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12.12.2013

14:03 Uhr

UEFA

Verband will weniger Macht für Investmentfonds

Die UEFA sieht den Fußball durch sportferne Vereinsbesitzer gefährdet und will dagegen vorgehen. Es sei „eine Schande“, wenn die Rechte an Spielern bei finanziellen Einrichtungen lägen, findet Verbandspräsident Platini.

We care about Football: Sie gerieren sich gern als Retter der Kultur in der Fußballwelt: UEFA-Präsident Michel Platini und sein Generalsekretär Gianni Infantino. AFP

We care about Football: Sie gerieren sich gern als Retter der Kultur in der Fußballwelt: UEFA-Präsident Michel Platini und sein Generalsekretär Gianni Infantino.

BilbaoDie Europäische Fußball-Union (UEFA) hat dem Vormarsch von Investmentfonds im Profi-Fußball den Kampf angesagt. „Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Rechte an Spielern sich im Besitz finanzieller Einrichtungen befinden“, sagte UEFA-Präsident Michel Platini in Bilbao in Nordspanien vor einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees. „Früher waren die Vereine die Besitzer gewesen, jetzt sind es Finanzunternehmen. Das ist eine Schande.“ Die UEFA werde darum kämpfen, dies zu ändern.

Er habe dem Weltverband FIFA bereits vorgeschlagen, gemeinsam den Einstieg von Fonds bei den Vereinen anzugehen. „Wenn die FIFA dazu keine Entscheidung trifft, werden wir dies tun“, kündigte Platini nach spanischen Medienberichten vom Donnerstag an. „Ich weiß, dass die EU-Kommission unser Vorhaben unterstützt.“

Wirtschaftsfakten der Champions League

Prämien

In der Saison 2010/2011 schüttete die Uefa insgesamt 754,1 Millionen Euro an die 32 Teilnehmer der Champions League aus. Neben einer Antrittsprämie von 3,9 Millionen gab es 550.000 Euro für jedes Vorrundenspiel, 400.000 Euro für ein Remis und 800.000 für einen Sieg in der Gruppenphase.
Die Qualifikation für das Achtelfinale war der Uefa 3 Millionen Euro wert, für das Viertel- und das Halbfinale gab es 3,3 und 4,2 Millionen Euro Prämie. Während sich der unterlegene Finalist mit 5,6 Millionen Euro trösten durfte, kassierte Sieger Barcelona für den Titel satte 9 Millionen Euro.

Market Pool

Neben den Siegprämien werden an die Vereine Anteile des Market Pools ausgeschüttet, in dem die Einnahmen durch Fernsehgelder gesammelt sind. In der vergangenen Saison waren das 341 Millionen Euro.
Der Anteil der einzelnen Teams ist dabei neben der Menge an Spielen auch von den im eigenen Land bezahlten Fernsehgeldern abhängig und der Ligaplatzierung des Vorjahres abhängig. So konnte Manchester United als unterlegener Finalist 2011 trotzdem insgesamt knapp 2 Millionen Euro mehr einnehmen als Sieger Barcelona.

Solidarzahlungen

Ein Teil der Prämien gingen zudem an Mannschaften, die bereits in einer der Qualifikationsrunden ausgeschieden sind. Jeder gescheiterte nationale Meister erhielt 200.000 Euro Antrittsprämie, jedes Team 130.000 Euro für das Erreichen der nächsten von insgesamt drei Runden, also maximal 590.000 Euro.

So viel Geld bekamen die Klubs

Die Einnahmen ausgewählter Teams in der Champions-League-Saison 2011:

FC Barcelona: 51,025 Millionen Euro
Manchester United: 53,197 Millionen Euro
Real Madrid: 39,822 Millionen Euro
FC Schalke: 39,288 Millionen Euro
Inter Mailand: 37,982 Millionen Euro
Bayern München: 32,562 Millionen Euro

Sponsoren

Die Uefa lässt in jeder Drei-Jahres-Periode nur maximal acht Hauptsponsoren für die Champions League zu, deren Branchen sich nicht überschneiden dürfen. Im Moment sind das die Firmen Ford, Mastercard, Sony Ericsson, Sony Europe, Playstation als Marke der Sony Computer Entertaintmend Europa, UniCredit und in allen Ländern, in denen Alkoholwerbung erlaubt ist, Heineken. Adidas als Lieferant des offiziellen Spielballs ist nur Ausrüster und damit Nebensponsor.
Die Vereine dürfen weiterhin ihren persönlichen Hauptsponsoren auf dem Trikot tragen, allerdings nur diesen einen. Der Mediawert der aktuell sieben Hauptsponsoren der Champions League wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für die kommenden drei Jahre stehen als Sponsoren bereits Heineken, UniCredit, Ford, Mastercard und Playstation fest.

Fernsehrechte

Die Übertragungsrechte an der Champions League werden ebenfalls alle drei Jahre für die kommenden drei Spielzeiten vergeben, getrennt nach Free-TV- und Pay-TV-Sendern. Während in der Saison 2011 noch Sky Deutschland und Sat1 die Spiele übertragen, übernahm das ZDF ab Sommer 2012 für drei Jahre die Berichterstattung im Free-TV.
Die Rechte gelten für ein Spiel pro Matchwoche sowie die Übertragung des Finals und des Super Cups – online und im Fernseher. Außerdem umfasst der Vertrag das Zeigen von Spielzusammenfassungen anderer Partien. Offizielle Zahlen zu den Kosten der Rechte gibt es nicht, Experten schätzen den Preis pro Jahr aber auf über 50 Millionen Euro.

Illegale Wetten und die Manipulation von Spielausgängen bilden nach Ansicht von Platini eine größere Gefahr für den Fußball als Rassismus oder gewaltsame Fan-Ausschreitungen. „Rassismus und Gewalt betreffen die Zuschauer. Wettbetrug und Manipulation betreffen dagegen den Sport direkt, den wir lieben“, sagte der UEFA-Präsident. „Von welchem Interesse ist ein Spiel, wenn das Resultat vorher ausgekungelt wurde?“

Von

dpa

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