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27.11.2011

18:21 Uhr

Stuttgart geschlagen

Bremen siegt auch ohne Pizarro

Werder Bremen kann den Anschluss an die Liga-Spitze halten. Eine Woche nach der bittere 0:5-Niederlage in Mönchengladbach schlagen die Bremer den VfB Stuttgart. Torjäger Pizzaro wurde nicht vermisst.

Der Bremer Naldo (r) jubelt über sein Tor zum 2:0 mit Marco Arnautovic (l) und Marko Marin. dpa

Der Bremer Naldo (r) jubelt über sein Tor zum 2:0 mit Marco Arnautovic (l) und Marko Marin.

BremenWerder Bremen hat auch ohne Top-Torjäger Claudio Pizarro nach einem 2:0 gegen den VfB Stuttgart die Champions-League-Plätze wieder fest im Visier. In Abwesenheit des verletzten Stürmerstars sicherten Aaron Hunt (57. Minute) und Naldo (67.) am Sonntag den ersten Werder-Sieg gegen schwache Schwaben seit mehr als zwei Jahren. „Das war eine sehr gute Leistung. Wir haben sehr konzentriert und diszipliniert gespielt“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Eine Woche nach dem 0:5 in Mönchengladbach und vor dem Spitzenspiel beim FC Bayern München verbesserten sich die Bremer mit nun 26 Punkten wieder auf Platz vier in der Fußball-Bundesliga. 

„Wir haben eine Reaktion gezeigt auf das außergewöhnlich schlechte Spiel in Mönchengladbach“, sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. Der VfB dagegen fiel als Siebter (21 Punkte) vorerst aus den Europa-League-Rängen. „Wir hatten heute viele Spieler, die nicht in Normalform waren“, analysierte VfB-Coach Bruno Labbadia. „Wir haben zu viele Fehler gemacht in der Vorwärtsbewegung und waren beim ersten Gegentor nicht konsequent genug.“ Der gute VfB-Torwart Sven Ulreich meinte treffend: „Bremen hat heute verdient gewonnen.“ 

In dickem Wollpulli und Daunenweste durfte der am Knie verletzte Pizarro, um dessen Einsatz es unter der Woche kontroverse Debatten gegeben hatte, zwei sehenswerte Treffer von der Tribüne aus bejubeln. Hunt traf nach feiner Kombination und perfektem Zuspiel von Kapitän Clemens Fritz zum ersten Werder-Heim-Tor seit dem 20. August, das nicht von Pizarro erzielt wurde. Naldo ließ mit seinem fulminanten Freistoß Ulreich keine Chance und feierte vor 40.800 Zuschauern sein erstes Bundesliga-Tor seit dem 13. Februar 2010. „Das war etwas Besonderes für mich. Die Unterstützung war super. Ich bin überglücklich, dass wir gewonnen haben“, sagte Naldo. 

Auch ohne Pizarro starteten die Bremer schwungvoll und motiviert in die Partie. Eine Woche nach dem Debakel bei Borussia Mönchengladbach war den Hanseaten der Wille zur Wiedergutmachung anzumerken. Die Gäste taten sich über die gesamten 90 Minuten recht schwer und waren offensiv harmlos. So bekamen die mitgereisten Schwaben-Fans erst in der 41. Minute eine Torchance zu sehen. Serdar Tasci scheiterte mit seinem Kopfball an Werder-Schlussmann Tim Wiese. Ansonsten stand die Werder-Hintermannschaft mit dem nach Bronchitis wiedergenesenen Naldo sicher und ließ kaum VfB-Möglichkeiten zu. 

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich ein ähnliches Bild. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass nun die Bremer Bemühungen belohnt wurden. Nach feinem Pass von Fritz ließ sich Hunt die Chance nicht nehmen und schob zu seinem dritten Saisontor ein. Labbadia reagierte prompt und brachte Cacau und Timo Gebhart für die insgesamt enttäuschenden Pawel Pogrebnjak und Shinji Okazaki (61.). 

Der erhoffte Effekt blieb aber aus - im Gegenteil. Mit der Führung im Rücken agierte Werder nun zielstrebiger. Zehn Minuten nach dem 1:0 durfte Naldo bei einem Freistoß an der Strafraumgrenze ran und schoss den Ball wie an der Schnur gezogen unhaltbar für Ulreich ins Netz. Dieses war kurz vor Wiederanpfiff noch provisorisch mit Klebeband repariert worden, weil Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) ein Loch in den Maschen moniert hatte. Das 2:0 gab den Bremern Sicherheit, die Stuttgarter waren zu ideenlos, um die Partie noch einmal drehen zu können. Erstmals seit dem 5. Spieltag (2:0 gegen Hamburger SV) blieb Werder damit in der Bundesliga ohne Gegentor.

Von

dpa

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