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27.11.2012

15:51 Uhr

Trikotsponsoring

Das Ende von Barcas kommerzfreier Brust

VonMalte Laub

Qatar Airways wird zur nächsten Saison Trikotsponsor des FC Barcelona. Für die Katalanen geht damit eine Ära zu Ende: Die Fluggesellschaft ist der erste rein kommerzielle Sponsor auf der Brust des Traditionsklubs.

Er flitzt jetzt mit Qatar-Enblem: FC Barcelonas Star-Kicker Lionel Messi. dapd

Er flitzt jetzt mit Qatar-Enblem: FC Barcelonas Star-Kicker Lionel Messi.

KölnFür die meisten Fans wird es nur eine kleine Änderung sein: Statt „Qatar Foundation“ steht ab der nächsten Saison der Schriftzug „Qatar Airways“ auf den blau-roten Trikots des FC Barcelona. Genauer betrachtet hat der weltbekannte Topklub, der 107 Jahre lang gar keine Trikotwerbung spazieren trug, damit aber den langen Weg hin zum gewöhnliche Markensponsoring beendet.

Für die Puristen unter den Fans wird das durchaus ein Problem sein, sagt Peter Rohlmann, Geschäftsführer der Sportmarketingberatung PR Marketing. Denn der FC Barcelona pflegt seit Jahrzehnten seinen Ruf als der etwas andere Klub.

„Natürlich wird es während der nächsten Hauptversammlung kritische Stimmen geben, die lautstark gegen die nun offensichtliche Kommerzialisierung protestieren. Allerdings gibt es weltweit um die 50 Millionen Menschen, die sich als Barcelona-Fans bezeichnen. Da verursachen selbst tausend Puristen bei der Versammlung nur einen Sturm im Wasserglas“, sagt Rohlmann.

Dass sich die Proteste in Grenzen halten werden, liegt auch daran, dass der Verein in der Entwicklung seiner Sponsoringstrategie sensibel vorgegangen ist. Barcelona hat seine Fans behutsam an kommerzielles Sponsoring herangeführt. Begonnen hat der sanfte Bruch mit der Tradition oder – je nach Sichtweise – der erste Schritt in die Moderne in der Saison 2006/2007 nämlich auf ungewöhnliche Weise: Barcelona verabredete eine fünfjährige Partnerschaft mit dem Kinderhilfswerk Unicef.

„Die Entscheidung, das Unicef-Logo auf dem Trikot zu tragen, war die erste Vermarktung dieser Werbefläche – wenn auch eine kostenlose“, sagt Rohlmann. Denn das Hilfswerk zahlte kein Geld für die Werbung auf den weltbekannten Shirts.

Im Gegenteil: 1,5 Millionen Euro spendete der Verein jährlich an Unicef. Doch damit war Barcelona der Abschied von der blanken Brust gelungen. Und auch heute, nach Ende des Vertrags, laufen die Katalanen noch mit dem Unicef-Schriftzug auf. Allerdings ziert er den Rücken der Spieler.

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