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30.03.2016

15:58 Uhr

„Team Marktwert“

Sechs Bundesligisten fordern mehr TV-Gelder

Wer viele Fans hat, soll auch mehr Fernsehgelder erhalten: Diese Meinung vertreten sechs deutsche Traditionsklubs. Sie fordern eine Neuausrichtung der TV-Geld-Verteilung – und wollen den Rest der Liga davon überzeugen.

Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, der HSV, der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart sind mit der aktuellen Verteilung des nationalen TV-Geldes nicht zufrieden. dpa

„Team Marktwert“ fordert weitere Kriterien

Hertha BSC, Werder Bremen, Eintracht Frankfurt, der HSV, der 1. FC Köln und der VfB Stuttgart sind mit der aktuellen Verteilung des nationalen TV-Geldes nicht zufrieden.

KölnBundesliga-Klubs mit zahlreichen Fans, Mitgliedern und großer Bekanntheit sollten nach Ansicht einiger Traditionsvereine künftig stärker als bisher von Fernsehgeldern profitieren. „Das bisherige Modell der Aufteilung der TV-Erlöse sollte überarbeitet werden“, sagte Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle im Interview.

„Die Bedeutung jedes Klubs für die Liga sollte ebenfalls ein Gewicht haben.“ Um künftig eine andere Staffelung zu erreichen, schlossen sich die Kölner mit den Traditionsklubs Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, VfB Stuttgart, Hamburger SV und Hertha BSC zu dem Bündnis „Team Marktwert“ zusammen.

TV-Rechte in der Bundesliga: Wichtige Einnahmen

Bedeutung

Die TV-Vermarktung stellt die wichtigste Einnahmenquelle der 1. und 2. Fußball-Bundesliga dar.

2015/16

In der laufenden Saison erwarten die 36 Proficlubs insgesamt rund 850 Millionen an TV-Einnahmen.

2014-15

In der vergangenen Saison zahlte die Deutsche Fußball Liga insgesamt 709,5 Millionen Euro aus.

Aufteilung

Davon stammen 642 Millionen aus der Inlands- und 67,5 Millionen aus der Auslands-Vermarktung.

Verteilung

80 Prozent des Geldes erhalten die Erstligisten, 20 Prozent die Zweitligisten.

Schlüssel

Für die Verteilung des Geldes aus der Inlands-Vermarktung gilt ein 2:1-Schlüssel mit Fünfjahreswertung.

Erfolgsabhängig

Dazu kommen die Einnahmen aus dem Ausland, die vor allem abhängig von den Erfolgen der einzelnen Clubs verteilt werden.

Deutscher Meister

In der Saison 2014/15 erhielt der Meister FC Bayern München 50,605 Millionen Euro. Davon stammten rund 75 Prozent aus dem Inland.

Absteiger

Absteiger SC Paderborn kassierte immerhin noch 19,868 Millionen.

Zweite Liga

Selbst der Zweitligist mit den geringsten Einnahmen aus dem TV-Topf, der 1. FC Heidenheim, bekam noch 5,066 Millionen überwiesen.

Zum Vergleich

Für die nächste Spielzeit plant die DFL mit 835 Millionen Euro – die englische Premier League wird knapp 2,3 Milliarden Euro kassieren.

Neben dem einheitlichen Sockelbetrag für alle Klubs und der Berücksichtigung des Tabellenplatzes will das „Team Marktwert“ eine dritte Säule als Bewertungskriterium durchsetzen: „den tatsächlichen Marktwert eines Klubs“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch heißt.

Bisher werden neben einer paritätischen Verteilung der TV-Einnahmen rund 35 Prozent des Betrages gestaffelt nach dem Tabellenstand an die 18 Erstligisten ausgeschüttet. Wehrle nannte auch „Interaktionsraten bei Social Media“ als mögliches Bewertungskriterium für die Zukunft.

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