Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.02.2015

17:38 Uhr

Transferpoker um Marco Reus

Vertragsverlängerung beim BVB in greifbarer Nähe

Im Transferpoker um den BVB-Mittelfeldstar Marco Reus deutet sich eine überraschende Wende an: Nach übereinstimmenden Informationen Dortmunder Medien hätten sich beide Seiten in den Verhandlungen deutlich angenähert.

Bleibt Marco Reus dem BVB doch erhalten? dpa

Bleibt Marco Reus dem BVB doch erhalten?

DüsseldorfEigentlich wurde zuletzt höchstens darüber spekuliert, zu welchem europäischen Spitzenklub der Dortmunder Mittelfeldstar Marco Reus im Sommer wechseln würde. Mit einem Verbleib bei der krisengeplagten Borussia aus Dortmund hatten in den vergangenen Wochen immer weniger Beobachter gerechnet.

Doch nun deutet sich im Transferpoker um den 25-jährigen Nationalspieler eine überraschende Wende an: Sowohl die Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ als auch der Lokalradiosender 91.2 berichten von einer deutlichen Annäherung beider Seiten in den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Eine Verlängerung des bis 2017 laufenden Vertrags könne demnach noch im Februar auch offiziell verkündet werden.

Derzeit könnte Reus wegen einer Ausstiegsklausel in seinem bisherigen Vertrag im Sommer für knapp 30 Millionen Euro zu einem anderen Klub wechseln. Angesichts seines Marktwerts von derzeit rund 50 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) wittern europäische Spitzenklubs einen Toptransfer zu einem Schnäppchenpreis.

Das Millionenspiel um Marco Reus

Gerüchte

Monatelang jagte ein Gerücht das nächste. Geht Marco Reus zu den Bayern, Manchester City, Real Madrid oder Barcelona? Oder bleibt er in Dortmund? Und zu welchen Bedingungen? Es ging um viele Millionen.

Stand: Februar 2015

Marktwert

Der Marktwert von Marco Reus beträgt derzeit rund 50 Millionen Euro. Damit ist er neben Thomas Müller und Mario Götze einer der wertvollsten deutschen Spieler. In Europa zählt er zu den Top20 der Hotspots.

Ausstiegsklausel

Marco Reus hatte eine Ausstiegsklausel in seinem alten BVB-Vertrag. Diese hätte es ihm erlaubt, für 25 Millionen Euro am Ende der Saison 2014/15 zu wechseln. Damit wäre er für jeden neuen Verein ein Schnäppchen gewesen – gemessen am Marktwert.

Gehaltsangebot

Borussia Dortmund kaufte ihm im Februar 2015 die Ausstiegsklausel ab und konnte Marco Reus damit bis 2019 fest an den Verein binden. Darauf ist Reus nach langem Überlegen eingegangen.

Gehaltspoker

Der BVB köderte nach Informationen von „Bild“ seinen Spieler angeblich mit einem Mega-Gehalt von 12 Millionen Euro. Im „Focus“ war von zehn Millionen Euro pro Jahr die Rede. Und Manchester City soll angeblich sogar 13 Millionen Euro pro Jahr geboten haben, berichtete „Bild“. Laut sid soll Reus nun rund acht Millionen Euro pro Jahr verdienen.

Sprengsatz

Reus ist nun wohl zum absoluten Spitzenverdiener beim BVB aufgestiegen. Gleichzeitig sprengt sein Gehalt womöglich jedoch das aktuelle Gefüge. So viel - wie in der Presse vermutet - konnte ein Fußballspieler in Deutschland bisher nur bei Bayern München verdienen.

Gehaltssprung

Bisher verdiente Reus mit Hinweis auf das Jahr 2013 angeblich rund vier Millionen Euro pro Jahr beim BVB. Schon damit war er einer der Spitzenverdiener im Kader. Der BVB nannte keine Zahlen, sondern gab nur den Hinweis: Anderswo hätte Reus ein Gehalt bekommen können, das in Richtung des Doppelten gegangen wäre.

Und die Bayern?

Klar ist, dass sie über Reus nachdachten. Doch dann zogen sie sich auch frühzeitig öffentlich zurück.

Gewaltiger Bayern-Etat

Die Ausgaben für Spieler steigen bei den Bayern gewaltig. Waren es 2012/13 noch 125 Millionen und 2013/14 bereits 140 Millionen, so sollen es aktuell laut „Bild“ schon 160 Millionen Euro sein.

Topverdiener in München

Die Top-Verdiener in München sind laut „Bild“: Franck Ribéry, Philipp Lahm, Mario Götze. Alle sollen jeweils 12 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Mickriger BVB-Etat

Die Dortmunder wirken dagegen bisher wie ein Waisenknabe. In der Bundesliga liegt der BVB mit einem Lizenzspieleretat von 73 Millionen Euro in dieser Saison sogar nur auf Platz 4 in der Bild-Rangliste. Also nicht einmal die Hälfte des Bayern-Etats.

Allen voran Real Madrid soll sein Werben um Reus zuletzt intensiviert haben und ihn mit einem Jahresgehalt von sieben Millionen Euro netto gelockt haben. Eine spanische Zeitung vermeldete gar, dass sich Reus und die Königlichen bereits einig seien – doch sowohl der BVB als auch Reus' Berater Dirk Hebel dementierten die Meldung.

Der BVB will Reus die Ausstiegsklausel abkaufen und den Star der Mannschaft unbedingt halten. Sollte er seine Unterschrift unter den neuen Vertrag setzen, würde Reus bei Borussia Dortmund definitiv zum Topverdiener aufsteigen. Und sollte es doch zu einem vorzeitigen Wechsel kommen, würde der BVB dann wenigstens eine hohe Ablösesumme kassieren können.

Die Verhandlungen zwischen Reus' Beratungsagentur „Sports Total“ und BVB-Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke laufen noch, doch beide Seiten haben betont, sich mit einer Entscheidung nicht zu lange Zeit lassen zu wollen.

Von

anm

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×