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16.05.2017

08:43 Uhr

TV-Rechte im Fußball

Bald keine Champions League mehr im ZDF?

Der Pay-TV-Sender Sky gilt als Favorit in den Verhandlungen über die TV-Rechte in der Champions League. Medienberichten zufolge sind die gehandelten Summen zu hoch für das ZDF. Verschwindet Top-Fußball im Pay-TV?

Der Champions League-Pokal steht auf einem Podest neben ZDF-Experte Oliver Kahn und ZDF-Moderator Oliver Welke (links): Ab 2018 soll es solche Bilder nicht mehr geben, berichten "Kicker" und "Bild". dpa

Champions League

Der Champions League-Pokal steht auf einem Podest neben ZDF-Experte Oliver Kahn und ZDF-Moderator Oliver Welke (links): Ab 2018 soll es solche Bilder nicht mehr geben, berichten "Kicker" und "Bild".

MainzWelcher Fernsehsender ab 2018 in Deutschland die Spiele der Champions League zeigt, bleibt offen. Allerdings berichtet das Fußballmagazin „Kicker“, dass das ZDF die Rechte an der Champions League „offenkundig verloren“ habe. Ein Sprecher des Senders aus Mainz wollte diese Meldung aber nicht bestätigen: „Aus unserer Sicht gibt es bei dem Thema keinen neuen Stand.“

Doch auch „Bild“ geht davon aus, dass der öffentlich-rechtliche Sender im Poker um die TV-Rechte den Kürzeren zieht. „ZDF stieg bei 70 Millionen Euro aus“, lautet die Schlagzeile eines „Bild“-Textes. Es wird allerdings darauf hingewiesen, dass die Verhandlungen noch nicht beendet sind.

Sollte sich der aktuelle Stand bestätigen wäre die Konsequenz: „Die Champions League verschwindet ab 2018 nahezu komplett im Pay TV! Zum ersten Mal in der deutschen Fernsehgeschichte“, kommentiert „Bild“. Gewinner des Bieterverfahrens wären demnach der Bezahlsender Sky und der Streaming-Dienst DAZN.

Champions League: Was 2017 im Geldtopf der Uefa liegt

Finanz-Spektakel

Mit dem Start in die K.o.-Phase der Champions League geht auch das Rennen um zweistellige Millionenbeträge für die Klubs weiter. Was die Vereine in der Königsklasse verdienen können und was die deutschen Klubs schon erreicht haben.
Quelle: dpa

Achtelfinale

Für das Erreichen des Achtelfinals hatten alle Vereine bereits zusätzlich zu den 12,7 Millionen Euro Startgeld einen Bonus von sechs Millionen Euro bekommen.

Bayern München

Startgeld: 12,7 Millionen Euro
Punkteprämie: 6,0 Millionen Euro
Achtelfinale: 6,0 Millionen Euro
Gesamtsumme: 24,7 Millionen Euro

Borussia Dortmund

Startgeld: 12,7 Millionen Euro
Punkteprämie: 7,0 Millionen Euro
Achtelfinale: 6,0 Millionen Euro
Gesamtsumme: 25,7 Millionen Euro

Bayer Leverkusen

Startgeld: 12,7 Millionen Euro
Punkteprämie: 5,0 Millionen Euro
Achtelfinale: 6,0 Millionen Euro
Gesamtsumme: 23,7 Millionen Euro

Borussia Mönchengladbach

Startgeld: 12,7 Millionen Euro
Punkteprämie: 2,0 Millionen Euro
Europa League: 0,75 Millionen Euro
Gesamtsumme: 17,95 Millionen Euro

Viertelfinale

Der Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Königsklasse würde den verbliebenen deutschen Vertretern, Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, weitere je 6,5 Millionen Euro einbringen.

Halbfinale

Prämien Halbfinale 7,5 Millionen
Prämie Finalverlierer 11 Millionen
Prämie Finalsieger 15,5 Millionen

Bis zum Finale

Die Beträge steigern sich in jeder Runde. Der Sieger des Finals am 3. Juni in Cardiff kassiert insgesamt weitere 23 Millionen Euro.

Marktpool

Nicht berücksichtigt sind in dieser Auflistung die Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool. Insgesamt 507 Millionen Euro verteilt die UEFA abhängig von ihren Erlösen aus dem jeweiligen nationalen TV-Markt und den Erfolgen der Clubs aus einem Land.

Gesamtsumme

Prämienzahlungen der Uefa an die Teilnehmer der Champions League insgesamt: 1,319 Milliarden Euro.

Nach Angaben des ZDF gibt es noch keinen Fahrplan, bis wann die Entscheidung falle. „Wir warten die offizielle Erklärung der Uefa dazu ab“, so der Sprecher des Senders in Mainz. Nach „Kicker“-Informationen sollen die Rechte für den Großteil der Spiele in der Champions League an Sky gehen.

Solange der Bieter-Prozess noch laufe, äußere sich der Sender jedoch nicht zur Vergabe der Champions-League-Rechte, teilte Sky Deutschland dazu mit. Auch der Privatsender RTL, der dem Bericht zufolge ab 2018 die Spiele in der Europa League zeigen soll, lehnt eine Stellungnahme ab: „Wir kommentieren keine Spekulationen.“

Der „Kicker“ zitiert Uefa-Generalsekretär Theodore Theodoridis mit den Worten: „Die Verhandlungen sind kompliziert.“

Von

HB

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