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27.03.2016

10:20 Uhr

Testspiel gegen England

Löw sieht Niederlage als „gute Lehrstunde“ für die Nationalelf

Der Start ins EM-Jahr missglückt dem Weltmeister. Die verspielte 2:0-Führung ärgert auch den Bundestrainer. Löw verspricht vor der Italien-Kraftprobe eine Analyse – und Thomas Müller erkennt ein Mentalitätsproblem.

„Mit Italien kommt ein wirklich sehr starker Gegner auf uns zu“, so der Bundestrainer. dpa

Löw mahnt Vorbereitung an

„Mit Italien kommt ein wirklich sehr starker Gegner auf uns zu“, so der Bundestrainer.

BerlinDer lehrreiche Fehlstart ins EM-Jahr wurmte auch Joachim Löw. „Man ärgert sich schon“, gestand der Bundestrainer. Aber in ernsthafte Zweifel für die bevorstehende Titelmission bei der Fußball-Europameisterschaft stürzte das unnötige 2:3 nach 2:0-Führung gegen die jungen, wilden englischen Fußballer den Weltmeistercoach nicht. „So eine Niederlage in einem Testspiel ist nicht ganz so schwer zu verkraften. Wir werden das Spiel analysieren, aber auch damit können wir mal leben“, erklärte Löw bemerkenswert gelassen.

Zu analysieren gibt es einiges für den Trainerstab. Überzeugende Lösungen und rasche Verbesserungen sind notwendig, um am Dienstag (20.45 Uhr/ARD) in München gegen Turnier-Angstgegner Italien so kurz vor der Tour de France im Sommer keinen weiteren Stimmungsdämpfer zu erleben. „Gegen Italien kommt ein wirklich sehr starker Gegner auf uns zu“, sagte Löw, bevor er die Mannschaft am Ostersonntag in einen freien Tag entließ. Besserung tut Not. „Für uns ist es schon nochmal wichtig, dass wir in die Vorbereitung gehen können mit einem Sieg. Dementsprechend wollen wir auch auftreten“, betonte Mario Gomez.

Der Torjäger lieferte Löw die positive Erkenntnis des friedlichen Fußballabends im Berliner Olympiastadion. „Er hat wieder das Näschen für Tore“, sagte der Bundestrainer über den 30 Jahre alten Angreifer, der sich als klassischer Neuner mit Nachdruck für eine EM-Hauptrolle empfehlen konnte. Nach dem 1:0 von Toni Kroos (43.) demonstrierte Gomez seine wiederentdeckten Torjäger-Qualitäten mit einem feinen Kopfballtreffer (57.).

Danach kam jedoch ein Totaleinbruch der deutschen Mannschaft. Harry Kane (61.), Jamie Vardy (74.) und Eric Dier (90.+1) sorgten für ein rasantes Comeback der Youngster-Truppe von Roy Hodgson. „Dass wir nach einem 0:2 so zurückgekommen sind, zeigt Charakter“, schwärmte Englands Auswahlcoach.

„Bei der EURO bedeutet so ein Spiele die Heimreise“, mahnte Gomez: „Aber ich glaube, dass einer deutschen Mannschaft bei der Euro so ein Spiel nicht passiert.“ Die unerfahrene Abwehr um den für den angeschlagenen Mats Hummels eingewechselten Neuling Jonathan Tah (20) und Antonio Rüdiger (23) bot ein willkommenes Alibi. Auffällig war aber auch, dass gerade etliche etablierte Kräfte wie Thomas Müller oder Marco Reus zu sehr im Sparmodus agierten.

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