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08.04.2012

14:50 Uhr

Turbulenzen in Köln

FC-Profi landet in Ausnüchterungszelle

Slawomir Peszko vom 1. FC Köln hat seinem Team im Abstiegskampf einen Bärendienst erwiesen. Nach dem Remis fand sich der Spieler in einer Ausnüchterungszelle wieder. Die Quittung: Der Pole fliegt erstmal aus dem Kader.

Slowomir Peszko (r.) hat es mit dem Alkohol übertrieben. dpa

Slowomir Peszko (r.) hat es mit dem Alkohol übertrieben.

KölnDer 1. FC Köln kommt einfach nicht zur Ruhe. Slawomir Peszko wurde in der Nacht nach dem 1:1 (1:1) gegen Werder Bremen in eine Polizei-Ausnüchterungszelle gebracht. „Ich weiß nicht, wann hier der Letzte begreift, um was es geht und wie man sich professionell verhält. Die Aktion von Slawomir Peszko ist inakzeptabel“, sagte FC-Hauptgeschäftsführer Claus Horstmann dem „Express“.

„Wir können bestätigen, dass Slawomir Peszko vorübergehend in Gewahrsam genommen wurde“, sagte FC-Sprecher Tobias Schmidt am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Schmidt bestätigte zudem übereinstimmende Medienberichte, nach denen der Pole „Alkohol konsumiert“ hatte.

Zum genauen Sachverhalt konnte sich der FC nicht näher äußern. „Es gibt verschiedene Darstellungen“, führte Schmidt aus. Noch vor dem Training am Sonntagmorgen wurde Peszko von Trainer Stale Solbakken und Claus Horstmann, dem Vorsitzenden der FC-Geschäftsführung, zum Rapport gebeten. Schmidt: „Wir haben sofort mit dem Spieler gesprochen und Maßnahmen ergriffen.“

Sofortige Reaktion des Vereins: eine saftige Geldstrafe, arbeitsrechtliche Maßnahmen und die Verbannung aus dem Kader für das Spiel am Dienstag in Mainz. „Er wird definitiv nicht dazugehören“, erläuterte Schmidt. Peszkos Mitspieler Miso Brecko war Karneval bei einer Trunkenheits-Unfallfahrt erwischt und vom Club bestraft worden.

Für Lukas Podolski war nicht nur das völlig unprofessionelle Verhakten Peszkos eine bittere Erkenntnis. Das Remis gegen Werder macht die Gefahr des fünften Abstiegs für den 1. FC Köln eher größer denn kleiner. Verliert der FC auf Podolskis möglicher Bundesliga-Abschiedstournee in Mainz, droht das Abrutschen auf Platz 17. „Wir stehen mit einem Punkt da - und das ist für unsere Situation zu wenig“, kommentierte der Nationalstürmer das Unentschieden, das einer Niederlage gleichkam - auch für Werder.

Immerhin verhinderte die Torpremiere des Tunesiers Ammar Jemal (39. Minute) die vierte FC-Pleite nacheinander, sie bringt die Rheinländer und Solbakken aber nicht entscheidend weiter. Köln weist mit 59 Gegentoren und 16 Niederlagen miserable Werte auf. Solbakken: „In Mainz müssen wir drei Punkte holen.“

Sollte dieses Vorhaben nicht gelingen, will der FC an seinem Coach festhalten. „Ich gehe fest davon aus“, sagte Horstmann in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ auf die Frage, ob Solbakken in der Verantwortung bleibe. Er sei „sehr gewillt“, den Weg mit Solbakken, der noch einen Vertrag bis 2013 hat, weiterzugehen, ergänzte er.

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