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23.05.2015

19:15 Uhr

Stuttgart-Retter Huub Stevens

„Ich bin kein Feierbiest“

Huub Stevens hat den VfB Stuttgart doch noch vor dem Sturz in die zweite Liga bewahrt. Doch das Spiel gegen Paderborn war wohl sei letztes für die Schwaben. Nun kann er aber erst einmal den Klassenerhalt feiern.

Nach der Rettung ist seine Zeit in Stuttgart wohl vorbei. Reuters

Huub Stevens

Nach der Rettung ist seine Zeit in Stuttgart wohl vorbei.

PaderbornIn der Pressekonferenz nach der Rettung gegen den SC Paderborn zeigte sich VfB Trainer Huub Stevens von seiner lockeren Seite und genoss den Erfolg.

Der VfB Stuttgart hat am 34. und letzten Spieltag der Bundesliga den Klassverbleib mit einem 2:1 beim SC Paderborn geschafft. Erleichtert und glücklich?

Kompliment an den SC Paderborn, wie er Fußball gespielt hat und schade, dass er abgestiegen ist. Wir sind aber glücklich, dass es uns nicht getroffen hat. Wenn man so schnell mit 0:1 in Rückstand gerät, könnte man denken, nervös zu werden, doch wir haben die Ruhe bewahrt und verdient gewonnen.

Der 34. Spieltag im Überblick

1899 Hoffenheim - Hertha BSC 2:1

Das Spiel in Sinsheim beginnt furios, und eine der vielen Offensivszenen nutzt Modeste in der 8. Spielminute zur Führung für die Gastgeber. Anschließend überlässt die Elf von Trainer Pal Dardai den Hoffenheimern das Spiel und beschränkt sich auf die Defensivarbeit. In der zweiten Hälfte gleicht Roy Beerens, kurz zuvor erst eingewechselt, in der 72. Minute aus. Die Hoffenheimer antworten schnell, als Firmino nach einem Abpraller von Kraft zur Chance kommt und das 2:1 erzielt. Das Spiel hätte sicher auch Unentschieden ausgehen können - alles in allem geht der Sieg für die Kraichgauer jedoch in Ordnung.

Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 2:1

Die Gastgeber gewinnen die Partie verdient mit 2:1. Leverkusen ist aktiv auf dem Platz, hat viele Möglichkeiten, doch die Gäste sind nicht zwingend genug. Nach einer turbulenten Anfangsphase mit Toren durch Seferovic (4.) und Bellarabi (6.) verflacht die Partie zunehmend. Kurz vor Ende der zweiten Hälfte markiert Innenverteidiger Alexander Madlung den Siegtreffer (39.). Die zweite Halbzeit ist ein offenes Spiel, doch die SGE rettet den Sieg um die Zeit. Nach dem Abpfiff wird das Team gefeiert, doch am meisten Torjäger Alex Meier. Der 32-Jährige erhält unter tosendem Applaus die Torjäger-Kanone mit 19 Treffern.

SC Paderborn - VfB Stuttgart 1:2

In der ersten Halbzeit liegt Paderborn durch Vucinovic früh in Führung (4.), aber Stuttgart spielt engagiert auf den Ausgleich und belohnt sich durch Didavi (36.). In der zweiten Halbzeit lässt der VfB viele Chancen liegen, bis dann Ginczek doch noch das 2:1 erzielt (72.). Stuttgart muss in der Schlussphase ein wenig zittern, da der SCP noch einmal nach vorne spielt, kann dann aber letztlich die Führung über die Zeit retten.

1. FC Köln - VfL Wolfsburg 2:2

Direkt zu Beginn der Partie erwischt der 1. FC Köln, in Person von Osako, die Wölfe eiskalt und geht mit 1:0 in der dritten Minute in Führung. Wolfsburg zeigt sich allerdings wenig beeindruckt und dreht das Spiel durch Tore von Luiz Gustavo (8. Minute), und Perisic (15.) noch vor der Pause. Im zweiten Durchgang ist der 1. FC Köln die bessere Mannschaft und kommt durch ein Eigentor von Knoche in der 61. Minute zum verdienten Ausgleich. In der Folge nimmt das Tempo der Partie ab und die Mannschaften geben sich mit der Punkteteilung zufrieden.

Hamburger SV - Schalke 04 2:0

Lange mussten die HSV-Fans warten. Nach ganz schwacher erster Halbzeit steht es zwischen Hamburg und Schalke 0:0. Dann aber reichen zwei Standardsituationen für den HSV-Sieg. Erst stochert Olic (49.) den Ball nach einer Ecke rein, dann köpft Rudnevs (58.) zum Endstand nach einem Freistoß. Ganz schwache Schalker kommen nicht mehr ins Spiel und verlieren am Ende sogar noch Platz fünf an Augsburg. Auf Hamburg wartet die Relegation.

