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07.11.2016

13:58 Uhr

Über Talente im Fußball

Der verhinderte Weltmeister

VonThorsten Giersch

Sergej Evljuskin war einst Kapitän der späteren Weltmeister Özil, Boateng und Höwedes. Heute kickt er in der 4. Liga. Ein lesenswertes Buch zeigt, warum Talent im Millionengeschäft Fußball nicht gleich Erfolg bedeutet.

Das Cover des Buches im Ausschnitt.

Sergej Evljuskin in der Regionalliga

Das Cover des Buches im Ausschnitt.

DüsseldorfJunge Fußballer müssen unfassbar viel investieren, um an die Tür zum Profifußball klopfen zu können. Sie verzichten auf alles, was eine Jugend ausmacht. Sie gehen mit Kopf und Körper an die Grenze der Belastbarkeit – und oft darüber hinaus. Da ist es unfassbar, wie wenig es dann am Ende ausmacht, ob aus einem herausragenden Talent ein Bundesligaprofi wird oder ein Amateurkicker.

Wie wenig, zeigt die Geschichte von Sergej Evljuskin. Heute kickt er mit Ende 20 in der vierten Liga bei Hessen Kassel. Dabei war er eines der größten Talente, die es je gegeben hat. Mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold wird jedes Jahr der beste Nachwuchskicker geehrt. Nur zwei Spielern gelang es, diese Auszeichnung mehr als einmal zu bekommen: Der eine heißt Mario Götze, der andere Sergej Evljuskin.

Gehaltsrangliste: Die bestverdienenden Fußballer 2016

10. Platz

Andrés Iniesta (FC Barcelona)
Luis Suarez (FC Barcelona)
Asamoah Gyan (Shanghai SIPG)
Jahresgehalt alle: 15 Millionen Euro

Quelle: France Football

9. Platz

9. Platz
Bastian Schweinsteiger (Manchester United)
Jahresgehalt: 15,3 Millionen Euro

8. Platz

Thomas Müller (Bayern Munich)
Jahresgehalt: 16 Millionen Euro

7. Platz

Wayne Rooney (Manchester United)
Jahresgehalt: 16,7 Millionen Euro

6. Platz

Zlatan Ibrahimovic (PSG)
Jahresgehalt: 20 Millionen Euro

5. Platz

Neymar (Barcelona)
Jahresgehalt: 20 Millionen Euro

4. Platz

Thiago Silva (PSG)
Jahresgehalt: 23 Millionen Euro

3. Platz

Angel di Maria (PSG)
Jahresgehalt: 24 Millionen Euro

2. Platz

Cristiano Ronaldo (Real Madrid)
Jahresgehalt: 32 Millionen Euro

1. Platz

Lionel Messi (Barcelona)
Jahresgehalt: 36 Millionen Euro

Der Journalist Christof Dörr hat sich auf die Suche nach ihm gemacht und herausgekommen ist das Buch „Eigentlich wäre ich jetzt Weltmeister“, das die beiden gemeinsam geschrieben haben. Darin halten sie den rasanten Aufstieg, aber auch die Leidenstour des gebürtigen Kirgisen fest. Ehemalige Trainer kommen zu Wort, genau wie auch Mitspieler.

Evljuskin war ein gefeierter Nachwuchsstar beim VfL Wolfsburg. Er übersprang Jahrgänge und trainierte als 18-Jähriger bei den Profis mit. Sein damaliger Trainer hieß Klaus Augenthaler. „Für alle im Verein war klar: Der Evljuskin, der macht das. Der setzt sich durch, der wird mal ein ganz Großer. Das habe ich gespürt“, schreibt er.

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Die schönste Nebensache der Welt? Das mag die Fußball-Bundesliga für Fans sein. Und für viele Kicker eine Goldgrube. Doch wer in diesem Geschäft arbeitet, muss extrem leidensfähig sein. Wie sehr, zeigt ein neues Buch.

Das war im Sommer 2006. Doch es kam anders: Evljuskin schaffte den Sprung nie. Anders als bei vielen lag es nicht an einer schweren Verletzung. Es war vor allem Pech.

Sicherlich hat es dem jungen Mann nicht geholfen, dass er unbedingt Abitur machen wollte und nur nachmittags trainieren konnte. Vor allem aber bekam er nie die Chance, die ein Mario Götze bei Borussia Dortmund bekam oder Mesut Özil sowie Benedikt Höwedes bei Schalke 04.

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