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29.07.2015

15:24 Uhr

Uefa-Chef will Blatter beerben

Fifa-Präsident? Platini sagt „Oui“

Er macht's: Michel Platini will Nachfolger des umstrittenen Fifa-Chefs Sepp Blatter werden. Er habe einen entsprechenden Brief an die 208 Mitgliedsverbände gesendet, sagte er. Unbelastet ist er indes nicht.

Warum Platini der absolut falsche Blatter-Nachfolger ist

Video: Warum Platini der absolut falsche Blatter-Nachfolger ist

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Nyon, BerlinDer Top-Kandidat geht ins Rennen um die Nachfolge von Joseph Blatter. Uefa-Präsident Michel Platini will am 26. Februar 2016 der Nachfolger Joseph S. Blatters an der Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa werden. Der Franzose gab am Mittwoch offiziell seine Kandidatur um das Amt des Fifa-Präsidenten bekannt. Er habe einen entsprechenden Brief an alle 208 Mitgliedsstaaten des Fußballweltverbands geschickt, gab er bekannt.

„Es war eine sehr persönliche, gut durchdachte Entscheidung, bei der ich die Zukunft des Fußballs gegenüber meiner Zukunft abgewogen habe“, schrieb Platini. „Es gibt Momente im Leben, in denen man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen muss. Dies ist ein solcher Moment.“

Nach der Treuebekundung von zahlreichen Verbänden will der Uefa-Präsident nun Blatter im Amt ablösen. Zuvor soll der Franzose die Zusagen der Konföderationen aus Europa, Asien, Südamerika und Nord- und Zentralamerika für die Nachfolger-Kür des scheidenden Joseph Blatter am 26. Februar erhalten haben.

Michel Platini im Kurzporträt

Alter

Michel Platini ist 60n Jahre alt. Der Franzose wurde am 21. Juni 1955 in Joeuf geboren.

Karriere als Spieler

1973 schaffte er den Durchbruch im französischen Profifußball beim AS Nancy-Lorraine, für den er bis 1979 spielte. Im selben Jahr wechselte er zum AS Saint Etienne, dem er bis 1982 die Treue hielt. Danach zog es ihn ins Ausland nach Juventus Turin, wo er 1987 die Fußballschuhe an den Nagel hing. In dieser Zeit spielte er 72 Mal für die französische Nationalelf und erzielte 41 Tore.

Erfolge als Spieler (national)

Mit Frankreich wurde er 1984 Europameister. Bei der WM 1986 reicht es allerdings nur zum dritten Platz. Außerdem wurde er drei Mal in Folge Europas Fußballer des Jahres 1983 bis 1985.

Erfolge als Spieler (Verein)

Platini wurde 1978 französischer Pokalsieger und Französischer Meister 1981. In Italien erlebte er seine erfolgreichste Zeit im Verein. Mit Juve wurde er italienischer Meister 1984 und gewann der italienischen Pokal 1983. Außerdem landete er auf europäischer Ebene Erfolge: Platini darf sich Europapokalsieger der Landesmeister 1985 und Europapokalsieger der Pokalsieger 1984 nennen. 1985gewann er außerdem den Weltpokal.

Karriere als Trainer

Von 1988 bis 1992 trainierte Platini die französische Nationalmannschaft – allerdings mit mäßigem Erfolg.

Karriere als Fußballfunktionär

Nach seiner kurzen Trainerkarriere konzentrierte sich Platini auf die Funktionärstätigkeit: Von 1992 bis 1998 leitete er als Co-Präsident das Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich. Seit 2002 ist er Mitglied Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa. 2007 wurde er dann zu ihrem Präsidenten gewählt und bekleidet das Amt bis heute.

Auch der Deutsche Fußball-Bund hatte sich zuletzt positiv über eine mögliche Bewerbung des Uefa-Präsidenten für das Amt geäußert. „Natürlich ist Michel Platini ein geeigneter Kandidat“, sagte DFB-Chef Wolfgang Niersbach, der wiederum als möglicher Nachfolger Platinis an der Spitze der Uefa gilt.

Der DFB-Boss hat Uefa-Chef Michel Platini bei dessen Kandidatur für das Fifa-Präsidentenamt die „volle Unterstützung“ des Deutschen Fußball-Bundes zugesichert. „Michel Platini war als Spieler auf dem Platz ein toller Kapitän, steht seit 2007 an der Spitze der Uefa und ist gerade für vier weitere Jahre einstimmig im Amt bestätigt worden. Als Präsident hat er gezeigt, dass er in der Lage ist, eine große Organisation zu führen“, sagte Niersbach am Mittwoch in einem Interview auf der DFB-Homepage.

Die Frage, ob er für den Fall von Platinis Wahl zum Fifa-Boss dessen Nachfolge bei der Uefa anstrebe, ließ Niersbach offen. „Wie sich die Uefa aufstellt, wird vom 14. bis 17. September 2015 bei der ohnehin angesetzten Vollversammlung aller 54 Mitgliedverbände auf Malta thematisiert“, sagte der DFB-Präsident. „Bis dahin bringt es nichts, sich an irgendwelchen personellen Spekulationen zu beteiligen.“

Als künftigen DFB-Präsidenten brachte Karl-Heinz Rummenigge nun Reinhard Rauball ins Spiel. Der Ligapräsident wäre „eine gute Alternative“, sollte Niersbach den nächsten Karriereschritt auf Funktionärsebene machen, sagte Bayern Münchens Vorstandschef der „Sport Bild“ (Mittwoch).

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