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30.08.2013

23:39 Uhr

Uefa-Supercup

Bayern kann das Trauma besiegen

Revanche geglückt: Genau wie im Champions-League-Finale 2012 müssen Bayern und Chelsea ins Elfmeterschießen. Doch im Supercup sind die Münchner die Sieger – dank Schlussmann Manuel Neuer.

Die Bayern feiern ihren Torwart, Manuel Neuer. Der Schlussmann hielt den letzten Elfmeter von Chelsea-Spieler Drogba im Supercup- AFP

Die Bayern feiern ihren Torwart, Manuel Neuer. Der Schlussmann hielt den letzten Elfmeter von Chelsea-Spieler Drogba im Supercup-

PragDer FC Bayern hat nach einem Last-Minute-Krimi mit Elfmeterschießen als erste deutsche Mannschaft den Supercup gewonnen und den FC Chelsea in einem Wahnsinns-Finale diesmal in die Knie gezwungen. 15 Monate nach der so schmerzlichen Niederlage im Heimfinale der Champions League gegen den FC Chelsea setzte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag in Prag mit 7:6 (2:2, 1:1, 0:1) nach Elfmeterschießen gegen den Londoner Premier-League-Club durch. Die Bayern bescherten ihrem neuen Coach Josep Guardiola damit auch einen Prestigeerfolg gegen seinen Trainer-Erzfeind José Mourinho.

Nach der frühen Chelsea-Führung durch Fernando Torres (8. Minute) schien Franck Ribéry (47.) einen Tag nach seiner Kür zum Fußballer des Jahres in Europa mit seinem Ausgleichstreffer das Signal zum Sieg für die Bayern gesetzt zu haben. Doch gelang Eden Hazard (93.) in der Verlängerung die erneute Führung für den Europa-League-Gewinner, der nach einer Gelb-Roten-Karten gegen Ramires (85.) über eine halbe Stunde in Unterzahl spielen musste. Nicht mal zehn Sekunden vor dem Ende der Verlängerung rettete der eingewechselte Javi Martinez die Bayern vor 17 686 Zuschauern im ausverkauften Eden-Stadion ins Elfmeterschießen. Dort gelang Nationalkeeper Neuer die entscheidende Parade beim letzten Chelsea-Schützen, nachdem alle fünf Bayern-Spieler verwandelt hatten.

Auch wenn es um seinen Titel mit den Bayern ging, ließ sich Guardiola bei Schweinsteiger auf kein Risiko ein. Der am Sprunggelenk angeschlagene Mittelfeldstratege saß nicht mal auf der Bank. Weil Martínez wegen seiner Leisten- und Adduktorenprobleme auch nicht als Vollzeit-Alternative infrage kam und erst in der 56. Minute eingewechselt wurde, rückte zumindest für eine halbe Stunde Toni Kroos auf die „Sechs“. Philipp Lahm übernahm den offensiven Mittelfeldpart neben Thomas Müller. Auf Rechts verteidigte wie schon beim dürftigen 1:1 am Dienstag in Freiburg Rafinha.

Doch die Probleme der Bayern zeigten sich in der Arbeit des gesamten Teams nach hinten, von der furchteinflößenden Kompaktheit der vergangenen Saison war wieder so gut wie nichts zu spüren. Zudem gingen die Münchner fahrlässig mit ihren Chancen um, während sich die „Blues“ wie schon am 12. Mai 2012 auch unter Mourinho erstmal als Meister der Effizienz erwiesen.

Nur drei Stationen, darunter der stark aufspielende Nationalspieler und Chelsea-Neuzugang André Schürrle und der Ball war im Bayern-Tor. Nach vorbildlicher Hereingabe in den Rücken der Münchner Abwehr war Torres volley zur Stelle und der ansonsten fast ausnahmslos glänzende Manuel Neuer machtlos.

Auf der Gegenseite versemmelten seine Vorderleute Gelegenheiten en masse. Allein viermal hatte Ribéry (7./22./29./35.) den Ausgleichstreffer auf dem Fuß, der frisch ausgezeichnete Franzose wirkte aber zunächst übermotiviert. Auch Lahm konnte Chelseas Keeper-Legende Petr Cech nicht überwinden (9.). Müllers Versuch aus kurzer halbrechter Distanz wurde ans Außennetz abgefälscht (38.).

Das Experiment mit Kroos auf der Sechs hatte Guardiola schon vor der Pause beendet, Lahm übernahm. Doch erst nach dem Seitenwechsel war auch die bayrische Offensiv-Wucht der vergangenen Saison in einigen Szenen wieder spürbar. Und immer wieder war Ribéry dran beteiligt. Beim seinem Tor nahm er eine Kroos-Vorlage auf und traf mit rechts aus rund 20 Metern, Cech sah dabei nicht gut aus.

Die Bayern, bei denen Martínez nach seiner Einwechslung den zentralen Defensivpart vor der Abwehr übernahm, machten Druck, leisteten sich aber auch wieder einige Schnitzer. Bedanken durften sie sich einmal mehr bei Nationalkeeper Manuel Neuer, der gegen Oscar (64.) und David Luiz (85.). Als auch Neuer geschlagen war, rettete die Latte gegen Branislav Ivanovic (79.). Beim Gegentreffer von Hazard, der zuerst Lahm, und dann auch noch Jerome Boateng düpierte, sah Deutschlands Nummer 1 allerdings unglücklich aus. Die Bayern rannten noch einmal an und wurden diesmal in der Nervenzerreißprobe mit dem Sieg belohnt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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ulrich

31.08.2013, 09:07 Uhr

Glückgehabt.
Chelse ein Mann weniger und Bayern hat nicht im Spiel gewonnen.
Fehlt noch eniges in der Mannschaft!!

Die_Wahrheit_ist

31.08.2013, 10:13 Uhr

Beim 2 : 1 stehen 3 Abwehrspieler daneben und gucken zu. Der Schiedsrichter läßt eine Minute zu lang spielen. Zwei Elfmeter nur mit Glück verwandelt. Mit einem Spieler mehr auf dem Platz gelang es zu keinem Zeitpunkt Überlegenheit herzustellen. Im Gegenteil: Die Mannschaft kassiert ein Tor wie in der Kreisklasse und Neuer muß in der Endphase noch den zusätzlichen Feldspieler geben. Den entscheidenden Elfmeter hat Neuer nicht gehalten. Das hätte seine Oma auch geschafft. Lukaku hat den Ball verschossen.

Der Hype um Guardiola geht langsam auf die Nerven. Genauso wurden auch Klinsmann und van Gaal gefeiert. Guardiola sollte sich mit Löw bei Lagerfeld um den Laufsteg bewerben. Wenn die Abwehr der Bayern so löchrig bleibt, bekommt er im Winter sowieso die "Louis van Gaal Gedächtnis-Medaille".

Was waren das noch für Zeiten als Trainer wie Helmut Schön im Trainingsanzug am Spielfeldrand saßen.

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