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01.05.2016

12:44 Uhr

Transferpoker

Das Gerangel um Hummels gerät zur Posse

VonThomas Schmitt

Es geht um viel Geld. Es geht um Ehre. Und um die nächsten Titel für den FC Bayern. Doch vorher muss der Rekordmeister tief in die Kasse greifen. Weltmeister Mats Hummels im Fokus von Fans und Fußballmachern.

Dortmunder Fans der Südtribüne zeigen ein Plakat über Mats Hummels mit der Aufschrift "Der Kapitän geht als erster von Bord, am besten sofort". dpa

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg

Dortmunder Fans der Südtribüne zeigen ein Plakat über Mats Hummels mit der Aufschrift "Der Kapitän geht als erster von Bord, am besten sofort".

DüsseldorfMats Hummels erhitzt die Gemüter – von Fans und Managern. Klar ist: Der Kapitän von Borussia Dortmund will zum größten Konkurrenten, dem FC Bayern München, wechseln. Doch ob das schon zur nächsten Saison gelingt oder erst ein Jahr später, ist noch offen. Viel Raum für Spekulationen, öffentliches Poker um die Ablösesumme und Gefühlsäußerungen von Fans.

Am Samstag musste Mats Hummels zunächst ein Spiel im Dortmunder Stadion bestreiten, das der BVB zwar 5:1 gegen den VfL Wolfsburg gewann, das für ihn aber alles andere als lustig war. Denn er wurde fast 90 Minuten lang bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen. Da er während der 90 Minuten 123 Mal den Ball berührte, musste er die Unmutsäußerungen wohl rund 100 Mal über sich ergehen lassen.

Schon während des Spiels sorgte dies in den sozialen Netzwerken für erregte Diskussionen. Viele fanden solch eine Reaktion für einen so verdienten BVB-Spieler als völlig unangemessen. Selbst im Stadion bildeten sich zwei Lager: Diejenigen, die pfiffen, und diejenigen, die im applaudierten. Grund genug gab es dafür: Hummels lieferte eine hervorragende Partie ab.

Hummels: „Habe mich nirgendwo angeboten“

Viele Fragen

Pierre-Emerick Aubameyang hatte zweimal getroffen, das Team ein starkes Spiel gegen den VfL Wolfsburg gemacht, doch im Mittelpunkt stand Mats Hummels. Der Dortmunder Kapitän musste viele Fragen zu seinem möglichen Wechsel zu Bayern München beantworten.

Quelle: dpa

Zum 5:1-Sieg

"Wir haben die Schwächen, die wir vorher bei Wolfsburg entdeckt haben, gut ausgenutzt. Wir haben das Spiel komplett dominiert, nicht viel zugelassen. Wolfsburg hatte einen Lattenschuss in der ersten Halbzeit, einen guten Fernschuss von Arnold und das dürfte es gewesen sein. Deswegen war das wirklich von uns eine sehr starke Leistung."

Zu den Pfiffen

"Nicht die Fans. Es waren 300, die mich auch vorher nicht unbedingt immer geliebt haben. Die haben das heute als Bühne genutzt. Das ist okay. Emotionen gehören dazu."

Zur Zahl Pfeifer

"Aber ich möchte ausdrücklich sagen, dass das nicht 80.000 waren, auch nicht 8000, sondern weniger."

Zu seiner Reaktion

"Es ist halt alles sehr emotional. Das ist es natürlich auch für mich. Auf dem Platz muss man das einfach ausblenden und das habe ich getan."

Zu seiner Leistung

"Ich glaube, ich habe dazu beigetragen, dass wir das Spiel gewinnen konnten und dass wir eine ganz gute Saison spielen. Also im Großen und Ganzen passt alles."

Zu Hoeneß

"Ich habe mich nirgendwo angeboten. Das ist der größte Humbug, den ich je gehört habe. Das habe ich nicht nötig."

Dies zeigt die Statistik: Nur Sven Bender war mit 140 Ballkontakten mehr in das BVB-Spiel eingebunden als Hummels. Mehr als 87 Prozent seiner 113 Pässe kamen an – ein Superwert. Acht seiner elf Zweikämpfe gewann der Weltmeister. Die Quote von 72 Prozent ist – auch angesichts der hohen Zahl der direkt geführten Duelle – sehr gut.

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Die pfeifenden Fans interessierte das wenig. Entsprechend hitzig ging nach dem Spiel die Diskussion über den Umgang mit den Wechselabsichten des Kapitäns los. „Mats ist ein astreiner Bursche. Ein ganz großartiger Junge“, sagte BVB-Boss Aki Watzke im Radiosender WDR 2: „Und wer den beleidigt, der hat eigentlich das Recht eigentlich schon verspielt, zu uns zu gehören, weil das ist nicht Borussia Dortmund.“

„90 oder 95 Prozent der Zuschauer“ machte Watzke gleichzeitig ein „Riesen-Kompliment“, weil sie nicht pfiffen. Hummels selbst sagte: „Das waren nicht die Fans. Es waren nur 300, die mich schon vorher nicht unbedingt geliebt haben. Die haben die Bühne genutzt. Ich habe gesehen, woher das kam.“

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