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29.04.2016

07:46 Uhr

Transferpoker um einen Weltmeister

Was Mats Hummels wert ist

VonThomas Schmitt

BVB-Kapitän Mats Hummels will zum FC Bayern. Er hat aber noch ein Jahr Vertrag. Daher geht das Gezerre um die Ablösesumme los. 20, 30 oder gar 40 Millionen Euro? Was ist angemessen für einen Weltklasse-Verteidiger?

Marktwerte von Weltklasse-Verteidigern: Von #Hummels bis David Luiz

DüsseldorfTorjäger sind die begehrtesten Fußballspieler. Deshalb gelten auch Cristiano Ronaldo von Real Madrid und Leo Messi vom FC Barcelona als die wertvollsten Kicker der Welt. Die beiden treffen wie am Fließband, so etwas ist extrem selten. Nur die Torjäger-Legende Gerd Müller aus den siebziger Jahren liegt auf einem vergleichbaren Niveau.

Superstürmer sind klasse. Dass Fußballspiele jedoch hinten entschieden werden, weiß jeder Trainer. Ohne gute Verteidiger oder – besser – einen perfekt arbeiten Defensivverband kann selbst eine herausragende Offensive keine Titel gewinnen. Dennoch werden die besten Abwehrrecken nicht so hoch geachtet und bezahlt wie Offensivkünstler.

Das gilt wohl auch für Nationalverteidiger Mats Hummels, der bald von Borussia Dortmund zum FC Bayern München wechseln wird. Für BVB-Fans ist dieser Transfer ein Aufreger, weil erneut ein Schlüsselspieler zum Primus wechselt. Und weil dies eine Schwächung für ein Team bedeuten könnte, das zwar ungewöhnlich konstant spielt – aber immer noch einen Tick schlechter als die großen Bayern.

Wie viele Millionen Euro ist Mats Hummels wert?

Über einen Wechsel kann ein Spieler selbst nur entscheiden, wenn sein Vertrag ausläuft oder er eine Ausstiegsklausel besitzt. Beides trifft auf Hummels nicht zu, deshalb kann er nur um die Freigabe bitten, was der BVB am Donnerstag offiziell mitteilte. Der Interessent muss den Spieler aus dem Vertrag herauskaufen, also eine Ablösesumme zahlen. Das Feilschen darum hat bereits öffentlich begonnen. Wie es ausgeht, ist offen.

Das zeigt auch eine Aussage des BVB-Chefs. Mit der öffentlichen Bestätigung des Freigabe-Wunsches des Fußball-Weltmeisters für einen Transfer zum FC Bayern sei „überhaupt nicht gesagt, dass Mats nicht im nächsten Jahr weiterhin in unserem Trikot spielt“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der „Süddeutschen Zeitung“.

Wie viel möchten die Münchner wohl zahlen? Sicher eher wenig. Umgekehrt wollen die Dortmunder so viel wie möglich. Um überhaupt zu einer Zahl für die Verhandlungen zu kommen, müssen beide Seiten den Spieler bewerten. Bei Hummels bedeutet dies konkret: Ist er ihnen 20 bis 30 oder gar 30 bis 40 Millionen Euro wert?

Rangliste: Die teuersten Transfers der Bundesliga

Platz 10

Edin Dzeko 2011, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 34 Millionen Euro

Platz 9

Mario Gomez 2009, VfB Stuttgart zu Bayern München, 35 Millionen Euro

Julian Draxler 2015, Schalke 04 zum VfL Wolfsburg, 35 Millionen Euro

Renato Sanches 2016, Benfica Lissabon zu Bayern München 35 Millionen Euro

Platz 8

Mario Götze 2013, Borussia Dortmund zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Arturo Vidal 2015, Juventus Turin zu Bayern München, 37 Millionen Euro

Platz 7

Mats Hummels, 2016, von Borussia Dortmund zu Bayern München, 38 Millionen Euro (geschätzt)

Platz 6

Javi Martínez 2012, Athletic Bilbao zu Bayern München, 40 Millionen Euro

Platz 5

Roberto Firmino 2015, 1899 Hoffenheim zum FC Liverpool, 41 Millionen Euro

Platz 4

Henrikh Mkhitaryan, 2016: von Borussia Dortmund zu Manchester United, 42 Millionen Euro

Platz 3

Granit Xhaka, 2016: von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London, 45 Millionen Euro

Julian Draxler, 2017: vom VfL Wolfsburg zu Paris Saint Germain, 45 Millionen Euro

Platz 2

Leroy Sane, 2016: Von Schalke 04 nach Manchester City, 50 Millionen Euro

Platz 1

Kevin De Bruyne 2015, VfL Wolfsburg zu Manchester City, 75 Millionen Euro

Für Fans und auch die Spieler selbst sind das Summen, die außerhalb ihrer Vorstellungswelt liegen, aber inzwischen im Milliardengeschäft Fußball üblich geworden sind. Weltweit steigt die Begeisterung und die Ausgabebereitschaft für das so schwer vorhersagbare Spiel. Folglich fließt auch immer mehr Geld in die Branche.

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