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13.01.2012

17:14 Uhr

Trotz finanzstarken Vereinschefs

Transfer-Not bei französischen Vereinen

Geld allein bringt keinen Erfolg. Dass diese Weisheit auch im Fußball gilt, müssen französische Clubs derzeit erfahren. Trotz milliardenschwerer Vereinschefs aus Katar und Russland wollen die Weltstars nicht kommen.

Der brasilianische Fußball-Nationalspieler Pato gab Paris-St. Germain eine Abfuhr. dpa

Der brasilianische Fußball-Nationalspieler Pato gab Paris-St. Germain eine Abfuhr.

ParisFrankreichs Fußball-„Neureiche“ wedeln mit dem Scheckheft, aber die großen Weltstars kommen einfach nicht. Nach dem Korb von „Spice-Boy“ David Beckham bekamen Paris Saint-Germain und die Clubführung um Scheich Nasser al Khelaifi aus dem reichen Ölstaat Katar nun auch vom Brasilianer Pato eine schmerzhafte Abfuhr. Beide Transfers waren zuvor als sicher gemeldet worden.

Auch der AS Monaco, der im Dezember vom russischen „Dünger-König“ Dmitri Rybolowlew gekauft wurde, konnte bisher keine nennenswerten Verstärkungen an Land ziehen. „Eine Schmach. Eine neue Schmach!“, bilanzierte die Wochenzeitung „Le Nouvel Observateur“ am Freitag, einen Tag vor Beginn der Rückrunde, in der Onlineausgabe.

Dabei hoffen so viele in der „Grande Nation“, dass Frankreich auf Clubebene dank der neuen Investitionen aus fernen Ländern endlich die große Lücke zur Premier League, der Primera Division oder der Bundesliga schließen kann. Stars sollen kommen, die veralteten Stadien nicht nur mit Blick auf die EM 2016 auf Vordermann gebracht werden.

Damit sollen auch die Fans endlich wieder in die Stadien gelockt werden. Mit einem Schnitt von 18 000 Zuschauern liegt die Ligue 1 nämlich auch in dem Punkt deutlich hinter Deutschland (ca. 45 000), England (32 000) oder Spanien (31 000).

Kritiker, die die exotischen Investoren mit Skepsis betrachten, sind in der Minderheit. Die meisten freuen sich. „Warum sollen wir uns immer moralischer verhalten als die anderen?“, fragte Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech:und gab auch gleich seine Antwort: „Wenn wir einen französischen Club in Europa ganz oben und als Champions-Sieger sehen wollen, müssen wir sie (die Investoren) akzeptieren. Wenn nicht, spielen wir nur unter uns, unsere kleine Meisterschaft, und alle sind zufrieden.“ Dass Paris in Europa nicht Spitze sei, sei „überhaupt nicht normal“.

PSG wirft unterdessen noch nicht das Handtuch. Am Donnerstag wurde die Verpflichtung des brasilianischen Außenverteidigers Maxwell vom FC Barcelona gemeldet. Aber der neue Coach Carlo Ancelotti aus Italien fordert noch mindestens einen Klassestürmer. Dass der bitter nötig ist, zeigte sich beim offiziellen Debüt Ancelottis auf der Bank der Pariser am vergangenen Wochenende, als PSG den Fünfligist Locminé im Pokal nur in der letzten Minute der Verlängerung (2:1) bezwingen konnte.

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