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18.01.2016

15:46 Uhr

Uli Hoeneß

Der Ex-Bayern-Präsident kommt am 29. Februar vorzeitig frei

Steuersünder Uli Hoeneß kommt nach anderthalb Jahren vorzeitig aus der Haft frei. Die restliche Strafe wird zum 29. Februar auf Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt.

Hoeneß war wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. dpa

Uli Hoeneß

Hoeneß war wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

München/AugsburgDer ehemalige FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß wird vorzeitig aus der Haft entlassen. Die restliche Strafe werde zum 29. Februar 2016 ausgesetzt, teilte das Landgericht Augsburg am Montag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Sport Bild“. Die Entscheidung war erwartet worden. Nachdem der Anwalt des Fußballmanagers bereits im November mitgeteilt hatte, dass Hoeneß einen Antrag auf sogenannte Halbstrafe gestellt habe, wurde ab Mitte Januar mit einem Beschluss gerechnet.

„Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt“, erläuterte das Gericht nun. Hoeneß war wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden und hatte seine Strafe am 2. Juni 2014 angetreten. Nach den ersten Monaten im geschlossenen Vollzug ist Hoeneß seit rund einem Jahr Freigänger, arbeitet tagsüber in der Jugendabteilung des deutschen Fußball-Rekordmeisters in München und muss nur noch zum Schlafen hinter Gitter. An den Wochenenden darf er bei seiner Familie sein.

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Wenn Uli Hoeneß bald freikommt, soll er wieder Präsident des FC Bayern werden – das fordert zumindest eine Onlinepetition. ZEIT Online hat mit dem Initiator gesprochen.

Nach dem Strafgesetzbuch können Häftlinge unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach Verbüßung der halben Strafe entlassen werden. Bedingung ist, dass der Verurteilte Ersttäter ist und die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit des Verurteilten und Entwicklung während des Strafvollzugs ergeben, dass besondere Umstände vorliegen. Dies sah das Gericht nun als gegeben an.

Hoeneß hatte sich zuletzt auch verstärkt um Wiedergutmachung bemüht. Der Ex-FC-Bayern-Chef hatte etwa bei einer vorweihnachtlichen Radio-Aktion 10.000 Euro gespendet. „Da ich mit meiner Frau vereinbart habe, dass wir uns dieses Jahr nichts schenken, weil ich ja zu Hause sein kann und das ist Geschenk genug“, habe er sich zu der Spende entschlossen, sagte der 63-Jährige am Montag bei Antenne Bayern.

Der Sender sammelt Geld für eine Stiftung, die in sozialen Notlagen Bedürftigen hilft. Hoeneß widmete die Spende seinen Angehörigen, die es ihm möglich gemacht hätten, „diese so schwierige Zeit so zu überstehen“. Dann äußerte Hoeneß noch einen Musikwunsch und der Radiosender spielte „Hello“ von Adele für den Fußball-Manager.

Wie es nach der Freilassung mit Uli Hoeneß weitergeht, ist bisher unklar. Im Verein selbst herrscht Dankbarkeit für den langjährigen Manager und Präsidenten vor. Bisher hat die Bayern München AG nicht explizit ausgeschlossen, dass der ehemalige Chef wieder eine offizielle Aufgabe übernimmt. Zuletzt hat sich auch unter Fans eine Petition etabliert, die sich für Hoeneß' Rückkehr ins Präsidentenamt stark macht. Denkbar ist allerdings auch, dass sich der umtriebige Unternehmer auf sein Privatgeschäft fokussiert – oder sich in den Vorruhestand verabschiedet.

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