Hannover 96 - SC Freiburg 2:1

Die erste Hälfte wird früh von Hannover bestimmt, das überfallartig durch Kiyotake nach einer Albornoz-Vorlage mit 1:0 in Führung geht (3.). In Hälfte zwei übernimmt Freiburgs Offensivabteilung das Spielgeschehen, um den wichtigen Ausgleich zu erzielen, während Hannover weitestgehend auf schnelle Konter lauert und das 1:0 verteidigt. Dann plötzlich der Blackout von Krmas, der einen Hannoveraner Angriff über Karaman und Briand im eigenen Tor abschließt (84.). Freiburg probiert dennoch weiter alles und kommt noch durch Petersen zum letztlich unbedeutenden 1:2-Anschluss (90.+2).

FC Bayern - FSV Mainz 05 2:0

Die Gastgeber aus München sind über 90 Minuten die spielbestimmende Mannschaft und lassen defensiven Gästen keine Chance. Mainz steht über die gesamte Spielzeit tief in der eigenen Hälfte und ist immer einen Schritt langsamer als der Meister. Lewandowski (25.,Handelfmeter) und der überragende Schweinsteiger (48.) sind die Torschützen.

Borussia Dortmund - Werder Bremen 3:2

Die Borussia legt hier los wie die Feuerwehr und schnürt Bremen komplett in der eigenen Hälfte ein. In der 15. Minute belohnen sich die Borussen mit dem 1:0 durch Shinji Kagawa, kurz darauf macht Pierre-Emerick Aubameyang einen Doppelschlag daraus (17.) Mitte der ersten Hälfte steigert sich Bremen grandios und trifft in Minute 26 zum Anschluss. Kurz vor der Pause, in Minute 42, markiert Henrikh Mchitarjan dann per Traumtor das 3:1. Bremen wird erst gegen Ende hin stärker, es reicht aber nur zum erneuten Anschluss durch Theodor Gebre Selassie (85.). Alles in allem ein absolut verdienter Erfolg für die Gastgeber!

Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg 1:3

In einem ereignisarmen ersten Durchgang ergeben sich nur wenige Chancen, Raffael nutzt die beste davon nach einem schönen Angriff zum 1:0 für Gladbach. Auch der zweite Durchgang geht zunächst verhalten los, gewinnt aber durch den Platzverweis für Nordtveit nach einer Notbremse in der 61. Minute an Schwung. In der 72. gleicht Höjbjerg mit einem echten Dampfhammer aus, fünf Minuten später köpft Joker Matavz zum 2:1 ein. Die Fohlen wehren sich zum Ende hin zwar noch einmal, doch den Schlusspunkt setzen die Augsburger, die durch Mölders mit dem Schlusspfiff auf 3:1 erhöhen.

Sie haben die Stuttgarter zum zweiten Mal vor dem Abstieg in die 2. Liga bewahrt. Wie geht es mit Ihnen weiter, bleiben Sie Trainer?

Ich weiß es schon sehr lange, aber ich werde das Wissen nicht preisgeben. Wenn ich ein paar Tage auf Mallorca bin, kann ich meine Geschichte erzählen. Vielleicht muss ich auch schnell wieder zurückkommen, um das Training vorzubereiten.

Werden Sie denn nun ordentlich feiern, sind Sie ein Feierbiest?

Nein, ich bin kein Feierbiest und ich bin kein Louis van Gaal, nur ein ganz normaler Huub.

Was war die schwierigste Phase Ihrer Rettungsmission?

Es war die ganze Zeit eine schwierige Phase. Letzte Saison reichten 32 Punkte. Ich habe vorher gesagt, diese Saison wird es schwieriger und 32 Punkte werden nicht reichen. Es hat aber auch Spaß gemacht, mit der Mannschaft zu arbeiten. Und es macht immer noch Spaß. Die Mannschaft lebt und hat in den ganzen acht Monaten gelebt. Diese Zeit war nicht einfach, aber es hat Spaß gemacht.

Was für eine Bedeutung hat diese Rettung für Sie?

Ich habe andere Erfolge erlebt, doch es ist auch ein schöner Erfolg, wenn man einem Verein zweimal helfen kann. Es ist nicht so einfach, Ruhe zu bewahren, wenn man da unten steht. Wir haben uns auf uns selbst fokussiert und nicht auf andere konzentriert. Dann kommt so etwas heraus - auch mit einem Quäntchen Glück.

Alexander Zorniger wird schon lange als neuer Stuttgarter Trainer gehandelt. Vermissen Sie die Wertschätzung des Vereins? Eigentlich müsste er Ihnen ein Denkmal bauen!

Ist das so? Das ist spekuliert. Ein Denkmal brauche ich nicht. Das ist nicht nötig.

Von

dpa

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