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11.02.2014

16:12 Uhr

TV-Rechte in Spanien

Regierung will Real und Barca ans Fernseh-Geld

VonDésirée Linde

In keiner Liga wiegt die finanzielle Überlegenheit so schwer wie in Spanien: Real und Barca streichen einen Großteil der TV-Gelder ein. Der Staat will diese Dominanz brechen und den Fußball wieder spannender machen.

Kopf-an-Kopf-Rennen ums große TV-Geld: Das haben in Spanien bislang der FC Barcelona (hier links mit Lionel Messi) und Real Madrid (rechts Reals Pepe) unter sich ausgemacht. Das spanische Gesetz will diese Dominanz nun brechen. ap

Kopf-an-Kopf-Rennen ums große TV-Geld: Das haben in Spanien bislang der FC Barcelona (hier links mit Lionel Messi) und Real Madrid (rechts Reals Pepe) unter sich ausgemacht. Das spanische Gesetz will diese Dominanz nun brechen.

Erfolge am laufenden Band, Rekord-Einnahmen, exorbitant hohe Schulden: Die spanischen Klubs FC Barcelona und Real Madrid sind immer gut für Superlative. Gemeinsam setzten sie im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Euro um, schulden dem spanischen Steuerzahler aber vermutlich ähnlich hohe Summen und dominieren die spanische Liga nach Belieben.

Real und Barca haben in den vergangenen neun Jahren alle Meistertitel untereinander aufteilt – sechsmal holte Barca den Titel, Real dreimal. Das Ungleichgewicht schlägt sich deutlich in der Tabelle nieder.

Selbst das zweitplatzierte Barcelona hatte in der Saison 2011/2012 einen 30-Punkte-Vorsprung vor dem drittplatzierten Team, dem FC Valencia. Meister Real lag gar 39 Punkte vor Valencia. Derzeit ist immerhin noch Atlético Madrid nach 23 von 58 Spielen mit 57 Zählern punktgleich mit den beiden Top-Teams.

Der FC Bayern München in Zahlen (Bilanz Saison 2012/13)

Umsatz Konzern (mit Arena)

432,8 Millionen Euro

Umsatz (ohne Arena)

393,9 Millionen Euro

Gewinn nach Steuern

14 Millionen Euro

Personalaufwand

202,8 Millionen Euro

Betriebliche Aufwendungen

87,2 Millionen Euro

Einnahmen durch Spielbetrieb

150 Millionen Euro

Einnahmen durch Sponsoring/Vermarktung

102,4 Millionen Euro

Einnahmen durch TV-/Hörfunkvermarktung

44,1 Millionen Euro

Einnahmen durch Transfers

1,6 Millionen Euro

Einnahmen durch Merchandising

82,8 Millionen Euro

Einnahmen durch Sonstiges

13 Millionen Euro

Eigenkapital

286,8 Millionen Euro

Umlaufvermögen

135,1 Millionen Euro

Steueraufkommen

131,9 Millionen Euro

Mitglieder (Stand 13. November 2013)

223.985

Fanklubs/Mitglieder (Stand 13. November 2013)

3576/262.077

Bei den TV-Geldern zeigt sich ein ähnliches Bild. Allein an der Vermarktung der Fernsehbilder kassierten die beiden Vereine jeweils 188 Millionen in der abgelaufenen Saison – so viel wie sonst kein Klub in Europa. Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Die spanische Regierung will an die medialen Fleischtöpfe ihrer Top-Klubs.

Maximal nur noch das Vierfache der TV-Einnahmen des kleinsten der insgesamt 20 Vereine in der spanischen Liga sollen die Spitzenvereine aus den TV-Übertragungen bekommen. Derzeit ist es sechseinhalb Mal so viel, wie Liga-Präsident Javier Tebas in einer E-Mail schreibt, die der Agentur Bloomberg vorliegt.

So plant die spanische Regierung das sportliche Ungleichgewicht in der Primera Division zu beheben und hat bereits Gespräche mit dem Fußballverband Liga Nacional de Fútbol Profesional (LFP) über ein „Sportgesetz“ geführt, das in diesem Jahr verabschiedet werden und 2015 in Kraft treten soll. Details der Regelungen wurden bislang nicht bekannt.

Nur so viel: Die TV-Einnahmen für Real und Barca sollen „für einige Jahre“ eingefroren werden, bis andere Klubs finanziell aufgeholt haben, sagte Miguel Angel Gil, CEO bei Atlético Madrid der Agentur Bloomberg in einem Interview.

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