs beleuchten wollen und sich auch „mit der einen oder anderen Persönlichkeit sehr differenziert auseinandergesetzt“, bemerkte Zwanziger.

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern, hatte am Samstag auf Zwanzigers verbalen Feldzug gegen Persönlichkeiten des deutschen Fußballs wie Hoeneß, Jürgen Klinsmann oder Oliver Bierhoff in dessen Buch reagiert und erklärt: „Dass Theo Zwanziger kein guter Präsident war, wusste ich schon lange. Dieses Buch wird ihn nach seinem mehr als peinlichen Rücktritt endgültig in die Isolation treiben.“

„Jemand, der selbst Attacke fahren will, der muss auch mal akzeptieren, wenn einer das eine oder andere, was er macht, kritischer sieht“, bemerkte Zwanziger zur Hoeneß-Reaktion und wies im Fachblatt „kicker“ auf Äußerungen des Bayern-Präsidenten etwa über den Frauen-Fußball hin. „Wenn Uli Hoeneß als Meinungsbildner in unserer Gesellschaft sich zum Beispiel über Frauen-Fußball so despektierlich äußert wie mit einer Bemerkung 'Wir reden jetzt mal über Fußball', muss er erwarten, dass das auch einmal thematisiert wird.“ Auf der einen Seite lobe er „diesen großen Bayern-Manager über den grünen Klee. Auf der anderen Seite stoße ich mich an ein, zwei Bemerkungen“, sagte Zwanziger. Wenn sich Hoeneß jetzt so aufrege, tue es ihm leid: „Dann ist Hoeneß eine kleinkarierte Seele.“ Wer „Attacken reitet“, der solle nicht so empfindlich sein, empfahl er Hoeneß. „Über die Qualität von Meinung entscheidet in einer Streitkultur nicht allein Uli Hoeneß. Das lässt mich eiskalt.“

Zwanziger verteidigte auch nochmals seine Indiskretionen, etwa über einen Plan B mit dem damaligen Bundestrainer Klinsmann bei der Heim-WM 2006. „Die Menschen haben auch ein Recht darauf, Hintergründe zu erfahren“, erklärte Zwanziger. Er wolle insgesamt mit dem Buch schildern, was die Motivation gewesen sei, als Funktionär zu arbeiten: „Fußball ist mehr als Bundesliga und Nationalmannschaft.“ Der gesamte Reinerlös seines Buches solle sozialen Zwecken und dem Frauen-Fußball zugutekommen, betonte Zwanziger.

Kommentare (8)

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12.11.2012, 18:35 Uhr

Ob Hoeneß kleinkariert ist weiß ich nicht aber er muß sich in alles einmischen und sich wohl jeden Tag in den Medien publiziert sehen ansonsten geht es ihm nicht gut.

Boehm

12.11.2012, 19:07 Uhr

Für mich hat Dr. Zwanziger zumindest in einem Punkt absolut recht. Herr Hoeness ist stets auf Krawall gebürstet, kann vor Arroganz kaum laufen und es mangelt ihm an einem Mindestmaß an Respekt gegenüber Andersdenkenden.

Heimkehrer

12.11.2012, 19:57 Uhr

Schade dass Herr Zwanziger sich gebärdet wie die große Schar von C-Promis die irgendwelche dümmlichen Bücher schreiben. Da versucht der alte Mann doch tatsächlich durch eine Welle in den Medien sein Werk zu promoten. Hat er das nötig? Er dürfte doch beim DFB vernünftig bezahlt worden sein und Verbindungen zu Herr Blatter von der FIFA haben noch niemanden geschadet...Die Schüsse Richtung Uli Hoeneß und alle möglichen Leuten aus dem Fußballgeschäft sind an Peinlichkeit kaum zu übertreffen. Da hat jemand eine Menge Chancen verpasst zu schweigen. Sieht so aus als wäre der Zwanziger ist ein falscher Fuffziger!!

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